Am 6. Januar 2025 erschütterte ein tragischer Vorfall die Luftfahrtbranche: Zwei Leichen wurden im Radkasten eines JetBlue-Flugzeuges am Fort Lauderdale-Hollywood International Airport entdeckt. Der Airbus A320 war zuvor auf Flug B6 1801 von New Yorks John F. Kennedy Airport unterwegs. Der Fund wirft zahlreiche Fragen auf, nicht nur zu Sicherheitsstandards, sondern auch zu den Motiven und Umständen, die solche Tragödien ermöglichen.
Die beiden Leichen wurden während einer routinemäßigen Wartungsinspektion nach der Landung entdeckt. Ein Flugsteigtechniker bemerkte zwei regungslose Personen im Bereich des Fahrwerks. Die Ermittlungen ergaben, daß sich die Leichen in einem fortgeschrittenen Zustand der Verwesung befanden. Die Identität der Verstorbenen ist bislang unklar, und der Gerichtsmediziner von Broward County untersucht derzeit die Todesursache. JetBlue erklärte, man arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den Vorfall aufzuklären.
Sicherheitsprobleme bei Flugreisen
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein bekanntes, aber selten thematisiertes Phänomen: das Risiko, das sogenannte „Blinde Passagiere“ eingehen, wenn sie versuchen, im Radkasten eines Flugzeuges mitzureisen. Laut der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA überleben nur 20 Prozent solcher Versuche. Die extremen Bedingungen in Reiseflughöhe – Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius, Sauerstoffmangel und begrenzter Platz – machen diese Unternehmungen fast immer tödlich.
Ein Flugzeug im Dauereinsatz
Der Airbus A320, registriert als N644JB, war am 6. Januar bereits den gesamten Tag über im Einsatz. Er absolvierte vier Flüge, darunter Verbindungen von Kingston, Jamaika, und Salt Lake City nach New York. Die letzte Route führte von JFK nach Fort Lauderdale. Der Airbus, ein 18 Jahre altes Modell, ist seit 2006 Teil der JetBlue-Flotte und wird von IAE V2527-A5-Triebwerken angetrieben.
Häufigere Vorfälle mit versteckten Passagieren
Dieser Vorfall ist nicht der erste seiner Art. Weniger als zwei Wochen zuvor wurde die Leiche eines Mannes im Radkasten einer Boeing 787 von United Airlines entdeckt, die von Los Angeles nach Maui geflogen war. Solche Ereignisse verdeutlichen, daß trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen immer wieder Menschen versuchen, sich Zugang zu Flugzeugen zu verschaffen. Die Beweggründe sind meist Flucht vor Armut, Gewalt oder Hoffnung auf ein besseres Leben – ein tragischer Ausdruck menschlicher Verzweiflung.
Auswirkungen und Reaktionen
Die Behörden haben bislang keine Hinweise darauf gegeben, wie die Verstorbenen Zugang zum Flugzeug erhielten. Flughäfen wie JFK unterliegen strengen Sicherheitsvorschriften, doch Vorfälle wie dieser zeigen Schwachstellen auf, insbesondere im Bereich der Bodenabfertigung. Weder die Port Authority of New York and New Jersey, der Betreiber des JFK-Flughafens, noch die National Transportation Safety Board (NTSB) haben sich bisher detailliert zu dem Vorfall geäußert.
Ein globales Problem
Die Problematik beschränkt sich nicht auf die USA. Weltweit versuchen verzweifelte Menschen, versteckt in Flugzeugen zu reisen. Allein seit 1947 wurden laut Berichten über 100 Fälle dokumentiert, in denen Menschen versuchten, sich in Radkästen oder Frachtbereichen zu verstecken. Solche Tragödien verdeutlichen nicht nur individuelle Schicksale, sondern auch die globalen Herausforderungen im Umgang mit Migration und Sicherheit.
Der Vorfall mit dem JetBlue-Flug zeigt die Dringlichkeit, Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen weiter zu verbessern und gleichzeitig die Gründe für solche verzweifelten Aktionen zu adressieren. Für die betroffenen Familien bleibt dieser tragische Verlust unermesslich, während die Luftfahrtindustrie vor der Aufgabe steht, ähnliche Zwischenfälle künftig zu verhindern.