Mehr als vier Monate nach dem Absturz eines aus Deutschland kommenden Frachtflugzeugs in Litauen haben die dortigen Behörden einen 30-seitigen Zwischenbericht veröffentlicht. Dem Bericht zufolge gibt es keine Hinweise auf Sabotage oder terroristische Einwirkungen. Dies erklärte Justizminister Rimantas Mockus auf einer Pressekonferenz in Vilnius. Die Untersuchungen dauern jedoch an, mit dem Ziel, so bald wie möglich einen Abschlussbericht vorzulegen.
Die Maschine des spanischen Unternehmens Swiftair war am 25. November 2024 auf dem Weg von Leipzig nach Vilnius, als sie kurz vor der Landung in ein Wohngebiet nahe des Flughafens stürzte. Ein Crewmitglied kam dabei ums Leben, drei weitere – ein Spanier, ein Deutscher und ein Litauer – überlebten verletzt. Laut litauischen Behörden handelt es sich um eines der schwersten Flugzeugunglücke in der Geschichte des Landes seit der Unabhängigkeit 1990.
Der Bericht der litauischen Ermittler stützt sich auf erste Untersuchungen der Sicherheitsbehörden und bestätigt weitgehend die Einschätzungen der litauischen Generalstaatsanwaltschaft. Als wahrscheinlichste Absturzursache wird menschliches Versagen vermutet. Offenbar wurde das Hydrauliksystem, das für das Ausfahren der Landeklappen zuständig ist, deaktiviert, was zu Kontrollverlust und Absturz führte. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie es zu dieser folgenschweren Entscheidung im Cockpit kommen konnte.