Die Gütesiegel-Initiative „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ zieht zur Mitte der Sommersaison 2026 eine positive Zwischenbilanz.
Nach einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen bewerten die Betreiber die bisherige Geschäftsentwicklung im Durchschnitt mit 4,3 von 5 möglichen Bewertungspunkten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 3,7 Punkten. Rund 87 Prozent der befragten Seilbahngesellschaften berichten von gestiegenen Beförderungszahlen im Vergleich zum Sommer 2025. Ein Rückgang der Gästezahlen wurde von keinem der teilnehmenden Unternehmen gemeldet.
Der Sprecher der Brancheninitiative, Kornel Grundner, führt die Entwicklung auf die stabilen Wetterverhältnisse im Juli zurück, die zu Ausflügen in höher gelegene Regionen anregten. Laut Umfrage gaben 71 Prozent der Betriebe an, dass sich hohe Sommertemperaturen positiv auf das Besucheraufkommen ausgewirkt haben. Um die Betriebsabläufe bei anhaltend warmen Witterungsphasen sicherzustellen, planen oder prüfen 59 Prozent der Mitgliedsunternehmen Anpassungen der Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem der Ausbau von Beschattungsanlagen, erweiterte Erfrischungsmöglichkeiten sowie modifizierte Betriebszeiten in den Morgen- und Nachmittagsstunden.
Die Initiative ist ein Zusammenschluss unter dem Dach des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und umfasst aktuell 84 Mitgliedsunternehmen mit 101 Erschließungsräumen. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die Erfüllung eines Kriterienkatalogs mit rund 100 Vorgaben zur Barrierefreiheit, Sicherheit und Angebotstruktur. Für die verbleibende Saison erwarten die Betreiber durch durchgehende Betriebszeiten bis in den Oktober hinein eine anhaltend hohe Auslastung im Tagestourismus.
Wirtschaftsbeobachter weisen darauf hin, dass die positive Zwischenbilanz die steigende Bedeutung des Sommertourismus für die Wertschöpfung in den alpinen Tälern unterstreicht. Allerdings stehen die Bergbahnunternehmen vor der Aufgabe, hohe Investitionen in die Ganzjahresinfrastruktur gegen die steigenden Betriebskosten für Energie, Wartung und Personal abzuwägen. Das Gesamtergebnis der Saison bleibt zudem stark von der Wetterentwicklung im Frühherbst abhängig, da ein frühzeitiger Wintereinbruch oder langanhaltende Niederschläge das Ausflugsgeschäft rasch beenden können.