Innerhalb eines Zeitraums von rund 48 Stunden kam es bei zwei Passagierflügen der US-amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines zu Zwischenfällen durch unerwartete Geruchs- und Rauchentwicklung in den Flugzeugkabinen.
Beide Vorfälle betrafen Flugzeuge des Typs Airbus A220, die auf unterschiedlichen Inlandsstrecken in den Vereinigten Staaten unterwegs waren. Die Besatzungen erklärten in beiden Fällen Luftnotlagen, um bevorzugte Landerechte von der Flugverkehrskontrolle zu erhalten. Ein Flug musste außerplanmäßig zu einem Ausweichflughafen umgeleitet werden, während der zweite Flug seinen Zielflughafen unter Notfallbedingungen ansteuerte. Sämtliche Insassen konnten die Maschinen nach den sicheren Landungen regulär über die Fahrgastbrücken verlassen.
Verlauf der beiden Flugumleitungen und Notfallerklärungen
Der erste Zwischenfall ereignete sich am 7. September 2026 auf dem Delta-Flug 1035 von Jacksonville im Bundesstaat Florida zum Flughafen John F. Kennedy International in New York. Während des Fluges bemerkte die Besatzung der Airbus A220 eine unnormale Geruchsentwicklung in der Passagierkabine. Die Piloten entschieden sich gegen die Fortsetzung des Fluges nach New York und leiteten eine Sicherheitslandung auf dem Ausweichflughafen Raleigh-Durham International im Bundesstaat North Carolina ein. Die Erklärung des Notfalls diente nach Angaben der Fluggesellschaft dazu, eine priorisierte Abwicklung im Luftraum und bei der Landekoordination zu erreichen. Alle 113 Personen an Bord verließen das Flugzeug am Flugsteig ohne Verletzungen und wurden anschließend mit einer Ersatzmaschine an ihr Ziel transportiert.
Am darauffolgenden Tag, dem 8. September 2026, verzeichnete die Fluggesellschaft ein vergleichbares Ereignis auf dem Delta-Flug 1390 vom New Yorker Flughafen LaGuardia nach Chicago O’Hare. Auch bei dieser Verbindung, die ebenfalls von einer Airbus A220 durchgeführt wurde, bemerkte die Besatzung während des Anflugs auf Chicago eine Rauchentwicklung oder ungewöhnliche Gerüche in der Kabine. Die Piloten setzten einen Notruf ab, erhielten umgehend die Freigabe für eine bevorzugte Landung und brachten die Maschine mit 130 Personen an Bord sicher am Zielflughafen zum Stehen. Die betroffene Maschine wurde nach der Landung umgehend aus dem aktiven Liniendienst genommen und einer technischen Überprüfung durch das Wartungspersonal unterzogen.
Technische Ursachensuche und Verfahren zur Luftstromüberwachung
Nach Angaben von Branchenfachleuten und der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration können Geruchs- und Rauchereignisse im Flugbetrieb vielfältige Auslöser haben. Neben harmlosen Ursachen wie defekten Küchengeräten oder Überhitzungen in Unterhaltungssystemen kommen in seltenen Fällen mechanische Defekte an Triebwerksdichtungen oder an den Lagern von Rezirkulationsgebläsen in Betracht. Bei solchen mechanischen Schäden kann es zu einer Verunreinigung der Zapfluft kommen, die zur Belüftung der Passagierkabine genutzt wird. Die Systeme modernster Passagierflugzeuge sind zwar mit Hocheffizienz-Partikelfiltern ausgestattet, um die Umluft kontinuierlich zu reinigen, unvorhergesehene Schmierstoffverdampfungen lassen sich jedoch nicht in allen Betriebszuständen vollständig verhindern.
Die Flugsicherheitsbestimmungen schreiben den Luftfahrtunternehmen vor, Vorfälle mit Verdacht auf unzulässige Dämpfe oder Rauch unverzüglich den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat in der Vergangenheit umfangreiche Untersuchungen zu Verunreinigungen von Kabinenluft durchgeführt und betont regelmäßig, dass das Auslösen von Notfallverfahren bei unklaren Gerüchen ein vorgesehener Sicherheitsstandard ist. Da Cockpit-Besatzungen während des Fluges nicht sofort feststellen können, ob ein Geruch von einer kleineren Störung oder von einem entstehenden Brand ausgeht, hat die unverzügliche Landung Priorität vor einer langwierigen Fehlersuche in der Luft.
Empfehlungen der Sicherheitsbehörden und Stellungnahme der Fluggesellschaft
Die Vorfälle fallen in eine Phase verfeinerter Sicherheitsvorschriften für Notfallprozeduren im Cockpit. Nach einem Zwischenfall einer anderen Fluggesellschaft im Jahr 2023, bei dem nach einem Vogelschlag Rauch in das Cockpit eingedrungen war, hatte die nationale Transport-Sicherheitsbehörde NTSB empfohlen, das praktische Training für Besatzungen bei Rauchentwicklung im Cockpit weiter zu intensivieren. Die Empfehlungen unterstreichen, wie entscheidend das schnelle Anlegen von Sauerstoffmasken und die sofortige Einleitung einer Landung sind, um die Manövrierfähigkeit des Flugzeugs und die Handlungsfähigkeit der Besatzung vollumfänglich zu erhalten.
Delta Air Lines betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass Vorfälle mit Rauch-, Dampf- oder Geruchsentwicklung im Gesamtablauf des zivilen Flugverkehrs selten auftreten, aber im Rahmen des unternehmenseigenen Sicherheitsmanagementsystems konsequent untersucht werden. Für das Unternehmen steht nach den beiden Vorfällen Anfang September 2026 die systematische technische Analyse der betroffenen Airbus A220 im Vordergrund, um die genauen Auslöser zu identifizieren und die Betriebssicherheit der Flotte zu gewährleisten.