Am Montagmorgen ereignete sich am internationalen Flughafen Tribhuvan in Kathmandu ein folgenschwerer technischer Zwischenfall, der den gesamten Flugbetrieb der nepalesischen Hauptstadt für mehrere Stunden zum Erliegen brachte. Ein Airbus A330-300 der Turkish Airlines, registriert unter dem Kennzeichen TC-JNP, fing nach der Landung im Bereich des rechten Hauptfahrwerks Feuer. Die Besatzung reagierte umgehend auf die Rauchentwicklung und leitete eine Notevakuierung der 277 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder über die aufblasbaren Notrutschen ein.
Dank des schnellen Eingreifens der Flughafenfeuerwehr konnte der Brand gelöscht werden, bevor er auf den Rumpf oder die Tragflächen übergriff. Ersten Berichten zufolge blieben alle Insassen unverletzt. Da die Maschine jedoch in einer kritischen Position auf dem Rollweg Bravo zum Stehen kam und die einzige Start- und Landebahn des Flughafens blockierte, kam es zu massiven Beeinträchtigungen im regionalen und internationalen Flugverkehr.
Der Flug von Istanbul nach Kathmandu verlief nach vorliegenden Informationen bis zum Anflug auf das Himalaya-Tal ohne besondere Vorkommnisse. Die Landung erfolgte auf der Piste des Tribhuvan International Airport, der aufgrund seiner geografischen Lage und der kurzen Landebahn als einer der anspruchsvollsten Flughäfen weltweit gilt. Unmittelbar nach dem Aufsetzen bemerkten Bodenmitarbeiter und die Cockpit-Besatzung eine starke Rauchentwicklung am rechten Fahrwerksbein. Innerhalb kürzester Zeit schlugen Flammen aus dem Bereich der Bremsen und Reifen. Turkish Airlines gab in einer ersten Stellungnahme bekannt, dass ein technischer Defekt im Hydrauliksystem als wahrscheinlichste Ursache in Betracht gezogen wird. Ein Leck in den Hochdruckleitungen könnte dazu geführt haben, dass Hydraulikflüssigkeit auf die durch die Landung erhitzten Bremsbeläge spritzte und sich dort entzündete.
Notfallmanagement und Evakuierung der Passagiere
Sobald das Flugzeug auf dem Taxiway Bravo zum Stillstand gekommen war, wurde die Entscheidung zur sofortigen Evakuierung getroffen. Die Kapitäne aktivierten die Notrutschen an den Ausgängen des Airbus A330. Die 277 Passagiere mussten ihr Handgepäck zurücklassen und das Flugzeug über die Rutschen direkt auf den Asphalt des Rollfeldes verlassen. Augenzeugen berichteten von einer geordneten, aber hocheiligen Evakuierung, während die Rettungskräfte bereits mit Löschschaum gegen die Flammen am Fahrwerk vorgingen. Das medizinische Personal des Flughafens stand bereit, um die Evakuierten in Empfang zu nehmen. Dass bei einem Vorfall dieser Größenordnung keine Verletzungen gemeldet wurden, werten Experten als Erfolg der regelmäßigen Sicherheitstrainings der Besatzungen. Die Passagiere wurden später mit Bussen in das Terminal gebracht, wo sie konsularisch und psychologisch betreut wurden.
Die Lage des liegengebliebenen Flugzeugs stellte die Flughafenverwaltung vor ein massives Problem. Kathmandu verfügt lediglich über eine einzige asphaltierte Start- und Landebahn, die für internationale Großraumflugzeuge geeignet ist. Da die TC-JNP so positioniert war, dass das Heck der Maschine in die Sicherheitszone der Piste ragte, musste der Flugbetrieb für rund 90 Minuten komplett eingestellt werden. Zahlreiche ankommende Flüge aus Indien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten mussten in Warteschleifen verharren oder zu Ausweichflughäfen wie Kalkutta oder Dhaka umgeleitet werden. Erst nachdem technische Experten sichergestellt hatten, dass von dem Wrack keine unmittelbare Explosionsgefahr mehr ausging und Trümmerteile von der Bahn entfernt worden waren, konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Die Bergung des schweren Airbus A330-300 dauerte jedoch bis in die späten Abendstunden an, da spezielles Hebezeug benötigt wurde, um das beschädigte Fahrwerk zu stabilisieren.
Technische Analyse des Airbus A330 Fahrwerks
Der Airbus A330-300 ist ein bewährtes Langstreckenflugzeug, dessen Fahrwerksstruktur für hohe Belastungen ausgelegt ist. Das Hauptfahrwerk besteht aus zwei Beinen mit jeweils vier Rädern. Ein Brand in diesem Bereich ist oft auf eine Überhitzung der Bremsen zurückzuführen, was beispielsweise durch eine Blockierung oder den Ausfall des Antiblockiersystems verursacht werden kann. Im Fall der Turkish Airlines Maschine scheint jedoch die Hydraulikkomponente eine entscheidende Rolle gespielt zu haben. Das Hydrauliksystem arbeitet mit hohem Druck, um die Bremskraft zu übertragen und das Fahrwerk ein- und auszufahren. Ein Versagen einer Dichtung oder ein Leitungsbruch kann unter den thermischen Belastungen einer Landung fatale Folgen haben. Die betroffene Maschine wird nun einer gründlichen Untersuchung durch die nepalesische Luftfahrtbehörde und Techniker von Airbus unterzogen, um den genauen Ursprung des Lecks zu lokalisieren.
Für Turkish Airlines ist dieser Vorfall eine weitere Herausforderung in einer Region, in der die Fluggesellschaft stark expandiert hat. Die Airline bedient Kathmandu regelmäßig und verbindet Nepal mit ihrem globalen Drehkreuz in Istanbul. In der Vergangenheit gab es bereits Zwischenfälle in Kathmandu, unter anderem im Jahr 2015, als eine andere A330 der Gesellschaft bei dichtem Nebel von der Landebahn abkam. Der aktuelle Vorfall rückt erneut die Wartungsprotokolle und die technische Zuverlässigkeit der Flotte in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Fluggesellschaft betonte jedoch, dass alle Maschinen strengen internationalen Standards unterliegen und die Besatzung im aktuellen Fall vorbildlich nach den geltenden Sicherheitsprotokollen gehandelt habe, um das Leben der Passagiere zu schützen.
Auswirkungen auf den nepalesischen Luftverkehrssektor
Der Vorfall verdeutlicht erneut die Anfälligkeit der nepalesischen Luftfahrtinfrastruktur. Da Kathmandu das einzige internationale Tor des Landes ist, führt jede Blockierung der Landebahn zu einem sofortigen Chaos im nationalen und internationalen Reiseverkehr. Experten fordern seit langem den Ausbau von Kapazitäten und eine Verbesserung der Bergungsausrüstung am Tribhuvan International Airport, um bei ähnlichen Vorfällen schneller reagieren zu können.
Die wirtschaftlichen Folgen für den Tourismussektor, der auf einen reibungslosen Flugbetrieb angewiesen ist, sind erheblich. Viele Reisende saßen stundenlang fest, während die Behörden versuchten, die blockierte Maschine zu bewegen. Die Ermittlungen zum Fahrwerksbrand werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen, wobei ein vorläufiger Bericht zur technischen Ursache für Ende des Monats erwartet wird.