Corona-Pandemie und steigende Ticketpreise ließen in den letzten drei Jahren die Nachfrage nach Flugreisen empfindlich einbrechen. Jetzt erwacht die Lust am Fliegen wieder – trotz Inflation – und hat beinahe das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Steigende Flugpreise und sinkende Betriebskosten durch niedrige Kerosinpreise lassen die Fluggesellschaften früher als erwartet wieder die Gewinnzone erreichen, so die aktuelle Analyse von Kreditversicherer Acredia und Allianz Trade. „Die Menschen wollen wieder fliegen, für die Fluggesellschaften ist das eine gute Nachricht“, sagt Michael Kolb, Vorstand bei Acredia, Österreichs größter Kreditversicherung. „Nach drei verlustreichen Jahren könnte die Branche 2023 wieder Gewinne schreiben und zwar früher als erwartet. Gebremst wird der Höhenflug nur durch fehlende Kapazitäten.“ Für Reisewillige dürfte damit das Fliegen weiterhin teuer bleiben. Kapazitäten bleiben knapp, Flugzeuglieferungen weiterhin verzögert 2020 brach die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge durch eine Knappheit an Bauteilen um die Hälfte ein. Seither hat sich die Situation zwar allmählich erholt, aber die Flugzeugbauer haben weiterhin Schwierigkeiten, mit der Nachfrage Schritt zu halten. 2022 stieg die Zahl der Flugzeugauslieferungen um +19,1 Prozent an, auch die weltweit verfügbaren Sitzkilometer wuchsen um +39,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2023 rechnen die Fachleute mit einem weiteren Anstieg der Auslieferungen um +19,8 Prozent, aber die derzeitige sechsmonatige Lieferverzögerung scheint den optimistischen Plänen der Flugzeughersteller nicht zu entsprechen. Das knappe Angebot an Flugzeugen könnte dazu führen, dass die Flugpreise hoch bleiben. Anfrage steigt besonders in Asien, aber auch Europa hebt wieder ab Trotz hoher Preise steigt die Nachfrage bei den Fluggästen wieder. Im ersten Quartal 2023