September 1, 2025

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September 1, 2025

Frankreichs Himmel in der Schwebe: Neuer Fluglotsenstreik angekündigt

Die europäische Luftfahrt steht erneut vor einer Bewährungsprobe. Eine Mehrheitsgewerkschaft der französischen Fluglotsen, die SNCTA, hat für den 18. September 2025 einen weiteren Streik angekündigt. Die Ankündigung vom 26. August folgt auf das Scheitern eines Dialogs mit der Direction Générale de l’Aviation Civile (DGAC), der nationalen Zivilluftfahrtbehörde. Die Fluglotsen fordern eine Lohnanpassung an die Inflationsentwicklung im Jahre 2024 sowie eine grundsätzliche Überarbeitung der Arbeitsbeziehungen. Die Nachricht löst bei Fluggesellschaften und Reisenden in ganz Europa grosse Besorgnis aus, da ein ähnlicher Streik im Juli 2025 bereits zu massiven Störungen im Flugverkehr führte. Die anhaltende Auseinandersetzung: Die Forderungen der Fluglotsen Die Arbeitsniederlegung der Fluglotsen ist das Resultat einer langjährigen, angespannten Beziehung zwischen den Beschäftigten und der staatlichen Luftfahrtbehörde. Im Mittelpunkt der aktuellen Forderungen steht der Ausgleich der Kaufkraft. Die Gewerkschaft fordert, daß die Gehälter der Fluglotsen die Inflationsrate des vergangenen Jahres widerspiegeln. Darüber hinaus verlangen die Fluglotsen ein jährliches Treffen, um die Auswirkungen der Inflation auf ihre Entlohnung zu erörtern. Über die finanziellen Aspekte hinaus gibt es grundlegende Beschwerden über die Art und Weise, wie der Sektor verwaltet wird. Ein Gewerkschaftsstatement spricht von einem „Klima des Mißtrauens, strafenden Praktiken und herabwürdigenden Führungsmethoden“, die das Arbeitsumfeld seit mehreren Jahren prägten. Diese Kritik deutet darauf hin, daß es sich nicht nur um einen reinen Lohnkonflikt handelt, sondern um einen tiefer liegenden Disput über die Arbeitsbedingungen und die Anerkennung der anspruchsvollen Tätigkeit. Die Kontrolle des Flugverkehrs erfordert ein Höchstmaß an Präzision, Konzentration und ständige Einsatzbereitschaft, was die Fluglotsen als extrem stressigen und verantwortungsvollen Beruf beschreiben.

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Embraer liefert 2.000sten Geschäftsreisejet aus

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer hat seinen 2.000sten Geschäftsreisejet ausgeliefert. Die Auslieferung, die als Meilenstein für das Unternehmen gilt, erfolgte mit der Übergabe eines Praetor 500-Flugzeugs an einen Firmenkunden im US-Bundesstaat Florida. Embraer stieg im Jahr 2002 in den Markt für Geschäftsreiseflugzeuge ein. Innerhalb von zwei Jahrzehnten habe sich das Unternehmen eine führende Position in diesem Segment erarbeitet. Nach eigenen Angaben ist Embraer mittlerweile für fast ein Drittel aller weltweiten Auslieferungen bei kleinen und mittelgroßen Jets verantwortlich. Der Praetor 500 ist ein Modell aus der Mittelklasse der Geschäftsreiseflugzeuge. Die Auslieferung unterstreiche das Wachstum und die Entwicklung von Embraer im Bereich der Geschäftsfliegerei. Die Geschäftsreiseflugzeugsparte gilt als ein wichtiger Pfeiler des Unternehmens. Die Flugzeuge werden weltweit von Kunden für privates und geschäftliches Reisen genutzt.

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Tourismusexperte empfiehlt „Design Thinking“ für den Alpentourismus

Der Tourismus- und Markenentwickler Gerhard Gstettner kritisiert die Vorgehensweise bei der Entwicklung von Tourismusprodukten im Alpenraum. Er sieht einen Denkfehler darin, daß Angebote oft an den Bedürfnissen der Gäste vorbei entwickelt werden, ohne zuvor den direkten Austausch zu suchen. Gstettner bemängelt, daß Ideen meist im Team entstünden und ohne Feedback der Gäste realisiert würden. Dabei würden oft Produkte geschaffen, die nicht den Anforderungen entsprächen. Er verweist auf die Methode des „Design Thinking“, die in der Industrie längst zum Standard gehöre. Dieser strukturierte Prozeß beginne mit der Identifizierung eines Problems im Team. Anschließend finde ein offener Dialog mit den Gästen statt, um die tatsächlichen Bedürfnisse zu ermitteln. Basierend auf diesem Feedback werde ein Prototyp entwickelt, der getestet und angepaßt werde, bis er wirklich passe. Gstettner betont, daß diese Herangehensweise Fehlentwicklungen verhindern und am Ende Geld sparen könne. Gerade im alpinen Tourismus sei es entscheidend, Produkte gemeinsam mit den Gästen zu schaffen, um die Angebote zu verbessern.

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Litauen als Hub ohne Heimatflotte: Strategische Kooperation befeuert die Luftfahrtindustrie

Die Luftfahrtbranche gilt als eine der wichtigsten Säulen der Weltwirtschaft und trägt nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) mit 3,9 Prozent zum globalen Bruttoinlandsprodukt bei. Auf den ersten Blick scheinen Nationen ohne eine eigene staatliche Fluggesellschaft nur eine geringe Rolle in diesem komplexen Ökosystem zu spielen. Das baltische Land Litauen widerlegt dieses Narrativ jedoch eindrucksvoll. Mit einem Beitrag von 2,8 Prozent zum eigenen Bruttoinlandsprodukt hat sich Litauen zu einem bedeutenden Akteur in der Luftfahrt entwickelt, ohne auf das Prestigeprojekt einer nationalen Airline zu setzen. Der Erfolg beruht auf einer strategischen Fokussierung auf das breitere Luftfahrt-Ökosystem, das von der Pilotenausbildung und Flugzeugwartung bis hin zu modernen Navigationslösungen reicht. Die treibende Kraft hinter diesem bemerkenswerten Wachstum ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Regierung und Branchenverbänden wie der Lithuanian Aviation Association (LAVIA), die eine koordinierte Strategie vorantreiben und die Interessen des gesamten Sektors vertreten. Der ungewöhnliche Weg zum Erfolg: Eine Bilanz nach dem Verlust der Staatsfluglinie Die heutige Situation der litauischen Luftfahrt ist das Ergebnis einer bewußten strategischen Neuausrichtung. Der ungewöhnliche Weg Litauens begann nach dem Ende des staatlichen Flaggschiffs. Die staatliche Fluggesellschaft Lithuanian Airlines (später FlyLAL) geriet in finanzielle Schwierigkeiten und stellte im Jahre 2009 den Flugbetrieb ein. Dieser Schritt hinterließ im Land eine Lücke, die die Branche zwang, ihre Strategie grundlegend zu überdenken. Anstatt erneut auf das teure und oft politisch belastete Modell einer nationalen Fluggesellschaft zu setzen, entschied man sich, die Stärken des Landes in den weniger sichtbaren, aber ebenso wichtigen Bereichen der Luftfahrt zu fördern. Litauen entwickelte

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Boeing beantragt EU-Genehmigung für Übernahme von Spirit Aerosystems

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat bei der Europäischen Kommission die Genehmigung für die Übernahme seines früheren Zulieferers Spirit Aerosystems beantragt. Die EU-Kommission muß ihre Entscheidung bis zum 30. September treffen. Die britische Wettbewerbsbehörde hat dem Kauf bereits in diesem Monat zugestimmt. Die Akquisition gilt als ein Schlüsselprojekt für Boeing, um wieder volle Kontrolle über die Produktion der 737 MAX-Flugzeuge zu erlangen. Die Wiedervereinigung mit der 2005 ausgegliederten Tochtergesellschaft soll die Qualitätskontrolle und die Lieferkette verbessern. Die Nachfrage nach dieser Maßnahme stieg insbesondere nach mehreren technischen Zwischenfällen in jüngster Zeit. Parallel zur Übernahme durch Boeing wurde eine separate Vereinbarung mit Konkurrent Airbus getroffen. Airbus übernimmt die europäischen Geschäftsfelder von Spirit, welche die Flügel für die A220-Flugzeuge herstellen. Die Standorte in Belfast und Kilmarnock werden damit unter die Kontrolle von Airbus gestellt, um deren eigene Lieferkette zu sichern. Das Geschäftsvolumen der Übernahme durch Boeing wurde mit 4,7 Milliarden Dollar in Aktien beziffert. Die getrennten Akquisitionen sollen die Produktionsstrukturen der beiden größten Flugzeughersteller neu ordnen.

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