A380: Deutscher Lessor klagt Air France auf 34,9 Millionen Dollar

Abgestellter Airbus A380 (Foto: V1Images.com/Javier Rodríguez).
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A380: Deutscher Lessor klagt Air France auf 34,9 Millionen Dollar

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Im Zusammenhang mit dem Leasing einer Maschine des Typs Airbus A380-800 handelte sich Air France eine Klage des deutschen Leasingunternehmens DS-Rendite-Fonds NR. 136 Flugzeugfonds XI GmbH & Co. KG ein. Der Lessor mit Sitz in Dortmund klagt in London rund 34,9 Millionen U.S.-Dollar ein.

Der Schriftsatz wurde laut CH-Aviation.com bereits im Dezember 2020 eingebracht. Konkret geht es darum, dass Air France einen Airbus A380-800 nicht im vertraglich vereinbarten Zustand zurückgegeben hat. Auch soll die betroffene Maschine im August 2020 nicht übergeben worden sein, weshalb der Lessor eine Rechnung über elf Millionen U.S.-Dollar an Air France schickte. Diese wurde von der französischen Fluggesellschaft angefochten. Mittlerweile sind weitere 21,4 Millionen Dollar angefallen, die der in Dortmund ansässige Leasinggeber DS nun gerichtlich geltend macht.

Der Eigentümer des Airbus A380 erhebt weitere Vorwürfe: Air France habe es versäumt während des Leasingverhältnisses eine Reihe von Wartungsinspektionen der Teile durchzuführen, was die Lufttüchtigkeit des Flugzeugs und seinen Gesamtwert beeinträchtigte. Auch diesen Wertverlust will man kompensiert haben. Angesichts dessen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit kein neuer Leasingnehmer gefunden werden kann, wird es vermutlich die einzige Möglichkeit sein, um – abgesehen von der Zerlegung – noch Einnahmen generieren zu können.

Air France argumentiert, dass es keinen neuen Leasingnehmer gibt

Air France weist die Vorwürfe zurück und brachte vor Gericht vor, dass man keinesfalls in negativer Absicht gehandelt habe, doch aufgrund der allgemeinen Umstände war es erst möglich die Maschine im Dezember 2020 zu übergeben. Weiters wirft man dem Lessor Profitgier vor, da es ohnehin keinen neuen Leasinggeber für das Flugzeug gibt.

Der Gerichtsstandort London ergibt sich aus dem Umstand, dass im Vertrag festgehalten wurde, dass bei Streitigkeiten das sachlich zuständige Gericht in London als vereinbart gilt. In der Luftfahrt wird häufig britisches Recht gewählt. Eine erste Anhörung fand am 19. Feber 2021 vor den High Court statt, doch eine Entscheidung steht noch aus.

Laut CH-Aviation.com besitzt DS Aviation über insgesamt neun Flugzeuge, wovon vier Airbus A380-800 an Air France verlast sind. Allesamt sind seit längerer Zeit abgestellt, da sich der französische Carrier aus dem Betrieb der Superjumbos zurückziehen wird. Um welche der vier Maschinen genau gestritten wird, ist nicht näher bekannt. Aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzung wollten sich beide Seiten nicht zu den gegenseitigen Vorwürfen äußern.

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