AUA: A320 ab Graz und Linz “recht unwahrscheinlich”

DHC Dash 8-400 von Austrian Airlines am Flughafen Wien-Schwechat (Foto: Robert Spohr).
DHC Dash 8-400 von Austrian Airlines am Flughafen Wien-Schwechat (Foto: Robert Spohr).

AUA: A320 ab Graz und Linz “recht unwahrscheinlich”

DHC Dash 8-400 von Austrian Airlines am Flughafen Wien-Schwechat (Foto: Robert Spohr).
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Derzeit tüftelt Austrian Airlines intensiv am Sommerflugplan 2021. Auf den dezentralen Deutschland-Strecken ab Linz und Graz werden sich Änderungen ergeben. Allerdings ist der Einsatz von Maschinen des Typs Airbus A320 laut einem Firmensprecher “unwahrscheinlich”.

Im Online-Reservierungssystem der Lufthansa-Tochter sind derzeit die Strecken Graz-Düsseldorf, Graz-Stuttgart und Linz-Düsseldorf mit Airbus A320 hinterlegt. Auch wurden diese “umgedreht”, also die Maschinen starten den Umlauf nicht mehr ab den Bundesländerflughäfen, sondern ab Düsseldorf bzw. Stuttgart. Ob das so bleibt, ist laut AUA noch völlig offen. Der Einsatz von Fluggerät ab Wien via Deutschland ist aufgrund der Betriebszeiten der beiden deutschen Airports äußerst unwahrscheinlich.

Ein AUA-Sprecher sagte dazu: “Das Programm ist quasi ein Platzhalter. Wir arbeiten aktuell noch an unserem Sommerflugplan. Gegen Ende Jänner 2021 sollten wir diesbezüglich mehr wissen. A320 werden wir auf diesen Strecken aber recht wahrscheinlich nicht einsetzen.”

Vor einiger Zeit wurde seitens Austrian Airlines angekündigt, dass die dezentralen Deutschland-Strecken an die Konzernschwester Eurowings übergeben werden sollen. Damals galt es als wahrscheinlich, dass DHC Dash 8-400 der Luftfahrtgesellschaft Walter im Wetlease zum Einsatz kommen werden. Dieser Maschinentyp war sowohl in Düsseldorf als auch in Stuttgart für den Kranich-Billigableger stationiert. Die Betonung liegt auf war, denn Eurowings kündigte die Zusammenarbeit mit LGW auf und die Zeitfracht-Tochter musste Insolvenz anmelden und befindet sich in Abwicklung. Es wurde seitens Austrian Airlines nie ausgeschlossen, dass auf den dezentralen Routen, aber auch innerhalb Österreichs, Wetlease-Flugzeuge angemietet werden könnten.

Die Übergabe der kommerziellen Verantwortung auf den dezentralen Deutschland-Strecken wurde beispielsweise in Innsbruck und Salzburg bereits an Lufthansa übergeben. In Graz und Linz wurde der Plan diese an Eurowings zu übergeben bis dato nicht umgesetzt. Ob es nun im Sommerflugplan 2021 soweit ist, beantwortete der Sprecher von Austrian Airlines nicht. Er ging auf die Frage, ob die drei Strecken an die Konzernschwester “ausgelagert” werden nicht ein.

Die weitere Entwicklung auf den drei Routen ist auch aus einem anderen Aspekt her spannend: Austrian Airlines betonte wiederholt, dass man am Zeitplan für die Ausflottung des Maschinentyps DHC Dash 8-400 festhalten wird. Dies hat zur Folge, dass die Turbopropfugzeuge – sofern keine Änderungen erfolgen – im Sommerflugplan 2021 nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Derzeit ist die Dash allerdings aufgrund der äußerst schwachen Nachfrage das Rückgrat der AUA-Flotte. 

Ab Linz und Graz ist auf den Strecken nach Düsseldorf bzw. Stuttgart das Passagieraufkommen eher überschaubar, da die Routen überwiegend von Geschäftsreisenden genutzt werden. Aufgrund des hohen Preisniveaus gelten diese aber als so genannte “High Yield Strecken” und damit als besonders wertvoll. Der Einsatz eines anderen Fluggeräts, das von Austrian Airlines oder Eurowings betrieben wird, hätte unweigerlich eine deutliche Kapazitätssteigerung zur Folge. Ob diese profitabel abgesetzt werden kann, ist fraglich, denn durch das “Umdrehen” würde man die Routen für Geschäftsreisende weniger attraktiv machen und obendrein rechnen Experten damit, dass auch nach der Corona-Pandemie weniger persönliche Business-Termine stattfinden werden. Vieles soll man künftig telefonisch, per Mail oder mittels Videokonferenzen erledigen und nur noch besonders wichtige Termine persönlich wahrnehmen. Tritt diese Prognose ein, so werden nahezu alle Fluggesellschaften deutlich weniger Geschäftsreisende an Bord haben.

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Redakteur dieses Artikels:

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

jan.gruber@aviation.direct

Über den Redakteur

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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