
Konflikt um Flughafengebühren in Spanien: ACI Europe weist IATA-Forderungen zurück
Der europäische Flughafenverband ACI Europe hat sich in einem offiziellen Statement entschieden gegen die Forderungen des internationalen Luftfahrtverbandes IATA gestellt, die Flughafengebühren des spanischen Betreibers Aena drastisch zu senken. Die IATA hatte gefordert, die Gebühren im Zeitraum von 2027 bis 2031 um 22 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig verlangt der Verband der Fluggesellschaften, dass Aena an ihrem massiven Investitionsprogramm in Höhe von 13 Milliarden Euro festhält. ACI Europe bezeichnete diese Forderungen als wirtschaftlich realitätsfern und wies darauf hin, dass die Entgelte für die Nutzung der spanischen Flughäfen in den letzten zehn Jahren real bereits um 36 Prozent gesunken seien. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der geplante Ausbau der spanischen Luftverkehrsinfrastruktur. Aena plant eine jährliche Preisanpassung von durchschnittlich 3,8 Prozent, was etwa 43 Cent pro Passagier entspricht. Laut ACI Europe ist dieser Anstieg notwendig, um den Inflationsdruck und die gestiegenen Kapitalkosten für die Modernisierung des Flughafennetzes zu decken. Der Verband warnt zudem davor, dass eine Gebührensenkung bei gleichbleibenden Investitionsverpflichtungen die finanzielle Stabilität des Betreibers gefährden würde. Während die IATA auf ein jährliches Passagierwachstum von 3,6 Prozent hofft, kalkuliert Aena vorsichtiger mit 1,3 Prozent, da Kapazitätsengpässe und Lieferkettenprobleme bei Flugzeugherstellern das tatsächliche Wachstum drosseln könnten. Ein weiterer Streitpunkt ist die Preisgestaltung der Fluggesellschaften gegenüber den Endkunden. ACI Europe legte Daten vor, wonach die Flugpreise in Spanien seit 2019 um 40 Prozent gestiegen sind, obwohl die Flughafengebühren im selben Zeitraum sanken. Dies belege, dass Einsparungen bei den Flughafentaxen nicht an die Passagiere weitergegeben, sondern zur Steigerung der Gewinnmargen der Fluggesellschaften genutzt würden. Olivier Jankovec,








