
Alex Kristan und die humoristische Vermessung der Lebensmitte
Der österreichische Kabarettist und Parodist Alex Kristan hat mit seinem aktuellen Soloprogramm 50 Shades of Schmäh eine thematische Punktlandung vollzogen. Nachdem er über Jahre hinweg vor allem durch seine Parodien bekannter Sportgrößen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Bekanntheit erlangte, rückt in diesem Programm das eigene Älterwerden in das Zentrum der Betrachtung. Alex Kristan wurde insbesondere dafür bekannt, dass er ein besonderes Talent für das Parodieren von Stimmen bekannter Persönlichkeiten hat. Paraderollen waren unter anderem Parodien von Niki Lauda, Heinz Prüller, Toni Polster und Hans Krankl. Diese fließen – wie selbstverständlich – auch in das aktuelle „50 Shades of Schmäh“-Programm ein, jedoch nur eher am Rande, denn der Kabarettist befasst sich auch mit aktuellen Themen, die die Gesellschaft bewegen oder aber durchaus kontrovers diskutiert werden. Beispielsweise nimmt Kristan die Nutzung von Social-Media-Netzwerken oder aber alltägliche Konflikte zwischen Eltern und deren jugendlichem Nachwuchs humorvoll auf die Schaufel. Der Künstler nutzt die Zäsur seines 50. Geburtstages, um eine Bilanz zu ziehen, die irgendwo zwischen biologischer Realität und mentalem Widerstand angesiedelt ist. Dabei gelingt es ihm, die klassische Midlife-Crisis zu entmystifizieren und sie stattdessen als Ausgangspunkt für eine neue Form der Gelassenheit zu definieren. Die Metamorphose vom Junior zum Best Ager Der Übergang in das sechste Lebensjahrzehnt wird im gesellschaftlichen Diskurs oft mit gemischten Gefühlen betrachtet. Kristan greift diese Ambivalenz auf, indem er den Begriff des Best Agers kritisch und humoristisch hinterfragt. Er thematisiert die Diskrepanz zwischen dem inneren Selbstbild und der äußeren Wahrnehmung. Während der Geist sich noch in den dreißiger Jahren wähnt,








