
Lufthansa Group zwischen Expansionskurs und Krisenvorsorge im Geschäftsjahr 2026
Die deutsche Luftfahrtindustrie steht im Frühjahr 2026 vor einer beispiellosen Zäsur. Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen am Persischen Golf sieht sich die Lufthansa Group mit einer paradoxen Marktsituation konfrontiert, die sowohl massive Wachstumschancen als auch existenzbedrohende Kostenrisiken birgt. Während der Konzern mit einer Erweiterung seines Sommerflugplans um rund 1.600 zusätzliche Flüge auf eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Direktverbindungen reagiert, bereitet die Konzernleitung im Frankfurter Aviation Center gleichzeitig tiefgreifende Sparmaßnahmen vor. Hintergrund dieser zweigleisigen Strategie sind explodierende Kerosinkosten, die trotz umfangreicher Absicherungsgeschäfte Milliardenbelastungen verursachen könnten. Konzernchef Carsten Spohr warnte intern bereits vor einer mittelfristigen Dämpfung der weltweiten Reisenachfrage. Das Unternehmen agiert somit in einem Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Sonderkonjunktur durch die Meidung von Golf-Drehkreuzen und der Vorbereitung auf die Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen, um die operative Marge in einem volatilen Umfeld zu sichern. Verlagerung der globalen Passagierströme und Ausbau der Drehkreuze Der bewaffnete Konflikt in der Golfregion hat die Statik des internationalen Luftverkehrs innerhalb weniger Wochen verschoben. Passagiere, die bisher die großen Drehkreuze in Dubai, Doha oder Abu Dhabi für Umsteigeverbindungen nach Asien und Afrika nutzten, weichen verstärkt auf europäische Hubs aus. Diese Verlagerung führt zu einer unerwarteten Vollauslastung der Maschinen auf den angestammten Lufthansa-Routen. Um diesen Bedarf zu decken, hat der Konzern bereits für die Monate März und April kurzfristig 60 Sonderflüge in das System aufgenommen. Für die kommende Sommersaison plant die Lufthansa-Gruppe eine großangelegte Kapazitätsoffensive. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem indischen Markt. Von Frankfurt aus werden die Frequenzen nach Chennai, Delhi und Hyderabad erhöht, während München eine zusätzliche








