
Unkonventionelle Lösung bei Überbuchung: Passagiere auf Jumpseats im Cockpit von Transavia-Maschine befördert
Ein außergewöhnlicher Vorfall auf einem Flug der niederländischen Fluggesellschaft Transavia hat eine intensive Debatte über die Sicherheitsstandards und die Auslegung von Luftfahrtrichtlinien in Europa entfacht. Am 21. Februar 2026 wurden auf dem Flug HV6134 von Hurghada nach Amsterdam zwei Passagiere – eine Frau und ein junges Mädchen – für die gesamte Dauer der Reise im Cockpit untergebracht. Grund für diese unübliche Maßnahme war eine Überbuchung der eingesetzten Maschine vom Typ Airbus A321neo mit der Registrierung PH-YHC. Anstatt den betroffenen Fluggästen die Beförderung zu verweigern und entsprechende Entschädigungszahlungen gemäß den EU-Fluggastrechten zu leisten, entschied sich die Besatzung offenbar dazu, die freien Klappsitze im Cockpit, die sogenannten Jumpseats, für betriebsfremde Personen zu nutzen. Während die Fluggesellschaft von einer pragmatischen Lösung spricht, kritisieren Luftfahrtexperten und die zuständige Aufsichtsbehörde Inspectie Leefomgeving en Transport das Vorgehen als höchst bedenklich. Der Vorfall wirft grundlegende Fragen zur strikten Trennung zwischen Flugdeck und Kabine auf, die seit den Sicherheitsverschärfungen nach dem 11. September 2001 als unumstößlicher Standard der zivilen Luftfahrt gilt. Hintergrund des Vorfalls und operative Entscheidungen Der Flug von Hurghada am Roten Meer nach Amsterdam-Schiphol gehört zu den stark frequentierten Urlaubsstrecken im Netz von Transavia. Am besagten Tag stellten die Bodenmitarbeiter fest, dass mehr Passagiere am Gate erschienen waren, als Sitzplätze in der regulären Kabine zur Verfügung standen. In solchen Fällen sieht das Standardprotokoll vor, Freiwillige zu suchen, die gegen eine Entschädigung auf einen späteren Flug ausweichen, oder Passagieren die Beförderung unfreiwillig zu verweigern. Berichten von Mitreisenden zufolge wählte der Kapitän der Maschine jedoch einen anderen Weg.








