
Expansion in Bratislava und anhaltende Kritik am Luftverkehrsstandort Österreich
Der irische Luftfahrtkonzern Ryanair forciert seine Präsenz am Flughafen Bratislava und plant für die Wintersaison 2026 die Stationierung eines vierten Flugzeugs. Wie das Unternehmen bekannt gab, ist dieser Schritt eine direkte Reaktion auf die aktuellen politischen Rahmenbedingungen in der Slowakei. Durch den Verzicht auf eine Luftverkehrssteuer sowie eine wachstumsorientierte Gebührenpolitik am dortigen Standort sieht die Fluggesellschaft ideale Voraussetzungen für eine Kapazitätsausweitung. Ryanair prognostiziert infolge dieser Investitionen ein jährliches Passagieraufkommen von rund 2,5 Millionen Reisenden am slowakischen Hauptstadtflughafen. Besonders die Entwicklung im Frühjahr 2026 unterstreicht den Aufwärtstrend: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Airline im April einen Zuwachs des Passagieraufkommens von 170 Prozent. Im deutlichen Gegensatz dazu steht die Bewertung des Standorts Österreich durch das Management der Billigairline. Ryanair kritisiert erneut die steuerliche Belastung und die hohen operativen Kosten auf dem österreichischen Markt. Im Fokus der Kritik steht dabei insbesondere die Beibehaltung der Luftverkehrsabgabe in Höhe von 12 Euro pro Passagier. Während Wettbewerber und Branchenverbände in anderen europäischen Ländern erfolgreich auf Senkungen der Standortkosten hingewirkt haben, sieht Ryanair in Österreich einen Wettbewerbsnachteil. Neben der Ticketsteuer bemängelt das Unternehmen die im europäischen Vergleich als überhöht wahrgenommenen Gebühren für die Flugsicherung sowie die hohen Entgelte des Flughafens Wien. Diese gegensätzliche Entwicklung in der Region führt zu einer strategischen Verlagerung von Kapazitäten. Bratislava dient zunehmend als kostengünstige Alternative für preisbewusste Reisende aus dem Grossraum Wien und den angrenzenden Grenzregionen. Experten beobachten, dass die slowakische Regierung durch ihre liberale Luftverkehrspolitik gezielt versucht, Marktanteile vom Hub in Wien-Schwechat abzuwerben. Ryanair nutzt diese Divergenz in der Steuerpolitik








