
Etihad: Aus der Traum von der „weltumspannenden Airline“
Mit Hilfe einer von Swissair kopierten Hunter-Strategie wollte Etihad Airways eine weltumspannende Airline-Gruppe schaffen. Genau wie bei den Schweizern ging das Konzept sich bei kriselnden Airlines einzukaufen nicht auf. Nach vielen verbrannten Milliarden U.S.-Dollar will sich der Golfcarrier nun massiv verkleinern. Die Parallelen zur gescheiterten Hunter-Strategie der ehemaligen Swissair sind deutlich: Beide Airlines kauften sich im großen Stil bei Fluggesellschaften ein, die finanziell am Abgrund standen. Geschaffen wurde jeweils ein Vielfliegerprogramm und die Carrier sollten an der “kurzen Leine” gehalten werden. In beiden Fällen ging das Konzept aber nicht auf, denn der Kapitalbedarf der kriselnden Beteiligungen war jeweils ein Faß ohne Boden. Swissair brachte sich damit in den Konkurs und viele Airlines, bei denen man sich eingekauft hatte, existieren heute nicht. Etihad Airways drehte den “Töchtern” den Geldhahn ab und diese gingen reihenweise pleite. Übrig geblieben sind nur noch Air Serbia und Air Seychelles, wobei beide bereits vor der Corona-Pandemie stark angeschlagen waren. Die Serben können allerdings froh sein, dass der Mehrheitseigentümer – der Staat – sich klar zum Carrier bekennt und diesen in der Luft halten kann. Alitalia wurde vom italienischen Staat vor dem Grounding bewahrt und soll mal wieder neu aufgesetzt werden. Etihad Airways vernichtete mit der gescheiterten Strategie viele Milliarden U.S.-Dollar und hatte auch im eigenen Flugbetrieb wenig davon. Dieser war von Anfang an defizitär und die Hoffnung, dass über die Beteiligungen mehr Reisende in Abu Dhabi umsteigen werden, erfüllte sich nicht. Dennoch baute man die Flotte massiv aus und flottete auch den Maschinentyp Airbus A380 ein.








