
Teures Kerosin: Michael O’Leary rechnet mit Airline-Pleiten
Die europäische Luftfahrtbranche sieht sich im Frühjahr 2026 mit einer komplexen Gemengelage aus geopolitischen Spannungen, schwankenden Rohstoffpreisen und einem verschärften Wettbewerb konfrontiert. Michael O’Leary, der langjährige Chef des irischen Branchenprimus Ryanair, hat auf einer jüngst abgehaltenen Investorenkonferenz in Oslo eine deutliche Warnung ausgesprochen: Sollten die Preise für Flugbenzin über den Sommer hinweg auf einem Niveau von 150 US-Dollar pro Barrel verharren, drohe einer Reihe von europäischen Konkurrenten die Zahlungsunfähigkeit. Während O’Leary diese Prognose mit der wirtschaftlichen Realität begründet, dient sie zugleich der Untermauerung der eigenen Marktstärke. Ryanair verweist dabei auf eine Absicherung (Hedging) von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs, was das Unternehmen im Vergleich zu Mitbewerbern wie Wizz Air oder easyJet widerstandsfähiger machen soll. Doch hinter den markigen Worten verbirgt sich eine Branche, die trotz Rekordgewinnen bei den Marktführern mit strukturellen Problemen wie Lieferverzögerungen bei Flugzeugherstellern und steigenden Standortkosten zu kämpfen hat. Die Mechanik der Kraftstoffpreise und der Marktdruck Kerosinkosten stellen traditionell den größten variablen Ausgabenposten einer Fluggesellschaft dar. In einem Marktumfeld, das durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten geprägt ist, reagieren die Preise für Jet-A-Treibstoff höchst sensibel auf geopolitische Nachrichten. Für Billigfluggesellschaften, deren Geschäftsmodell auf extrem niedrigen Betriebskosten basiert, kann ein unvorhergesehener Preissprung die ohnehin geringen Margen schnell zunichtemachen. O’Learys Hinweis auf die prekäre Lage der Konkurrenz ist nicht unbegründet: Erst am 2. Mai 2026 musste die US-amerikanische Spirit Airlines ihren Betrieb einstellen, nachdem steigende Kosten eine ohnehin fragile Bilanz endgültig zerrüttet hatten. In Europa zeigen sich bereits Risse in der Profitabilität einiger Akteure. Wizz Air meldete für das








