Zum Jahresende wird der Touristikkonzern Tui seine langjährige Mitgliedschaft im Deutschen Reiseverband (DRV) beenden. Diese Entscheidung, die sowohl in der Branche als auch in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgt, wird von Tui mit Kritik an der Arbeit des Verbandes begründet. In einem offiziellen Statement äußerte der Konzern, dass der Austritt trotz der langjährigen Mitgliedschaft notwendig sei, um sich besser auf die internationalen Herausforderungen und den Outgoing-Tourismus zu fokussieren. Der DRV bedauert den Austritt von Tui und hebt die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit hervor. Tui hingegen sieht in der gegenwärtigen Ausrichtung des Verbandes Schwächen, die im internationalen Vergleich zu Wettbewerbsnachteilen führen. Insbesondere die umfassenden Regulierungen und finanziellen Belastungen, denen deutsche Reiseveranstalter und Reisebüros unterliegen, werden kritisiert. Diese Regulierungen, wie die Absicherung der Kundengelder durch den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF), seien für internationale Wettbewerber nicht verpflichtend und verschafften diesen somit Vorteile. Tui betont, dass die aktuelle Wettbewerbslandschaft und jüngste Ereignisse, wie die Insolvenz des Reiseveranstalters FTI, die ungleiche Belastung der Unternehmen und die unterschiedliche Absicherung der Kunden deutlich gemacht haben. Während deutsche Veranstalter strikten nationalen und EU-Regulierungen unterliegen, genießen viele internationale Konkurrenten weniger strenge Auflagen, was ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Sebastian Ebel, CEO von Tui, äußerte auf der Jahrestagung des Verbandes unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) deutliche Kritik an der Arbeit des DRV und lobte die Arbeit von Marija Linnhoff, Vorsitzende des VUSR. Ebel hob hervor, dass Linnhoff Aufgaben übernehme, die eigentlich dem DRV obliegen sollten. Diese Äußerungen verdeutlichen die wachsende Unzufriedenheit von Tui mit dem DRV. Der Austritt von Tui aus dem DRV könnte