Einreisebestimmungen: Das braucht man für Armenien

Eriwan bei Nacht (Foto: Unsplash/Levon Vardanyan).
Eriwan bei Nacht (Foto: Unsplash/Levon Vardanyan).

Einreisebestimmungen: Das braucht man für Armenien

Eriwan bei Nacht (Foto: Unsplash/Levon Vardanyan).
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Immer mehr Fluggesellschaften entdecken Eriwan, die Hauptstadt Armeniens, für sich. Beispielweise hat Eurowings erst kürzlich eine Nonstopverbindung aufgenommen. Die Nachfrage ist schon allein deshalb hoch, weil viele Armenier zum Beispiel in der D-A-CH-Region arbeiten.

In Zusammenarbeit mit Air Arabia will die Regierung Armeniens unter dem Namen Fly Arna einen neuen Billigflieger in die Luft bringen. Zu möglichen Zielen ist noch nicht viel bekannt, denn bezüglich etwaiger EU-Flüge hat man ein kleines Problem. Die Europäische Union führt die Luftfahrtbehörde Armeniens schon lange auf der „schwarzen Liste“. Das bedeutet konkret, dass armenische Carrier auf Wetlease-Dienstleistungen zurückgreifen müssen oder aber Einzel-Sondergenehmigungen einholen müssen.

Für EU-Carrier gelten solche Auflagen nicht und diese bauen den Verkehr in Richtung Eriwan zunehmend aus. Ab Wien gibt es beispielsweise mit Austrian Airlines und Wizz Air zwei Anbieter, die diese Route bedienen. Touristisch ist die Hauptstadt Armeniens aufgrund zahlreicher Sehenswürdigkeiten enorm interessant, jedoch im EU-Raum wird die spektakuläre Stadt noch stark unterschätzt. Ganz anders in Russland, denn der Großteil des Flugverkehrs in Eriwan kommt aus der Russischen Föderation.

Einreisebestimmungen einfach erfüllbar

In Zeiten von Corona gilt es auch bei Reisen nach Armenien einiges zu beachten. Der Reisepass alleine ist nicht mehr ausreichend, denn es müssen zusätzliche Dokumente vorgelegt werden. Im Regelfall benötigen EU-Bürger für die Einreise nach Armenien kein Visum. Der insbesondere in Deutschland stark verbreitete Personalausweis ist aber nicht ausreichend, denn es gibt je einen Ein- und Ausreisestempel in den Reisepass.

Derzeit ist die Einreise nach Armenien für „Ausländer“ zu touristischen Zwecken vergleichsweise einfach. Benötigt werden wahlweise:

  • negativer PCR-Test, maximal 48 Stunden alt oder
  • Nachweis über die völlständige Impfung gegen Covid-19 (z.B. EU-Impfzertifikate)

Einwohner und Staatsbürger Armeniens können auch ohne die oben genannten Unterlagen einreisen, müssen sich jedoch einem kostenpflichtigen PCR-Test unterziehen und bis zum Vorliegen des Befunds eine Quarantäne antreten. Dies ist für Touristen nicht gerade empfehlenswert. Theoretisch kann man kostenpflichtig den Test am Flughafen Eriwan absolvieren, aber es wird seitens der Behörden ausdrücklich empfohlen, dass man einen negativen Befund selbst mitbringen soll. Alternativ kann der Impfnachweis vorgewiesen werden. Genesene bekommen derzeit leider (noch) keine Erleichterungen.

Zu beachten gilt es, dass die Grenzpolizei sowie die Gesundheitsbehörde Armeniens darauf bestehen, dass die „Corona-Unterlagen“ wahlweise in den Sprachen Englisch, Russisch oder Armenisch abgefasst sein müssen. Wenn man beispielsweise den PCR-Befund nur auf Deutsch hat, muss man diesen vor dem Abflug ersetzen lassen. Tipp: Bei den kostenlosen „Alles gurgelt“-PCR-Tests in Wien bekommt man den Befund bzw. das EU-Zertifikat auf Deutsch und Englisch. Dieser wird von den armenischen Behörden akzeptiert.

Mehr Zeit einplanen und Wartezeiten berücksichtigen

Es wird ausdrücklich empfohlen, dass für die Ein- und Ausreise mindestens eine Stunde einkalkuliert werden sollte. Das hängt damit zusammen, dass die Grenzbehörden eher langsam vorangehen, was jedoch nicht an den Beamten liegt, denn der eigentliche Kontrollvorgang dauert maximal eine Minute. Es sind eher die Reisenden selbst, die sich gegenseitig im Weg stehen und uneinig darüber sind wer als erster da war. Das kostet viel Zeit, denn hinter solchen Streithähnen müssen dann alle anderen warten bis das Personal eingreift. Sehr positiv anzumerken ist, dass Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit Behinderung sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise durch das Flughafen-Sicherheitspersonal vorgereiht werden.

Bei der Einreise nach Armenien wird doppelt kontrolliert. Das bedeutet, dass die echte Einreisekontrolle durch die Polizei mit einem Stempel im Pass endet. Der Beamte sichtet auch die „Coronaunterlagen“. Nach dem üblichen „Umweg“ durch den Duty-Free-Shop werden Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde nochmals einen Blick auf die Covid-Dokumente. Dies geht jedoch dann sehr schnell. Man wirft einen Blick auf die Unterlagen, gleicht den Namen darauf mit jenem im Reisepass ab und wünscht einen schönen Tag. Welcher Sinn hinter dieser „Doppelkontrolle“ steckt, ist nicht so ganz schlüssig.

Bitte vor der Abreise nochmals informieren

Abschließend gilt es redaktionell darauf aufmerksam zu machen, dass bei allen ausführlichen Berichten über Einreisebestimmungen – insbesondere bei jenen mit Video – Mitarbeiter von Aviation Direct diese persönlich „ausprobiert“ haben und etwaige offene Fragen mit der Grenzpolizei oder der jeweiligen zuständigen Behörde abgeklärt haben. Es gilt dennoch darauf zu verweisen, dass sich die Bestimmungen sehr häufig ändern können. Unabhängig vom Zielland sollte man sich daher kurz vor der Abreise nochmals auf den offiziellen Homepages der Regierung der Destination informieren.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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