Eurowings will Ticketpreise um “mindestens zehn Prozent” erhöhen

Eurowings-Heckflosse (Foto: Jan Gruber).
Eurowings-Heckflosse (Foto: Jan Gruber).

Eurowings will Ticketpreise um “mindestens zehn Prozent” erhöhen

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Die Fluggesellschaft Eurowings will die Ticketpreise um „mindestens zehn Prozent“ anheben. Diese Ankündigung wird von Geschäftsführer Jens Bischof damit begründet, dass die Treibstoffpreise stark gestiegen sind und man bereits jetzt Mehrkosten von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr hatte.

Im Gespräch mit der Rheinischen Post erklärt der Manager, dass der Schritt unausweichlich ist und vertritt die Ansicht: „Fliegen wird teurer und muss auch teurer werden – da reicht ein Blick auf die Rekordstände des Ölpreises jenseits der 100-Dollar-Marke. Entsprechend werden wir unsere Tarife, die bereits etwa zehn Prozent teurer sind als 2019, um mindestens weitere zehn Prozent nach oben anpassen müssen. Anders sind die Belastungen des Ölpreis-Schocks nicht zu schultern“.

Auf vielen Strecken sind die durchschnittlichen Ticketpreise, die von den Passagieren bezahlt werden, wesentlich stärker angezogen worden als von Bischof beschrieben. Eurowings hat vor einiger Zeit das „Ryanair/Wizz-Air-Handgepäcksystem“ kopiert und verlangt beispielsweise zwischen Wien und Stuttgart für die Mitnahme eines normalen Handgepäckstücks („Trolley“) etwa 18 Euro pro Richtung extra. Unter Berücksichtigung, dass vor der Umstellung dies noch inkludiert war, jedoch die Ticketpreise im Basic-Tarif nicht um die neue „Extraleistung“, so man diese nicht benötigt, gesenkt wurden, fällt die tatsächliche Preiserhöhung deutlich höher aus. Die reinen Flugpreise hat man zwar auch erhöht, jedoch das wahre Ausmaß bislang in neuen „optionalen Leistungen“, die jedoch gleichzeitig „Bestseller“ sind, „versteckt“.

Auch zeigt sich, dass die bislang vollzogenen Preissteigerungen auf Strecken, auf denen man allenfalls eine Konzernschwester wie Austrian Airlines als Konkurrenten hat, wesentlich stärker ausgefallen sind, als auf Routen, wo man sich mit Billigfliegern wie Ryanair konkurriert. Zwei konkrete Beispiele hierzu: Zwischen Wien und Stuttgart hat sich die Ryanair Group mit dem Beginn der Corona-Pandemie trotz zunächst anderslautender Beteuerungen dauerhaft zurückgezogen. Die Preise wurden von Austrian Airlines und Eurowings schrittweise deutlich erhöht. Auf Wien-Köln, wo man weiterhin den irischen Lowcoster als Konkurrenten hat, sind die durchschnittlichen Preise – abgesehen davon, dass Eurowings im Basic-Tarif für Trolleys extra zur Kasse bittet – nicht nennenswert gestiegen und punktuell sogar gesunken.

Dieses Verhalten ist aber durchaus branchenüblich und wird von den meisten Fluggesellschaften praktiziert. Wo es Wettbewerb gibt, kann man tendenziell mehr preiswerte Tickets ergattern und wo ein Monopol herrscht, muss man tiefer in die Tasche greifen. Dass sich zwei Carrier, die den gleichen Eigentümer haben, gegenseitig nicht wehtun, liegt auf der Hand.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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