Green Airlines will mit “Chailair”-Beech 1900D starten

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).
Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).

Green Airlines will mit “Chailair”-Beech 1900D starten

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).
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Das deutsche Startup Green Airlines teilte am Donnerstag mit, dass „Chailair Aviation“ (sic!) die angekündigten Flüge zwischen Karlsruhe/Baden-Baden und Berlin-Brandenburg übernehmen wird. Beachtlich dabei ist, dass der Name der französischen Airline Chalair Aviation falsch geschrieben wurde und das gleich mehrfach.

Würde dieser Schreibfehler nur ein einziges Mal in der Medienmitteilung vorkommen, so wäre klar, dass es sich um einen simplen Tippfehler handelt. Da jedoch sowohl in der Betreffszeile und in der Überschrift sowie im Fließtext wiederholt „Chailair“ statt „Chalair“ geschrieben wird, entsteht doch ein wenig der Eindruck, dass man den korrekten Namen des Vertragspartners nicht kennt.

Air Alsie erteilte dem Projekt aus nicht näher bezeichneten Gründen eine Abfuhr. Kurz darauf entfernte Green Airlines sämtliche Fotos und Logos, die auf den dänischen Carrier hindeuten, von der Homepage. Statt der angekündigten ATR 72-500 sind nun 19-sitzige Beech 1900D im Reservierungssystem von Green Airlines ersichtlich. Am Donnerstagnachmittag war auf dem Erstflug nur ein einziger Sitzplatz als blockiert gekennzeichnet.

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gab am Donnerstag eine Medienmitteilung zum bevorstehenden Winterflugplan 2020/21 heraus. Green Airlines erwähnte der FKB überhaupt nicht. Auch auf der Homepage und im Flugplan des Airports findet sich kein einziger Hinweis auf das geplante Angebot. Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden erklärte erst kürzlich, dass die Flüge noch gar nicht angemeldet wurden.

8 Comments

  • Berti , 24. Oktober 2020 @ 18:49

    “Air Alsie erteilte dem Projekt aus nicht näher bezeichneten Gründen eine Abfuhr”. Was für ein Blödsinn. Green Airlines beendete die Zusammenarbeit, da Air Alsie kein kleineres Fluggerät stellen konnte. Der Artikel ist einseitige und nicht recherchierte Stimmungsmache.

    • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 08:13

      Ihre Aussage stimmt nicht mit der Stellungnahme von Air Alsie überein.

      • Bertie , 25. Oktober 2020 @ 15:06

        Das stimmt nicht. Air Alsie bestätigt lediglich, dass sie die Route nicht fliegen werden. Ein Statement zu den Hintergründen gab es nicht

        • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 18:46

          Haben Sie etwa Zugriff auf die Telefone und E-Mail-Accounts unserer Mitarbeiter oder wie kommen Sie zu der Behauptung? Air Alsie hat uns sehr unmissverständlich erklärt, dass die Absage von Air Alsie ausging und zu keinem Zeitpunkt ein Vertrag unterschrieben wurde. Weiters sagte das dänische Unternehmen, dass Green Airlines zur Entfernung sämtlicher Fotos, Logos und sonstiger Hinweise auf Air Alsie aufgefordert wurde.
          Es ist sehr spannend, dass die Darstellungen der Flughäfen und von Air Alsie so stark von jenen der Green Airlines abweichen. Das kommt in der Branche nicht oft vor.

  • Altmetallflieger , 25. Oktober 2020 @ 09:48

    Die Flughäfen Berlin und Baden-Baden Wissen sehr wohl bescheid schreibt auch AT.
    Es stimmt auch,dass Air Alsie keine flexible Flotte zur Verfügung hat, die eine ATR die man jetzt mehr im AOC hat gehört Lübeck Air und wird von den Dänen betrieben,da Lübeck Air kein eigenes AOC hat.
    Mit Chalair hat man einen flexiblen Partner mit dem der Nachfrage, Anpassungsfähigeres Gerät zur Verfügung steht.
    Mit der Beech 1900D hat man den Vorteil,dass die Sitze in 1-1 angeordnet sind ,somit ein geblockter Nachbarsitz wegfällt, sollte so eine Regelung vorgeschrieben werden.
    Eine ATR42 mit 46 Sitzen würde dann nur mehr 23 Sitze zur Verfügung haben,bei mehr als doppeltem Gewicht kaum mehr Sitze als in der 1900D erlaubt sein zu besetzen.
    Da kann sich jeder selber ausrechnen wie viel man sich erspart pro Flug. Abgaben,Wartungs und Spritkosten ,alleine der Verbrauch der ATR je Blockstunde wäre mehr als zweieinhalb mal so hoch daher die richtige Entscheidung von Green Air,sich mit Chalair einen Flexiblen Partner zu suchen.

    • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 10:32

      Sehr geehrter Altmetallflieger,
      selbstverständlich stehen wir mit dem FKB und dem BER in Kontakt. In diesem Zusammenhang darf ich Sie höflichst auf einen Artikel verweisen, in dem explizit über eine sehr ausführliche Stellungnahme des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden berichtet haben.

      Am 22. Oktober 2020 hat der FKB eine Medienmitteilung verschickt, in welcher der Winterflugplan vorgestellt wird. Über Green Airlines verliert man nicht nur kein einziges Wort, sondern erwähnt deren geplantes Angebot auch weiterhin nicht auf der Homepage bzw. im dort publizierten FKB-Flugplan. Weiters finden sich in der Slot-Liste keine BER-Slots, die Chalair, Air Alsie etc. zuzuordnen wären. Das zuletzt genannte dürfte aus bekannten Gründen (Corona) nun wirklich das aller geringste Problem sein.

      Hier die PM des FKB, die wir am 22. Oktober 2020 erhalten haben, im Original:
      FKB-PM vom 22.10.2020

      Zur Anmeldung von Slots ein paar kurze Worte:
      Slots können nur Carrier mit gültigem AOC und gültiger OL anmelden und zugeteilt bekommen. So genannte “virtuelle Airlines” oder Reisebüros/-veranstalter können das nicht. Das muss IMMER der Operating Carrier durchführen. Weiters “hängen” die Slots entgegen vieler Vermutungen nicht am AOC, sondern an der OL (Betriebsgenehmigung).

      Bezüglich Ihrer Einschätzungen zur Flotte:
      Air Alsie hat nicht nur eine ATR72-500, sondern drei. Weiters verfügt man über zahlreiche kleinere Maschinen zwischen sechs und 14 Sitzplätzen, die hauptsächlich im Business-Charter zum Einsatz kommen. Insofern hätte Air Alsie – sofern die Dänen es denn hätten wollen – durchaus eine Flexibilität liefern können.

      Bezüglich Ihrer Einschätzungen zu den Maschinen und Einsparungen.
      Das ist ein bisschen zu einfach betrachtet, denn die Stückkosten sind beim Muster Beech 1900D beachtlich höher als bei der ATR72-500. Das hat zur Folge, dass ein höherer Yield erzielt werden muss, um zumindest eine schwarze Null einfliegen zu können. Weiters kann der so genannte 1-Meter-Abstand, bzw. in Deutschland 1,5-Meter-Abstand, auch in der Beech nicht eingehalten werden. Sollte die Politik auf die Idee kommen, dass Nebensitze geblockt werden müssen, würde die Kapazität der Beech ebenso halbiert werden. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass das passiert, da es auf EU-Ebene Einigkeit darüber gibt, dass in Flugzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln alle Sitze belegt werden dürfen.

      Die Beech 1900D ist im Betrieb – gerechnet auf die Stückkosten und dem notwendigen Yield, der gezwungenermaßen pro Sitz erzielt werden muss – nur extrem schwer wirtschaftlich zu betreiben. Ich habe das jetzt nicht berechnet, aber unter Berücksichtigung aller Kosten inklusive Overhead müsste ein Yield von netto etwa 350 bis 400 Euro erzielt werden und das aber bei 100 Prozent Load, um wirtschaftlich fliegen zu können. Genau das ist der Grund warum diese kleinen Flugzeuge fast komplett aus dem Linienverkehr verschwunden sind und nur noch auf Routen zum Einsatz kommen, die ein sehr niedriges Aufkommen, aber einen enorm guten Yield haben. Das sind mittlerweile ganz wenige Strecken.

      Was jedoch zutreffend ist: Ja, die Beech kommt bei den Landegebühren günstiger. Das ist richtig, aber das sind echte Peanuts im Vergleich zur Handlingpauschale, bei der es nicht wirklich ins Gewicht fällt, ob eine Beech oder eine ATR landet.

      Letztlich wird es der freie Markt entscheiden, ob das Projekt Erfolg haben wird oder nicht. In der Vergangenheit haben sich ALLE Betreiber dieser Route mit heben Verlusten zurückgezogen. Zum Beispiel konnte Air Berlin auf FKB-TXL nie Geld verdienen und das obwohl man einen Hub in TXL hatte. Wenn es Green Airlines, zusammen mit Chalair, schafft, vergönne ich es denen doch. Ich persönlich finde es sogar cool, dass es hoffentlich bald eine zweite innerdeutsche Route mit so kleinem Fluggerät gibt. Jene, die es schon länger und das (blenden wir Corona einfach kurz aus) erfolgreich, weil es eine High-Yield-Strecke ist, ist: FMO-STR, durchgeführt von AIS Airlines mit Jetstream 31/32.

      Abschließend zeige ich Ihnen noch einen Ausschnitt aus der Original-Pressemitteilung, die uns Green Airlines geschickt hat. Fehler können immer passieren, aber dass man gleich mehrfach den Namen des Operating Carriers falsch schreibt, naja das wirklich ein wenig unprofessionell:
      Green Airlines PM

      • Bertie , 25. Oktober 2020 @ 15:16

        Peinlich ist die Pressemitteilung sicherlich. Sie kam aber nicht, wie sie behaupten, von der Airline, sondern von einer beauftragten PR-Agentur. Man hätte das sicherlich vor der Versendung Korrektur lesen müssen, dennoch finde ich das, was Sie daraus machen, unseriös. Die Stimmungsmache Ihres Portals gegen bestimmte Airlines ist augenscheinlich.

        • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 18:41

          Gegen welche Airlines betreibt Aviation.Direct Ihrer Meinung nach Stimmungsmache?
          Hinweis: Green Airlines ist keine Fluggesellschaft.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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  • Berti , 24. Oktober 2020 @ 18:49

    “Air Alsie erteilte dem Projekt aus nicht näher bezeichneten Gründen eine Abfuhr”. Was für ein Blödsinn. Green Airlines beendete die Zusammenarbeit, da Air Alsie kein kleineres Fluggerät stellen konnte. Der Artikel ist einseitige und nicht recherchierte Stimmungsmache.

    • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 08:13

      Ihre Aussage stimmt nicht mit der Stellungnahme von Air Alsie überein.

      • Bertie , 25. Oktober 2020 @ 15:06

        Das stimmt nicht. Air Alsie bestätigt lediglich, dass sie die Route nicht fliegen werden. Ein Statement zu den Hintergründen gab es nicht

        • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 18:46

          Haben Sie etwa Zugriff auf die Telefone und E-Mail-Accounts unserer Mitarbeiter oder wie kommen Sie zu der Behauptung? Air Alsie hat uns sehr unmissverständlich erklärt, dass die Absage von Air Alsie ausging und zu keinem Zeitpunkt ein Vertrag unterschrieben wurde. Weiters sagte das dänische Unternehmen, dass Green Airlines zur Entfernung sämtlicher Fotos, Logos und sonstiger Hinweise auf Air Alsie aufgefordert wurde.
          Es ist sehr spannend, dass die Darstellungen der Flughäfen und von Air Alsie so stark von jenen der Green Airlines abweichen. Das kommt in der Branche nicht oft vor.

  • Altmetallflieger , 25. Oktober 2020 @ 09:48

    Die Flughäfen Berlin und Baden-Baden Wissen sehr wohl bescheid schreibt auch AT.
    Es stimmt auch,dass Air Alsie keine flexible Flotte zur Verfügung hat, die eine ATR die man jetzt mehr im AOC hat gehört Lübeck Air und wird von den Dänen betrieben,da Lübeck Air kein eigenes AOC hat.
    Mit Chalair hat man einen flexiblen Partner mit dem der Nachfrage, Anpassungsfähigeres Gerät zur Verfügung steht.
    Mit der Beech 1900D hat man den Vorteil,dass die Sitze in 1-1 angeordnet sind ,somit ein geblockter Nachbarsitz wegfällt, sollte so eine Regelung vorgeschrieben werden.
    Eine ATR42 mit 46 Sitzen würde dann nur mehr 23 Sitze zur Verfügung haben,bei mehr als doppeltem Gewicht kaum mehr Sitze als in der 1900D erlaubt sein zu besetzen.
    Da kann sich jeder selber ausrechnen wie viel man sich erspart pro Flug. Abgaben,Wartungs und Spritkosten ,alleine der Verbrauch der ATR je Blockstunde wäre mehr als zweieinhalb mal so hoch daher die richtige Entscheidung von Green Air,sich mit Chalair einen Flexiblen Partner zu suchen.

    • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 10:32

      Sehr geehrter Altmetallflieger,
      selbstverständlich stehen wir mit dem FKB und dem BER in Kontakt. In diesem Zusammenhang darf ich Sie höflichst auf einen Artikel verweisen, in dem explizit über eine sehr ausführliche Stellungnahme des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden berichtet haben.

      Am 22. Oktober 2020 hat der FKB eine Medienmitteilung verschickt, in welcher der Winterflugplan vorgestellt wird. Über Green Airlines verliert man nicht nur kein einziges Wort, sondern erwähnt deren geplantes Angebot auch weiterhin nicht auf der Homepage bzw. im dort publizierten FKB-Flugplan. Weiters finden sich in der Slot-Liste keine BER-Slots, die Chalair, Air Alsie etc. zuzuordnen wären. Das zuletzt genannte dürfte aus bekannten Gründen (Corona) nun wirklich das aller geringste Problem sein.

      Hier die PM des FKB, die wir am 22. Oktober 2020 erhalten haben, im Original:
      FKB-PM vom 22.10.2020

      Zur Anmeldung von Slots ein paar kurze Worte:
      Slots können nur Carrier mit gültigem AOC und gültiger OL anmelden und zugeteilt bekommen. So genannte “virtuelle Airlines” oder Reisebüros/-veranstalter können das nicht. Das muss IMMER der Operating Carrier durchführen. Weiters “hängen” die Slots entgegen vieler Vermutungen nicht am AOC, sondern an der OL (Betriebsgenehmigung).

      Bezüglich Ihrer Einschätzungen zur Flotte:
      Air Alsie hat nicht nur eine ATR72-500, sondern drei. Weiters verfügt man über zahlreiche kleinere Maschinen zwischen sechs und 14 Sitzplätzen, die hauptsächlich im Business-Charter zum Einsatz kommen. Insofern hätte Air Alsie – sofern die Dänen es denn hätten wollen – durchaus eine Flexibilität liefern können.

      Bezüglich Ihrer Einschätzungen zu den Maschinen und Einsparungen.
      Das ist ein bisschen zu einfach betrachtet, denn die Stückkosten sind beim Muster Beech 1900D beachtlich höher als bei der ATR72-500. Das hat zur Folge, dass ein höherer Yield erzielt werden muss, um zumindest eine schwarze Null einfliegen zu können. Weiters kann der so genannte 1-Meter-Abstand, bzw. in Deutschland 1,5-Meter-Abstand, auch in der Beech nicht eingehalten werden. Sollte die Politik auf die Idee kommen, dass Nebensitze geblockt werden müssen, würde die Kapazität der Beech ebenso halbiert werden. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass das passiert, da es auf EU-Ebene Einigkeit darüber gibt, dass in Flugzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln alle Sitze belegt werden dürfen.

      Die Beech 1900D ist im Betrieb – gerechnet auf die Stückkosten und dem notwendigen Yield, der gezwungenermaßen pro Sitz erzielt werden muss – nur extrem schwer wirtschaftlich zu betreiben. Ich habe das jetzt nicht berechnet, aber unter Berücksichtigung aller Kosten inklusive Overhead müsste ein Yield von netto etwa 350 bis 400 Euro erzielt werden und das aber bei 100 Prozent Load, um wirtschaftlich fliegen zu können. Genau das ist der Grund warum diese kleinen Flugzeuge fast komplett aus dem Linienverkehr verschwunden sind und nur noch auf Routen zum Einsatz kommen, die ein sehr niedriges Aufkommen, aber einen enorm guten Yield haben. Das sind mittlerweile ganz wenige Strecken.

      Was jedoch zutreffend ist: Ja, die Beech kommt bei den Landegebühren günstiger. Das ist richtig, aber das sind echte Peanuts im Vergleich zur Handlingpauschale, bei der es nicht wirklich ins Gewicht fällt, ob eine Beech oder eine ATR landet.

      Letztlich wird es der freie Markt entscheiden, ob das Projekt Erfolg haben wird oder nicht. In der Vergangenheit haben sich ALLE Betreiber dieser Route mit heben Verlusten zurückgezogen. Zum Beispiel konnte Air Berlin auf FKB-TXL nie Geld verdienen und das obwohl man einen Hub in TXL hatte. Wenn es Green Airlines, zusammen mit Chalair, schafft, vergönne ich es denen doch. Ich persönlich finde es sogar cool, dass es hoffentlich bald eine zweite innerdeutsche Route mit so kleinem Fluggerät gibt. Jene, die es schon länger und das (blenden wir Corona einfach kurz aus) erfolgreich, weil es eine High-Yield-Strecke ist, ist: FMO-STR, durchgeführt von AIS Airlines mit Jetstream 31/32.

      Abschließend zeige ich Ihnen noch einen Ausschnitt aus der Original-Pressemitteilung, die uns Green Airlines geschickt hat. Fehler können immer passieren, aber dass man gleich mehrfach den Namen des Operating Carriers falsch schreibt, naja das wirklich ein wenig unprofessionell:
      Green Airlines PM

      • Bertie , 25. Oktober 2020 @ 15:16

        Peinlich ist die Pressemitteilung sicherlich. Sie kam aber nicht, wie sie behaupten, von der Airline, sondern von einer beauftragten PR-Agentur. Man hätte das sicherlich vor der Versendung Korrektur lesen müssen, dennoch finde ich das, was Sie daraus machen, unseriös. Die Stimmungsmache Ihres Portals gegen bestimmte Airlines ist augenscheinlich.

        • Jan Gruber , 25. Oktober 2020 @ 18:41

          Gegen welche Airlines betreibt Aviation.Direct Ihrer Meinung nach Stimmungsmache?
          Hinweis: Green Airlines ist keine Fluggesellschaft.

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