Österreich: Banken verlangen horrende Spesen beim Geldwechsel

Foto: Pixabay.
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Österreich: Banken verlangen horrende Spesen beim Geldwechsel

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In fast allen beliebten Urlaubsländern außerhalb Europas, aber auch in einigen innerhalb, gilt der Euro nicht als nationale Währung. Während beispielsweise im Schweden, den USA oder im Vereinigten Königreich Kartenzahlungen üblich sind, sieht man in Ländern wie Kroatien lieber das klassische Bargeld. Wechselt man bereits in Österreich so kann es laut einem aktuellen Bankentest der Arbeiterkammer ziemlich teuer werden.

Fast alle Banken der Alpenrepublik verkaufen auch Fremdwährungen. Jene, die häufig nachgefragt sind, hat man zumeist in den Filialen vorrätig. Wird es ein wenig ausgefallen, muss man diese meist ein paar Tage zuvor in der Bankstelle vorbestellen. Die Arbeiterkammer nahm die Spesen von zehn in der Hauptstadt Wien tätigen Kreditinstituten unter Lupe und stelle fest, dass die Gebühren mitunter äußerst hoch sind. Eine Bank verlangt gar 10 Euro Mindestspesen, was gerade bei kleineren Beträgen so richtig teuer kommt.

Die Arbeiterkammer hat im Mai 2022 die Kosten beim Geldwechsel der Bank Austria, Bawag-Psk, Easybank, Erste Bank, Hypo Niederösterreich, Oberbank, Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien, Schelhammer und Volksbank Wien genauer unter die Lupe genommen. Dabei haben die Konsumentenschützer festgestellt, dass die Spesen für das Wechseln in eine fremde Währung zwischen null und fünf Prozent schwanken. Die Mindestspesen machen zwischen null und zehn Euro aus. „Wer kleinere Beträge wechseln möchte, für den kann es teuer zu stehen kommen“, warnt AK Konsumentenschützer Christian Prantner.

Wie hoch sind die Wechselspesen beim Tausch von Euro in eine Fremdwährung?

  • Bank99 (Post): wird nicht angeboten
  • Bank Austria: 2 Prozent, mindestens aber 6,80 Euro – nur eigene Kunden werden bedient
  • Bawag-Psk: 3 Prozent, mindestens 3,50 Euro
  • Easybank: 3 Prozent, mindestens 3,50 Euro (über Bawag-Psk-Filialen)
  • Erste Bank: 3 Prozent, mindestens 4,50 Euro (bei Barzahlung) bzw. 1,5 Prozent, mindestens 4,50 Euro (bei Abwicklung über das Girokonto)
  • Hypo Niederösterreich: 1,5 Prozent, mindestens 4 Euro
  • Oberbank: 1,5 Prozent, mindestens 3,50 Euro (eigene Kunden) bzw. 3 Prozent, mindestens 7 Euro (Fremdkunden)
  • RLB NÖ-Wien: 3,5 Prozent, mindestens 8 Euro (eigene Kunden) bzw. 5 Prozent, mindestens 10 Euro (Fremdkunden)
  • Schelhammer: 10 Euro bei Beträgen bis zu 700 Euro, darüber spesenfrei
  • Volksbank Wien: machte gegenüber der Arbeiterkammer keine Angaben

Wie hoch sind die Spesen, wenn 400 Euro bei der Hausbank getauscht werden?

BankSpesen
bank 99wird nicht angeboten
Bank Austria8,00 Euro
BAWAG PSK, easybank12,00 Euro
Erste Bank, HYPO NOE, Oberbank6,00 Euro
RLB NÖ Wien14,00 Euro
Schelhammer10,00 Euro
Volksbankwird nicht angeboten

Preisevergleichen und Plastik-Geld können helfen

Die Arbeiterkammer empfiehlt, dass man vor dem Geldwechsel in Österreich die Preise vergleichen sollte. Dabei sollte man die Banken besonders nach ihren Provisionen und etwaigen Mindestspesen fragen. Bei der Hausbank sollte man sich erkundigen, ob man als Kunde vergünstigte Konditionen bekommt.

Weiters sollte man auch den Wechselkurs beachten, denn dieser kann je nach Kreditinstitut unterschiedlich sein. Es gibt sogar enorme Unterschiede, denn auch am gewährten Kurs verdienen die Banken Geld, wenn auch nicht immer transparent darauf hingewiesen wird. Weiters sollte man rechtzeitig nachfragen, ob die gewünschte Fremdwährung in der Filiale lagernd ist und falls nicht: rechtzeitig vor der Abreise in den Urlaub vorbestellen. Beachten sollte man auch, dass im Regelfall nur Banknoten, Münzen jedoch nicht, getauscht werden.

Eine Alternative zum klassischen Bargeld können auch Debit- und/oder Kreditkarten sein. Die Arbeiterkammer hat erst kürzlich die Spesen der großen Kartenausgeber in Österreich unter die Lupe genommen. In manchen Staaten ist aber die „Plastik-Akzeptanz“ sehr gering, so dass man vor Ort dennoch auf Cash angewiesen ist. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: In Schweden ist die Bargeldakzeptanz mittlerweile verschwindend gering, so dass man dort ohne Karten nicht sonderlich weit kommt.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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