Österreich unmittelbar vor Sputnik-V-Großbestellung

Corona-Impfstoff
Corona-Impfstoff "Sputnik V" (Foto: Russian Direct Investment Fund).

Österreich unmittelbar vor Sputnik-V-Großbestellung

Corona-Impfstoff "Sputnik V" (Foto: Russian Direct Investment Fund).
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Österreich steht offenbar unmittelbar vor der Bestellung von einer Million Dosen des russischen Covid-Impfstoffs Sputnik V. Das Bundeskanzleramt bestätigte auf Anfrage entsprechende Verhandlungen, betonte jedoch, dass noch kein Kaufvertrag unterschrieben wurde. Damit schließt sich Österreich nach Ungarn, Tschechien, Kroatien, Italien und der Slowakei einer ganzen Reihe von Staaten an, die den von der Europäischen Union verursachten Engpass so kompensieren wollen.

Österreich könnte bis Juni 2021 eine Million Impfdosen aus Russland geliefert bekommen, wobei auch über eine Lizenzproduktion in der Alpenrepublik verhandelt wird. Italien schloss bereits einen solchen Vertrag mit Russland ab und will demnächst die Produktion von Sputnik V aufnehmen. Erste Dosen wurden bereits zu Testzwecken an Rom ausgeliefert. Bereits vor einigen Wochen drängte Österreichs Bundeskanzler darauf, dass die Vakzine aus Russland und China rasch zugelassen werden.

Derzeit läuft bei der EMA ein entsprechendes Zulassungsverfahren, doch es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich Österreich von der bisherigen Praxis verabschieden könnte und ähnlich wie Ungarn, Tschechien und die Slowakei nationale Zulassungen erteilen könnte. Darüber will das von Rudolf Anschober (Grüne) geführte Gesundheitsministerium in der Öffentlichkeit noch nicht sprechen. Im Parlament betonte der genannte Politiker, dass jedes eingesetzte Vakzin sicher sein müsse.

Neue Probleme mit AstraZeneca in Deutschland

In Deutschland traten mit dem Mittel von AstraZeneca erneute Probleme auf. Die ersten Bundesländer haben das Verimpfen an Personen unter 55 Jahren mit sofortiger Wirkung eingestellt. Da die Europäische Union von diesem Vakzin außergewöhnlich große Mengen bestellt hat, jedoch der Hersteller auch im zweiten Quartal nur etwa 30 Prozent der vereinbarten Menge liefern will und obendrein die Kritik nicht abreißt, scheint die österreichische Regierung nun den “Plan B” in Form von Sputnik V ziehen zu wollen.

Es ist derzeit unklar wann die EMA-Zulassung erteilt werden könnte. Der für die Vermarktung zuständige Russische Direktinvestment Fonds rechnet mit etwa Juni 2021. Österreich könnte dies mittels einer nationalen Zulassung beschleunigen. Dem Vernehmen nach könnten schon im April 2021 rund 300.000 Dosen an Wien geliefert werden. Gegenüber der Austria Presseagentur verwies das Bundeskanzleramt darauf, dass im Rahmen einer Vertraulichkeitsvereinbarung bereits der Zugang zu Dokumenten ermöglicht wurde. Diese könnten die Grundlage für eine nationale Notfallzulassung darstellen. Konkret wird darüber verhandelt, dass im April 300.000 Dosen, im Mai 500.000 Stück und im Juni 200.000 Dosen geliefert werden sollen. Der Kaufvertrag könnte bereits in den nächsten Tagen unterschrieben werden. Offensichtlich ist, dass Österreich in Erwägung zieht den AstraZeneca-Engpass mit Sputnik V zu kompensieren.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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