Omikron: Ryanair streicht ein Drittel aller Flüge

Treppe mit Ryanair-Branding am Flughafen Warschau-Modlin (Foto: Jan Gruber).
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Omikron: Ryanair streicht ein Drittel aller Flüge

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Omikron scheint der Ryanair Group einen kräftigen Strich durch die Rechnung zu machen, denn Firmenchef Michael O’Leary lässt mangels Nachfrage das Angebot für Januar 2022 deutlich kürzen. Auch rechnet er damit, dass der Jahresverlust doppelt so hoch ausfallen könnte wie zuletzt angenommen.

Spät, aber doch wurde auch Ryanair von der neuerlich zurückhaltenden Buchungsnachfrage getroffen. Die sich wegen der Omikron-Variante wieder verschärfenden Einreise- und Quarantänebestimmungen verschiedenster Staaten wirken sich auch beim irischen Billigflieger, der bislang besser als Mitbewerber “durchgekommen” ist, massiv aus. Auch in Österreich setzt man den Rotstift an und schickt insgesamt 15 Routen in eine temporäre Pause.

Ob jene Routen und Frequenzen, die Michael O’Leary ab etwa Anfang Januar 2022 zurückfahren lässt, im Februar oder März 2022 schon wieder reaktiviert werden, lässt die Firmengruppe in einer Börsenmitteilung offen. Man traut sich offensichtlich keine Prognose zu. Mit Blick auf den Vorjahreszeitraum wohl gar keine so schlechte Idee, denn die Reisebeschränkungen wurden immer wieder verlängert.

Bis November 2021 ging O’Leary davon aus, dass das laufende Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen werden kann. Davon verabschiedete er sich und rechnet nun damit, dass bis Ende März 2022 ein Verlust in der Höhe von 250 bis 450 Millionen Euro eingeflogen wird. Genauer lässt sich der Fehlbetrag nicht einschätzen, weil die weitere Entwicklung der Einreise- und Quarantänebestimmungen in Europa derzeit nicht abschätzbar ist.

Die meisten Regierungen der EU-Mitglieder sind aufgrund der Omikron-Mutation in eine regelrechte Panik verfallen und haben ihre Reiseregeln deutlich verschärft. Studien aus UK und Südafrika lassen jedoch die Vermutung zu, dass die aktuelle Corona-Variante überwiegend leichte Verläufe verursachen könnte. Dementsprechend stauen sich Wut und Verzweiflung in der Touristikbranche.

Viele Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Hotels werden derzeit mit Stornos regelrecht überschwemmt. Insbesondere bei Ryanair zeigt sich, dass die Buchungslage bis unmittelbar nach den Weihnachtsferien sehr gut ist, jedoch die No-Show-Rate bereits jetzt astronomisch hoch ist. Noch hat man keinen Zwang Routen auszusetzen, denn man weiß nicht wie viele Passagiere tatsächlich kommen und obendrein sind die Tickets bezahlt. Nach den Weihnachtsferien sieht es bei so gut wie allen europäischen Fluggesellschaften – inklusive Ryanair – ganz und gar nicht gut aus. Die Buchungslage ist schwach und es kommen keine nennenswerten Neubuchungen herein. Es ist also nicht auszuschließen, dass die von Ryanair verkündete Angebotsreduktion um rund ein Drittel erst der Anfang war und noch viel mehr gestrichen werden könnte. Mitbewerber wie Wizz Air haben bereits deutlich früher die Reduktion der Produktion angekündigt.

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Amely Mizzi ist Executive Assistant bei Aviation Direct Malta in San Pawl il-Baħar. Zuvor war sie im Bereich Aircraft and Vessel Financing bei einem Bankkonzern tätig. Sie gilt als sprachliches Talent und spricht sieben Sprachen fließend. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in Österreich auf der Schipiste und im Sommer an Mittelmeerstränden quasi vor der Haustür auf Gozo.

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