Insolvenzverwalter

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Insolvenzverwalter

22. Oktober 2020 – Tag der Entscheidung für Condor

Das Amtsgericht Darmstadt hat für den 22. Oktober 2020 die Gläubiger der insolventen Ferienfluggesellschaft Condor in das Congress Center der Messe Frankfurt vorgeladen. Auf der Tagesordnung finden sich nur zwei Punkte: Erörterung eines vorgelegten zweiten Insolvenzplans und die Abstimmung über diesen Plan. Eigentlich sollte dieser Termin schon wesentlich früher stattfinden, doch das Gesetz sieht nun mal die persönliche Anwesenheit der zur Abstimmung befugten Personen und Institutionen vor. Aufgrund der Corona-Maßnahmen war dies bislang schlichtweg nicht möglich. Läuft am 22. Oktober 2020 alles planmäßig, so kann Condor das Schutzschirmverfahren verlassen. Einen Käufer hat man allerdings noch nicht und bedient sich daher einer Art “Treuhand-Lösung”. Im Frühjahr war der Verkauf an die Lot-Konzernmutter PGL kurzfristig gescheitert, wobei die Corona-Pandemie die maßgebliche Ursache für den Rückzug der Polen gewesen sein dürfte. Diese haben nun – zumindest vorläufig – kein Interesse mehr. Damit Condor nicht im Strudel der Thomas-Cook-Pleite unter die Räder kommt, wurde im Vorjahr ein so genanntes Schutzschirmverfahren angemeldet. Dabei handelt es sich um eine Sonderform im deutschen Insolvenzverfahren, das insbesondere vor Forderungen und Haftungen gegenüber den Eigentümern schützen soll. Da die Übernahme durch PGL gescheitert ist, wurde im Frühjahr ein “neuer Schutzschirm” angemeldet. Weiters gewährte die Bundesrepublik Deutschland über die Kreditanstalt für Wiederaufbau ein zweites Mal eine Finanzspritze in der Form von staatlich besicherten Darlehen. Der neue Insolvenzplan unterscheidet sich grundlegend vom ersten, denn man hat keinen Käufer. Die Erdsiek Vermögensverwaltung ist bereits offizieller Eigentümer und fungiert als Treuhänder, denn einen weiteren Verkaufsanlauf will Condor erst nach der Corona-Pandemie starten. Momentan

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Marke „Adria Airways“ nun zum halben Preis

Nachdem im ersten Anlauf kein Käufer für die Marke Adria Airways gefunden werden konnte, unternimmst der Insolvenzverwalter nun einen zweiten Versuch. Das Mindestgebot wurde auf 50.000 Euro halbiert. Interessierte können noch bis zum 28. September 2020 ein Angebot beim Masseverwalter des insolventen Carriers einreichen. Die Abläufe rund um die Markenrechte unter der Eigentümerschaft von 4K Invest sind in Slowenien derzeit Teil des Ermittlungsverfahrens. Im Jahr 2016 wurden diese an eine nahestehende Firma zum Preis von acht Millionen Euro verkauft, ehe Anfang 2019 die auf Malta ansässige Gesellschaft in Adria Airways fusioniert wurde. Der Vorwurf, für den die Unschuldsvermutung gilt: Die Bücher der Fluggesellschaften sollen so aufgeblasen werden, um diese besser aussehen lassen zu können.

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Weiterhin Käufer für Level Europe gesucht

Im Konkursverfahren der IAG-Tochter Level Europe GmbH ordnete das Landesgericht Korneuburg die weitgehende Schließung des Unternehmens an. Lediglich zwei Teilbereiche vorbehaltlich weiterer Entscheidungen des Insolvenzgerichts offen.  Dabei handelt es sich offensichtlich um jene Abteilungen, die für einen eventuellen Verkauf aus luftfahrtrechtlichen Gründen obligatorisch sind. Konkret handelt es sich laut Veröffentlichung des Gerichts um die Bereiche „Nominated Persons“ (vormals Postholder) und die Verwaltung, die beide nur sehr wenige Mitarbeiter umfassen. Bereits Ende Juni 2020 ordnete das Landegericht Korneuburg die Schließung der Teilbetriebe Niederlande, Deutschland und Österreich ein. Davon ausgenommen blieben in der Zentrale vorläufig die im vorherigen Absatz genannten Bereiche. Ende Juli 2020 ordnete der Konkursrichter nochmals explizit an, dass lediglich die Teilbetriebe Nominated Persons und Verwaltung vorläufig fortgeführt werden. Der Masseverwalter befindet sich derzeit auf der Suche nach einem möglichen Käufer für Level Europe GmbH und/oder einzelner Assets. Die zuletzt aus zwei Airbus A320 und vier A321 bestehende Flotte war geleast und wurde zwischenzeitlich an die Lessoren zurückgegeben und überwiegend bereits ausgeflogen. Einige Maschinen wurden nach Madrid überstellt. Ein wichtiges Datum im Konkursverfahren ist der 19. September 2020. Um 11 Uhr 30 wird findet eine Prüfungstagsatzung, die aufgrund der Corona-Pandemie als Videokonferenz durchgeführt wird, statt. Der Zweck des Termins ist: „Zur Prüfung der erst nach 15.07.2020, aber vor 29.08.2020 angemeldeten Forderungen. Alle bis 28.08.2020 eingebrachten Forderungsanmeldungen gelten als rechtzeitig eingebracht.“

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Level Europe: AK und Masseverwalter informieren die Belegschaft

Die Arbeiterkammer Niederösterreich und Masseverwalter Michael Lentsch gaben den Mitarbeitern der insolventen Level Europe GmbH in zwei Betriebsversammlungen Auskünfte über den aktuellen Stand der Dinge und informierten über die Beantragung des Insolvenzentgelts. Der Konkurs der Fluggesellschaft Level Europe betrifft etwa 200 Beschäftigte am Standort Wien. Die Arbeiterkammer Niederösterreich informiert nun darüber, dass sowohl die Juni-Gehälter als auch das Urlaubsgeld noch ausständig sind. Nun informieren Experten der AK darüber wie die Betroffenen ihre Entgeltforderungen beim Insolvenzentgeltfonds anmelden können. Dazu wurden auch zwei Betriebsversammlungen am Flughafen Wien abgehalten. Betriebsrat, Arbeiterkammer und Masseverwalter Michael Lentsch informierten dabei über den aktuellen Stand der Dinge und die Möglichkeiten des Bezugs über den Insolvenzentgeltfonds. Aufgrund der geltenden Corona-Schutzbestimmungen musste die Informationsveranstaltung in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Nach Angaben der AK NÖ stellt der Umstand, dass Level Europe in den Monaten vor Eröffnung des Konkursverfahrens die gesamte Belegschaft in Kurzarbeit hatte, hinsichtlich der Berechnung des Insolvenzentgelts einige Herausforderungen dar. „Bis vor zwei Tagen wusste niemand, wie das geht“, beschreibt AK-Insolvenzexperte Felix Hochedlinger. „Es wurden ja Details für die Corona-Kurzarbeit laufend geändert und erst seit ein paar Tagen ist die Berechnungsgrundlage für solche Fälle per Verordnung geregelt“ Offen sind für die Belegschaft von Level Europe noch das Juni-Gehalt und die aliquoten Sonderzahlungen, sprich: das anteilige Urlaubs- und Weihnachtsgeld bis zur Insolvenzeröffnung. Diese Forderungen bringt die AK Niederösterreich gesammelt für die Beschäftigten beim Insolvenzentgeltfonds und beim LG Korneuburg ein. „Versprechen können wir es natürlich nicht, aber der Fonds arbeitet normalerweise sehr schnell, vor allem bei Großinsolvenzen. Wir gehen daher

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Konkursverfahren über Level Europe eröffnet

Rechtsanwalt Michael Lentsch wurde zum Masseverwalter berufen. Forderungen können ab sofort angemeldet werden. Die Mitarbeiter können nun das Insolvenz-Entgelt binnen sechs Monaten beantragen. Unter der Geschäftszahl 36 S 54/20p eröffnete das Landesgericht Korneuburg das Konkursverfahren über die Fluggesellschaft Level Europe GmbH. Das Gericht setzte bereits einen Gläubigerausschuss ein und bestellte mit dem Wiener Neustädter Rechtsanwalt Michael Lentsch einen Masseverwalter. Als Stellvertreter fungiert der Eisenstädter Rechtsanwalt Gerwald Holper. Beide Juristen gehören der Kanzlei Kosch & Partner an. Forderungen, so auch wertlos gewordene Flugtickets, können bis zum 15. Juli 2020 angemeldet werden. Die Gebühr hierfür beträgt 23 Euro, wobei das behördliche Formblatt digital oder papiergebunden zu verwenden ist. Am 29. Juli 2020 findet in Form einer Videokonferenz die erste Tagsatzung im Hauptverfahren statt. Der Gläubigerausschuss besteht aus folgenden Organisationen: 1.) Kreditschutzverband von 1870, 2.) Alpenländischer Kreditorenverband, 3.) Österreichischer Verband Creditreform, 4.) Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnnen NÖ, 5.) Finanzprokurator, 6.) Österreichische Gesundheitskasse. Die Beschäftigten der Level Europe GmbH müssen ihren Anspruch auf Insolvenz-Entgelt binnen sechs Monaten stellen. Unterstützung können hierbei unter anderem der Betriebsrat, die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft leisten.

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IAG schickt Level Europe in die Pleite

Weniger als zwei Jahre nach dem Erstflug, der von einer 1-Cent-Ticket-Aktion begleitet war, meldet der IAG-Ableger Level Europe GmbH Insolvenz an. Das Österreich-Experiment ist damit für die IAG beendet. Die International Airlines Group schickt ihre österreichische Tochtergesellschaft Level Europe in die Insolvenz. Der Carrier wird den Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen und in Kürze beim Landesgericht Korneuburg einen Insolvenzantrag ohne Eigenverwaltung einbringe. Der Flugbetrieb wird nicht mehr aufgenommen. Gerüchte über einen möglichen „Exit“ aus dem vom Markt mangelhaft angenommenen Wien-Projekt der IAG gab es schon länger. Das Unternehmen gab sich in den letzten Tagen nicht sonderlich auskunftsfreudig in Sachen Neustart und durch die Ankündigung der Insolvenz dürfte nun auch klar sein warum. Somit forderte die Corona-Pandemie ihr erstes Airline-Opfer in Österreich. Level Europe erklärt in einer Aussendung, dass man von der Corona-Krise besonders hart getroffen wurde. Inhaber von Tickets, die direkt über Level gebucht wurden, ersucht das Unternehmen nach Bestellung des Insolvenzverwalters diesen zu kontaktieren. So über einen Partner, beispielsweise ein Reisebüro gebucht wurde, soll dieses kontaktiert werden. Von Level Europe ausgegebene Gutscheine und Flugscheine sind mit der Insolvenzanmeldung und der bereits angekündigten Einstellung des Geschäftsbetriebs mit sofortiger Wirkung damit wertlos.

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