Dezember 3, 2020

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Dezember 3, 2020

Dienstreisen im Sinkflug

Die Corona-Krise bringt Veränderungen mit sich. Home-Office und Online-Meetings sind nur zwei Dinge, an die sich Arbeitnehmer wohl gewöhnen müssen. Einen großen Einfluss haben diese neu entdeckten Tools vor allem auf Dienstreisen: Diese sinken allmählich auf Null. Nach einer Übersicht des IT-Dienstleisters Coupa sind weltweit die Ausgaben für Managertrips im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um ganze 97 Prozent gesunken – damit fiel die Zahl der Dienstreisen deutlich stärker als die der Urlaubsreisen. Klar: Wenn Unternehmen irgendwo leicht sparen können, dann bei Geschäftsreisen. Natürlich ist auch die steigende Fürsorgepflicht ein wichtiger Grund für den Rückgang. Darüber hinaus erschweren die sich nahezu täglich ändernden Einreisebestimmungen die Planung. Doch die Einschränkungen treffen nicht alle Teile der Welt gleich. Während in Lateinamerika, Afrika und Teilen Asiens der ein fast kompletter Sinkflug zu beobachten ist, sind Manager aus Ostasien wieder öfter unterwegs. Innerhalb von China würden im Vergleich zum Vorjahr gar schon wieder gut 80 Prozent der Manager dienstbedingt in den Flieger steigen, wie wiwo.de berichtet.

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Avianca-Piloten nehmen Lohnkürzungen von bis zu 50 Prozent hin

Die Piloten der kolumbianischen Avianca nehmen Gehaltskürzungen in Kauf, um zum Erhalt der Fluggesellschaft beizutragen. Nach viermonatigen Verhandlungen einigten sich nun Gewerkschaft und Unternehmen über kostenreduzierende Maßnahmen. Die betroffenen Arbeitnehmer erklären sich dazu bereit, auf bis zu 50 Prozent monatliche Vergütung zu verzichten. Und das wohl über mehrere Jahre hinweg. Denn die Vereinbarung soll mindestens vier Jahre gelten, unter Umständen kann sie sogar auf sechs Jahre ausgedehnt werden, wie das Luftfahrtportal CH-Aviation berichtet. Das bringt erhebliche Konsequenzen mit sich, führt man sich vor Augen, dass viele Betroffene nicht nur sich selbst sondern auch Familie ernähren müssen. Umso erstaunlicher, dass eine einvernehmliche Einigung erzielt werden konnte. Immerhin gibt es dafür vonseiten der Airline eine ausdrückliche Job-Garantie in Corona-Zeiten.

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Gewerkschaft: Buzz setzt slowakische „Selbstständige“ ab Wien ein

Slowakische und spanische Gewerkschaften erheben schwere Vorwürfe gegen die neuerdings ab Wien tätige Ryanair-Tochter Buzz. Kamen anfangs noch aus Kattowitz eingeflogene Flugbegleiter und Piloten zum Einsatz, soll man laut den Arbeitnehmervertretern auf Slowaken umgestellt haben. Pikant ist aber ein kleines Detail: Laut Gewerkschaften sollen diese als Selbstständige tätig sein. Die spanischen Arbeitnehmervertreter sehen das nicht ohne Grund mit großer Sorge, denn Ryanair praktiziert dieses Modell in vielen Ländern und verbrannte sich wiederholt wegen gerichtlich festgestellter Scheinselbstständigkeit die Finger. Indes klagt die spanische USO gegen Laudamotion und Lauda Europe auf Feststellung eines Betriebsübergangs. Aus internen Buzz-Unterlagen, die der slowakischen Gewerkschaft zugespielt wurden und von Aviation Direct gesichtet wurden, geht hervor, dass in den ab Wien betriebenen Buzz-Flugzeugen sowohl Piloten als auch Flugbegleiter zum Einsatz kommen, die in der Slowakei einen entsprechenden Gewerbeschein lösen sollten und formell als Selbstständige für die polnische Buzz-Tochter fliegen. Wenig überraschend ist, dass die Konzernmutter in Dublin als auch die Tochter in Polen, deren Zentrale sich in der Nähe des Flughafens Chopin befindet, für eine Stellungnahme nicht erreichbar waren und auf E-Mails nicht geantwortet haben. Leiharbeit ist bei Buzz keine Neuigkeit, denn nahezu das gesamte fliegende Personal wird über eine konzerninterne „Agentur“ namens Warsaw Aviation beschäftigt. Der nunmehrige Einsatz von „Selbstständigen“ mit slowakischem Gewerbeschein zeigt, dass die Ryanair Group wieder in alte Muster zurückfällt. Der Konzern verbrannte sich in Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und in anderen EU-Staaten aufgrund dieser Praxis enorm die Finger, musste heftige, gerichtlich festgestellte Strafen und Nachzahlungen an die Steuer- und Sozialversicherungsbehörden bezahlen. Da

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Flugstreichungen: Ryanair wird noch kundenunfreundlicher

Die Ryanair Group verschärft die kundenunfreundlichen Maßnahmen, wenn das Unternehmen selbst Flugverbindungen streicht. Nun bucht das Unternehmen eigenmächtig auf andere Reisetermine um und lässt die Kunden nicht mehr streckennetzweit eigenständig umbuchen. Gestrichene Buchungen konnten betroffene Passagiere ursprünglich bis zu drei Monate nach hinten verschieben und konnten diese auf jede beliebige Strecke, die von der Ryanair Group bedient wird, ändern. Vor einigen Wochen wurde der mögliche Umbuchungszeitraum auf 14 Tage geändert. Nun verschärft Ryanair das kundenfeindliche Verhalten abermals: Der Carrier schreibt nun neue Reisetermine vor. Ist man damit nicht einverstanden führt nun kein Weg mehr am Kundenservice vorbei, denn die Buttons für Erstattung und eigenständige Umbuchungen durch den Kunden wurden deaktiviert. Das Servicecenter ist nur über einen Web-Chat und eine kostenpflichtige Hotline erreichbar. Letzteres ist eigentlich unzulässig, da eine EU-Verordnung vorschreibt, dass solche Telefonate nicht mehr kosten dürfen als ein reguläres Festnetztelefonat. Ryanair ist hier kein Einzelfall, denn eine Vielzahl von Fluggesellschaften pfeift auf die Vorschrift und setzt der Kundschaft kostenpflichtige Hotlines vor die Nase. Beim „Ryanair Service“ erleben von Streichungen betroffene Passagiere nun „Frühlingserwachen“, denn Umbuchungen auf andere Strecken oder deutlich spätere Termine sind nur gegen eine horrende Zusatzgebühr und die Aufzahlung der Tarifdifferenz möglich. Die einzige Alternative wäre die Erstattung des Flugpreises. Genau das konnte jedoch bis vor wenigen Tagen noch eigenständig online eingeleitet werden, doch nun ist eine Kontaktaufnahme mit dem schwer erreichbaren Kundenservice, der eher als Abwimmelungsanstalt fungiert, nötig. Von Streichungen betroffene Passagiere, die wirklich reisen wollen oder müssen, sollten sich vom „Kundenservice“ des Billigfliegers nicht abwimmeln

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