Januar 8, 2026

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Januar 8, 2026

Entwicklungen im Bereich des Reiserechts: Schlichtungsstelle zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2025

Die juristische Aufarbeitung von Reisekonflikten in Deutschland zeigt eine leichte Entspannung auf hohem Niveau. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr (söp) insgesamt rund 42.000 eingegangene Beschwerden. Damit sanken die Fallzahlen im Vergleich zum absoluten Rekordjahr 2024 um etwa 5.600 Anträge. Experten führen diesen Rückgang primär auf eine Stabilisierung der operativen Abläufe bei den Verkehrsträgern sowie auf das Ausbleiben flächendeckender IT-Ausfälle und massiver Streikwellen zurück, die das Vorjahr geprägt hatten. Trotz der rückläufigen Tendenz bleibt der Druck auf die Schlichtungsinstanzen groß, da insbesondere im Flugverkehr weiterhin systemische Probleme bei der Einhaltung von Flugplänen bestehen. Während die Bahn mit sinkenden Pünktlichkeitswerten kämpft, konnten viele Fluggesellschaften ihre internen Prozesse nach den Turbulenzen der Post-Corona-Phase optimieren. Die hohe Einigungsquote von fast 90 Prozent unterstreicht dabei die Bedeutung der außergerichtlichen Streitbeilegung für den deutschen Reisemarkt. Stabilität durch Prozessoptimierung und weniger externe Störfaktoren Der Rückgang der Beschwerdezahlen im Jahr 2025 ist ein Indikator für eine verbesserte Belastbarkeit der touristischen Infrastruktur. Im Jahr 2024 hatten außergewöhnliche Umstände wie extreme Wetterlagen, weitreichende technische Defekte in der Flugsicherung und koordinierte Arbeitskämpfe zu einer Überlastung der Kundenservice-Abteilungen geführt. Viele Reisende sahen in der Schlichtung den einzigen Weg, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen. Im darauffolgenden Jahr zeigten sich die Auswirkungen von Personalengpässen deutlich reduziert, da viele Unternehmen massiv in die Rekrutierung und Schulung von Boden- und Bordpersonal investiert hatten. Zudem trug die digitale Transformation der Buchungs- und Reklamationssysteme Früchte. Viele Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben automatisierte Rückerstattungsprozesse implementiert, die einfache Entschädigungsfälle bereits vor der Einschaltung einer externen Schlichtungsstelle lösen.

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Konflikt am BER: Ryanair fordert Aufweichung des Nachtflugverbots nach Verspätungen

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat eine offizielle Forderung an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gerichtet, die geltenden Nachtflugbeschränkungen am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zu lockern. Der Vorstoß des irischen Luftfahrtunternehmens erfolgt als Reaktion auf einen operativen Zwischenfall am vergangenen Sonntag, bei dem drei Maschinen aufgrund geringfügiger Zeitüberschreitungen vom Nachtflugverbot betroffen waren. Konkret durften zwei geplante Starts nach London-Stansted und Budapest nach Mitternacht nicht mehr durchgeführt werden, während eine Landung aus Vilnius nach Hannover umgeleitet werden musste. Von den daraus resultierenden Flugausfällen und Umwegen waren insgesamt 540 Passagiere betroffen, die teilweise in Hotels untergebracht oder mit Bussen nach Berlin transportiert werden mussten. Ryanair begründet die Verspätungen mit externen Faktoren, auf welche die Besatzungen keinen direkten Einfluss hatten. Demnach führten langwierige Enteisungsprozesse am Boden des Flughafens Berlin Brandenburg zu massiven Verzögerungen in der Abfertigungskette. In der Luftfahrtbranche ist die Enteisung im Winter ein kritischer Flaschenhals, da sie aus Sicherheitsgründen unmittelbar vor dem Start erfolgen muss. Wenn die Bodenverkehrsdienste bei winterlichen Wetterlagen überlastet sind, geraten eng getaktete Flugpläne schnell aus den Fugen. Die Fluggesellschaft plädiert daher für eine größere Flexibilität und Ausnahmeregelungen bei der Handhabung der Nachtflugzeiten, sofern die Verspätungen durch die Flughafeninfrastruktur selbst verursacht wurden. Recherchen im Umfeld des Bundesverkehrsministeriums und der Berliner Landespolitik zeigen, dass das Nachtflugverbot am BER ein hochempfindliches politisches Thema bleibt. Die aktuelle Regelung sieht vor, dass zwischen 0:00 Uhr und 5:00 Uhr keine regulären Starts und Landungen stattfinden dürfen; Randzeiten bis 24:00 Uhr sind nur unter strengen Auflagen nutzbar. Während Wirtschaftsverbände eine Flexibilisierung fordern, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu

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Krisenmanagement am Flughafen Schiphol: Massive Beeinträchtigungen durch winterliche Wetterlage

Das Jahr 2026 hat für den internationalen Luftverkehrsknotenpunkt Amsterdam Schiphol mit erheblichen operativen Herausforderungen begonnen. Eine über mehrere Tage anhaltende Periode mit Schneefall, gefrierendem Regen und extrem niedrigen Temperaturen hat den Betrieb an einem der geschäftigsten Flughäfen Europas zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Während Räumdienste im Dauereinsatz sind, um die Start- und Landebahnen befahrbar zu halten, führen die notwendigen Enteisungsvorgänge und eine drastisch reduzierte Kapazität der Rollwege zu massiven Verzögerungen. Besonders betroffen ist die niederländische Fluggesellschaft KLM, die aufgrund ihrer Dominanz am Standort hunderte Flüge streichen musste. Die Situation verdeutlicht die Anfälligkeit moderner Hub-Strukturen gegenüber extremen Wetterereignissen und stellt Passagiere sowie Bodenpersonal vor eine logistische Zerreißprobe. Logistische Hürden auf dem Vorfeld Die winterlichen Bedingungen haben am Flughafen Schiphol zu einem Phänomen geführt, das in Fachkreisen als Taxieren ins Nirgendwo bezeichnet wird. Da die Kapazitäten auf den Rollwegen durch Schneeanhäufungen und langwierige Enteisungsprozesse stark eingeschränkt sind, kommt es zu extremen Wartezeiten zwischen dem Verlassen des Gates und dem eigentlichen Start. Ein prominentes Beispiel war der Flug KL1003 von Amsterdam nach London Heathrow. Die eingesetzte Maschine vom Typ Airbus A321neo verließ das Gate mit einer nur geringfügigen Verzögerung, musste jedoch nach über zwei Stunden auf den verstopften Rollwegen umkehren. Ohne jemals abgehoben zu haben, kehrte das Flugzeug schließlich zum Gate zurück, da sich das Wetter weiter verschlechterte und das Zeitfenster für einen sicheren Start verstrichen war. Diese Situation ist kein Einzelfall. Auch internationale Fernflüge sind von der Überlastung der Infrastruktur betroffen. So musste ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates nach der Landung

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Kapazitätserweiterung auf der Strecke Reykjavík–München: Icelandair setzt Boeing 767 ein

Die isländische Fluggesellschaft Icelandair reagiert auf die veränderte Nachfrage im Winterreiseverkehr und passt den Flugplan für die Verbindung zwischen Reykjavík und München kurzfristig an. Wie aus aktuellen Branchendaten von Aeroroutes hervorgeht, wird das Unternehmen im Zeitraum vom 10. Januar bis zum 28. Februar 2026 ein deutlich größeres Fluggerät einsetzen. Statt der üblichen Schmalrumpfflugzeuge der Boeing 737 MAX-Reihe kommt auf dieser Route die Boeing 767-300ER zum Einsatz. Eine einzige Ausnahme bildet der 31. Januar, an dem planmäßig wieder ein kleineres Modell verkehrt. Dieser Wechsel markiert eine erhebliche Kapazitätssteigerung für den bayerischen Standort im ersten Quartal des Jahres. Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen, dass der Einsatz der Boeing 767-300ER auf dieser Mittelstrecke primär dazu dient, das gestiegene Aufkommen an Umsteigeverbindungen über das Drehkreuz Keflavík abzufangen. Insbesondere der Transitverkehr zwischen Süddeutschland und Nordamerika verzeichnete zuletzt hohe Buchungszahlen. Die Boeing 767 bietet im Vergleich zur Standardbestuhlung der 737-Modelle nicht nur mehr Sitzplätze, sondern auch eine großzügigere Konfiguration in der Saga Class sowie eine höhere Frachtkapazität. Branchenbeobachter werten diesen Schritt als Reaktion auf die verstärkte Konkurrenz im Transatlantikmarkt, bei der Icelandair durch die Erhöhung des Sitzplatzangebots pro Flug die operative Effizienz steigern will. Die strategische Entscheidung fällt in eine Phase, in der Island im Winter als Reiseziel für den Tourismus in Europa weiter an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig sichert die Fluggesellschaft durch den Einsatz des Großraumflugzeugs wichtige Kapazitäten für den Export von Waren, die über den Flughafen München in den süddeutschen Raum gelangen. Die Boeing 767-300ER ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Langstreckenflotte von Icelandair und wird

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Strategische Reaktivierung historischer Luftstützpunkte: Die neue US-Pazifikstrategie im Schatten globaler Spannungen

Inmitten wachsender geopolitischer Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum vollzieht das US-Militär eine tiefgreifende operative Kehrtwende. Kern dieser Strategie ist die Instandsetzung zahlreicher Flugplätze, die ursprünglich während des Zweiten Weltkriegs aus dem Dschungel und den Korallenriffen des Pazifiks gestampft wurden. Militärplaner begründen diesen Schritt mit der zunehmenden Verwundbarkeit großer, permanenter Stützpunkte durch moderne weitreichende Präzisionswaffen. Das neue Konzept sieht vor, Luftstreitkräfte nicht mehr an wenigen zentralen Hubs wie Guam oder Okinawa zu konzentrieren, sondern sie auf eine Vielzahl kleinerer, weit verstreuter Standorte zu verteilen. Diese Dezentralisierung soll die Zielerfassung für potenzielle Gegner massiv erschweren und die operative Handlungsfähigkeit der US-Luftwaffe auch im Falle massiver Raketenangriffe sicherstellen. Durch die Nutzung historischer Infrastruktur können Startbahnen und Rollwege deutlich schneller und kostengünstiger reaktiviert werden, als es bei einem kompletten Neubau der Fall wäre. Wandel der Einsatzdoktrin: Agile Combat Employment Der treibende Faktor hinter diesen umfangreichen Baumaßnahmen ist die Doktrin des sogenannten Agile Combat Employment, kurz ACE. Dieses Konzept bricht mit der traditionellen Abhängigkeit von etablierten, festen Stützpunkten in Regionen wie Hawaii oder Japan. ACE geht davon aus, dass US-Flugzeuge in einem künftigen Konflikt gezwungen sein werden, von zahlreichen unterschiedlichen Flugfeldern aus zu operieren und ihre Standorte häufig zu wechseln. Jäger, Tankflugzeuge und Unterstützungsmaschinen sollen sich in ständiger Bewegung befinden, um die gegnerische Zielplanung ins Leere laufen zu lassen. Die historische Infrastruktur des Zweiten Weltkriegs bietet hierfür eine ideale Grundlage. Viele der nun restaurierten Flugplätze unterstützten einst die Island Hopping Kampagnen quer durch den Pazifik. Heute bieten sie einen unschätzbaren strategischen Wert: vorhandene Fundamente und Korallenpisten,

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Marktentwicklung im Billigflugsektor: Ryanair und Wizz Air melden Passagierzuwachs

Die führenden europäischen Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air haben das Kalenderjahr 2025 mit einer erheblichen Steigerung ihrer Passagierzahlen abgeschlossen. Wie aus den aktuellen Verkehrsdaten für Dezember hervorgeht, beförderte die irische Ryanair 14,5 Millionen Fluggäste, was einem Zuwachs von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das Unternehmen profitierte dabei von einer stabilisierten Lieferkette bei Boeing, die den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten im dritten Quartal ermöglichte. Mit einer Auslastung von 92 Prozent und insgesamt 82.000 durchgeführten Flügen im Berichtsmonat festigt der Konzern seine Marktposition und korrigierte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf 207 Millionen Passagiere nach oben. Im Gegensatz zur stabilen Expansion bei Ryanair zeigt die Entwicklung bei Wizz Air ein zweigeteiltes Bild. Zwar verzeichnete die ungarische Fluggesellschaft im Dezember 2025 ein massives Passagierplus von 15,5 Prozent auf 5,85 Millionen Reisende, doch sank die Auslastung der Maschinen zeitgleich auf 85,9 Prozent. Zusätzliche Branchenanalysen verdeutlichen, dass Wizz Air unter erheblichem operativem Druck steht. Massive Triebwerksprobleme bei den Pratt-and-Whitney-Aggregaten führten dazu, dass weite Teile der Flotte für außerplanmäßige Wartungen am Boden bleiben mussten. Um diese Engpässe und den daraus resultierenden Kostendruck abzufedern, sah sich die Airline gezwungen, strategisch wichtige Basen wie Wien und Abu Dhabi zu schließen und die Auslieferung von 88 neuen Airbus-Flugzeugen zeitlich zu verschieben. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass der Wettbewerb im Low-Cost-Segment durch die unterschiedliche Flottenstrategie der beiden Marktführer neu definiert wird. Während Ryanair durch die Vereinheitlichung auf Boeing-Modelle Skaleneffekte nutzt und derzeit weniger von technischen Serienfehlern betroffen ist, kämpft Wizz Air mit der Komplexität ihrer Airbus-Flotte. Dennoch bleibt

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