
Entwicklungen im Bereich des Reiserechts: Schlichtungsstelle zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2025
Die juristische Aufarbeitung von Reisekonflikten in Deutschland zeigt eine leichte Entspannung auf hohem Niveau. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr (söp) insgesamt rund 42.000 eingegangene Beschwerden. Damit sanken die Fallzahlen im Vergleich zum absoluten Rekordjahr 2024 um etwa 5.600 Anträge. Experten führen diesen Rückgang primär auf eine Stabilisierung der operativen Abläufe bei den Verkehrsträgern sowie auf das Ausbleiben flächendeckender IT-Ausfälle und massiver Streikwellen zurück, die das Vorjahr geprägt hatten. Trotz der rückläufigen Tendenz bleibt der Druck auf die Schlichtungsinstanzen groß, da insbesondere im Flugverkehr weiterhin systemische Probleme bei der Einhaltung von Flugplänen bestehen. Während die Bahn mit sinkenden Pünktlichkeitswerten kämpft, konnten viele Fluggesellschaften ihre internen Prozesse nach den Turbulenzen der Post-Corona-Phase optimieren. Die hohe Einigungsquote von fast 90 Prozent unterstreicht dabei die Bedeutung der außergerichtlichen Streitbeilegung für den deutschen Reisemarkt. Stabilität durch Prozessoptimierung und weniger externe Störfaktoren Der Rückgang der Beschwerdezahlen im Jahr 2025 ist ein Indikator für eine verbesserte Belastbarkeit der touristischen Infrastruktur. Im Jahr 2024 hatten außergewöhnliche Umstände wie extreme Wetterlagen, weitreichende technische Defekte in der Flugsicherung und koordinierte Arbeitskämpfe zu einer Überlastung der Kundenservice-Abteilungen geführt. Viele Reisende sahen in der Schlichtung den einzigen Weg, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen. Im darauffolgenden Jahr zeigten sich die Auswirkungen von Personalengpässen deutlich reduziert, da viele Unternehmen massiv in die Rekrutierung und Schulung von Boden- und Bordpersonal investiert hatten. Zudem trug die digitale Transformation der Buchungs- und Reklamationssysteme Früchte. Viele Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben automatisierte Rückerstattungsprozesse implementiert, die einfache Entschädigungsfälle bereits vor der Einschaltung einer externen Schlichtungsstelle lösen.




