April 2, 2026

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April 2, 2026

Rechtliche Grundsatzentscheidung zur Veranstalterhaftung bei Verzögerungen am Flughafen-Check-in

Das Oberlandesgericht Celle hat mit einem richtungsweisenden Beschluss eine wichtige rechtliche Klärung für den Bereich des Pauschalreiserechts herbeigeführt. In dem Verfahren mit dem Aktenzeichen 11 U 31/25 stellten die Richter fest, dass Reiseveranstalter grundsätzlich für die Folgen übermäßig langer Wartezeiten am Check-in-Schalter haften müssen, wenn Passagiere dadurch ihren Flug verpassen. Die Entscheidung rückt die organisatorische Verantwortung der Reiseunternehmen in den Fokus und entlastet die Urlauber von der Pflicht, sich in Stresssituationen am Flughafen sozial unangemessen zu verhalten. Das Gericht stellte klar, dass Reisende nicht dazu verpflichtet sind, sich vorzudrängen oder andere Passagiere zu bedrängen, um rechtzeitig zum Gate zu gelangen. Vielmehr wird das reibungslose Funktionieren der Abfertigungsprozesse als Teil der vertraglich geschuldeten Reiseleistung gewertet. Damit trägt der Veranstalter das Risiko für organisatorische Mängel der von ihm beauftragten Fluggesellschaften oder deren Dienstleister am Boden. Chronologie eines verpassten Urlaubsstarts Der Entscheidung liegt ein konkreter Vorfall zugrunde, der die typischen Probleme moderner Flugreisen widerspiegelt. Zwei Urlauber hatten eine Pauschalreise gebucht und sich für ihren Abflug um 6:55 Uhr morgens bereits rund zwei Stunden vorher am Flughafen eingefunden. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der Abfertigungshalle jedoch bereits erheblicher Andrang. An lediglich zwei geöffneten Schaltern sollten gleichzeitig die Passagiere für zwei kurz hintereinander startende Flüge abgefertigt werden. Die Schätzung des Gerichts ging von etwa 150 wartenden Personen aus. Der eigentliche Check-in-Vorgang nahm für die betroffenen Kläger etwa eine volle Stunde in Anspruch. Die anschließende Sicherheitskontrolle beanspruchte weitere 50 Minuten, sodass die Reisenden erst kurz nach der offiziellen Boarding-Zeit das Abfluggate erreichten. Zu diesem Zeitpunkt war

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IATA meldet Rekordauslastung im weltweiten Luftverkehr für Februar 2026

Der internationale Luftverkehrsverband IATA hat für den Monat Februar 2026 einen deutlichen Anstieg der weltweiten Passagiernachfrage um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bekanntgegeben. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Druckfaktoren zeigt sich der Sektor weiterhin widerstandsfähig. Die Gesamtkapazität der Fluggesellschaften stieg parallel dazu um 5,6 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die globale Auslastung der Flugzeuge, die mit 81,4 Prozent einen historischen Höchstwert für einen Februar erreichte. Sowohl der internationale als auch der Inlandsverkehr trugen zu diesem Wachstum bei, wobei die Inlandsnachfrage mit einem Plus von 6,3 Prozent leicht über dem internationalen Zuwachs von 5,9 Prozent lag. Regional betrachtet ergaben sich jedoch erhebliche Unterschiede in der Dynamik. Während lateinamerikanische Fluggesellschaften mit einem Wachstum von 13,5 Prozent die Spitze anführten, verzeichneten asiatisch-pazifische Anbieter ein Plus von 8,6 Prozent, das unter anderem durch eine starke saisonale Nachfrage rund um das Neujahrsfest begünstigt wurde. Europa und Nordamerika meldeten jeweils ein solides Wachstum von 5,0 Prozent. Im Gegensatz dazu stagnierten die Fluggesellschaften im Nahen Osten mit einem Zuwachs von lediglich 0,9 Prozent. Hier führten regionale Konflikte und damit verbundene Flugplananpassungen zu einem Rückgang der Auslastungsrate, da Passagiere vermehrt Routen um die Krisengebiete herum wählten. IATA-Generaldirektor Willie Walsh verwies zwar auf die robuste Grundnachfrage, mahnte jedoch zur Vorsicht angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten beeinflusst bereits die Branchenprognosen für das restliche Jahr. Steigende Treibstoffkosten, Kapazitätsengpässe bei den Flugzeugherstellern und notwendige Umwege bei der Routenführung beginnen bereits, die Ticketpreise nach oben zu treiben und das geplante Wachstum einiger Airlines zu drosseln. Insbesondere der

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Prosiebensat.1: Verkauf von Billiger-mietwagen.de und Camperdays besiegelt

Der Unterföhringer Medienkonzern Prosiebensat.1 treibt die Fokussierung auf sein Kerngeschäft Entertainment mit hoher Geschwindigkeit voran und trennt sich im Zuge dessen von namhaften Beteiligungen im Mobilitätssektor. Wie das Unternehmen im Rahmen der aktuellen Strategieanpassung bestätigte, wurde die Veräußerung der marktführenden Vergleichsplattform Billiger-mietwagen.de erfolgreich eingeleitet. Das Portal, das organisatorisch unter dem Dach der Floyt Mobility GmbH geführt wurde, geht an ein Konsortium über, welches von der Beteiligungsgesellschaft Pivotum Capital angeführt wird. Nahezu zeitgleich gab der Konzern bekannt, dass auch die spezialisierte Buchungsplattform Camperdays den Besitzer wechselt und an eine Gruppe privater Investoren veräußert wird. Diese Transaktionen sind Teil eines umfassenden Umbauprozesses, mit dem sich der Konzern von Randaktivitäten trennt, die keine direkten Synergien mit der medialen Reichweite und der Streaming-Strategie des Hauses aufweisen. Über die genauen finanziellen Modalitäten und die erzielten Kaufpreise wurde zwischen den beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Der endgültige Abschluss beider Verkäufe wird für Ende April 2026 erwartet. Konsequenter Rückzug aus dem Segment der Mobilitätsportale Die Entscheidung, sich von Billiger-mietwagen.de zu trennen, markiert das Ende einer Ära, in der Prosiebensat.1 massiv in E-Commerce-Modelle investierte, um Werbezeiten gegen Unternehmensanteile zu tauschen. Die Plattform galt lange Zeit als eines der Aushängeschilder im Commerce-Portfolio des Konzerns. Mit dem Verkauf an Pivotum Capital folgt die Marke nun einem Weg, den zuvor bereits andere Tochtergesellschaften eingeschlagen haben. Erst kürzlich hatte das Konsortium um Pivotum Capital auch das Vermarktungsunternehmen esome sowie den Retail-Media-Spezialisten Kairion übernommen. Durch die Bündelung dieser ehemaligen Prosiebensat.1-Assets unter einem neuen Eigner zeigt sich ein deutlicher Konsolidierungstrend bei digitalen Dienstleistern. Für den

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Axel Eschment übernimmt Geschäftsführung Personal am Flughafen Berlin Brandenburg

Mit Wirkung zum 1. April 2026 hat Axel Eschment sein neues Amt als Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor bei der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) angetreten. Er vervollständigt damit das Führungstrio des Unternehmens an der Seite der Vorsitzenden Aletta von Massenbach und des Geschäftsführers Finanzen Michael Halberstadt. Die Entscheidung für die Personalie fiel bereits in der Aufsichtsratssitzung am 17. Oktober 2025. Eschment übernimmt die Verantwortung für die strategische Personalentwicklung, das Personalcontrolling sowie die Lohnbuchhaltung. Darüber hinaus fallen die Umlandarbeit und das Schallschutzmanagement des Hauptstadtflughafens BER in seinen direkten Zuständigkeitsbereich. Der gebürtige Berliner bringt umfassende Erfahrung aus dem Bereich der öffentlichen Infrastruktur mit. Vor seinem Wechsel zur Flughafengesellschaft war er bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) als Bereichsleiter Businesspartner Personal tätig. In dieser Funktion agierte er zudem als Prokurist des Verkehrsunternehmens und als Geschäftsführer des BVG-Ausbildungscampus. Seine Expertise in der Steuerung komplexer Personalstrukturen und Ausbildungsprogramme gilt als wesentlicher Faktor für seine Berufung, da die FBB vor der Herausforderung steht, den Personalbedarf am Standort Schönefeld langfristig zu sichern und gleichzeitig die betriebliche Effizienz zu steigern. Seine berufliche Laufbahn startete der Diplombetriebswirt bei der Landesbank Berlin, bevor er über zwei Jahrzehnte hinweg verschiedene Führungspositionen bei der Sparkasse KölnBonn bekleidete. Dort verantwortete er unter anderem die Bereiche Unternehmensberatung sowie Strategie und Prozesse. Als Certified Finance Expert der Business School St. Gallen verfügt Eschment zudem über fundierte Kenntnisse in der Finanzsteuerung, die er zuletzt im Personalcontrolling der Sparkasse einsetzte. Diese Kombination aus kaufmännischem Fachwissen und operativer Personalerfahrung soll dazu beitragen, die administrativen Abläufe innerhalb der Flughafengesellschaft zu modernisieren.

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Lufthansa Group zwischen Expansionskurs und Krisenvorsorge im Geschäftsjahr 2026

Die deutsche Luftfahrtindustrie steht im Frühjahr 2026 vor einer beispiellosen Zäsur. Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen am Persischen Golf sieht sich die Lufthansa Group mit einer paradoxen Marktsituation konfrontiert, die sowohl massive Wachstumschancen als auch existenzbedrohende Kostenrisiken birgt. Während der Konzern mit einer Erweiterung seines Sommerflugplans um rund 1.600 zusätzliche Flüge auf eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Direktverbindungen reagiert, bereitet die Konzernleitung im Frankfurter Aviation Center gleichzeitig tiefgreifende Sparmaßnahmen vor. Hintergrund dieser zweigleisigen Strategie sind explodierende Kerosinkosten, die trotz umfangreicher Absicherungsgeschäfte Milliardenbelastungen verursachen könnten. Konzernchef Carsten Spohr warnte intern bereits vor einer mittelfristigen Dämpfung der weltweiten Reisenachfrage. Das Unternehmen agiert somit in einem Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Sonderkonjunktur durch die Meidung von Golf-Drehkreuzen und der Vorbereitung auf die Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen, um die operative Marge in einem volatilen Umfeld zu sichern. Verlagerung der globalen Passagierströme und Ausbau der Drehkreuze Der bewaffnete Konflikt in der Golfregion hat die Statik des internationalen Luftverkehrs innerhalb weniger Wochen verschoben. Passagiere, die bisher die großen Drehkreuze in Dubai, Doha oder Abu Dhabi für Umsteigeverbindungen nach Asien und Afrika nutzten, weichen verstärkt auf europäische Hubs aus. Diese Verlagerung führt zu einer unerwarteten Vollauslastung der Maschinen auf den angestammten Lufthansa-Routen. Um diesen Bedarf zu decken, hat der Konzern bereits für die Monate März und April kurzfristig 60 Sonderflüge in das System aufgenommen. Für die kommende Sommersaison plant die Lufthansa-Gruppe eine großangelegte Kapazitätsoffensive. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem indischen Markt. Von Frankfurt aus werden die Frequenzen nach Chennai, Delhi und Hyderabad erhöht, während München eine zusätzliche

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Iberia weitet Kapazitäten auf dem brasilianischen Markt massiv aus

Die spanische Fluggesellschaft Iberia verstärkt im Rahmen ihres strategischen Flugplans 2030 ihre Präsenz in Südamerika und kündigt für die Wintersaison 2026/2027 eine deutliche Kapazitätserhöhung in Brasilien an. Das Unternehmen plant, das Angebot an Sitzplätzen um 18 % auf insgesamt 322.000 Plätze zwischen Ende Oktober und März zu steigern. Dieser Ausbau konzentriert sich insbesondere auf den Nordosten des Landes, wobei die Destinationen Recife und Fortaleza im Mittelpunkt stehen. Durch die Erweiterung der Langstreckenflotte auf mittlerweile 50 Flugzeuge kann die Airline ihre Position als wichtigster Anbieter für Verbindungen zwischen Europa und Lateinamerika weiter festigen und die Frequenzen auf Schlüsselrouten stabilisieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der Strecke nach Recife, die von derzeit drei wöchentlichen Verbindungen auf bis zu sieben Flüge pro Woche aufgestockt wird. Damit wird die Stadt weitgehend täglich nonstop mit dem Drehkreuz Madrid verbunden, was im Vergleich zum Vorjahr einer Kapazitätssteigerung von 190 % entspricht. Auch Fortaleza verzeichnet ein signifikantes Wachstum: Die Frequenz steigt von drei auf bis zu fünf wöchentliche Rotationen, was ein Plus von 161 % bei den verfügbaren Sitzplätzen bedeutet. Diese Maßnahmen ergänzen die bestehenden täglichen Doppelverbindungen nach São Paulo sowie die fünf wöchentlichen Flüge nach Rio de Janeiro, wodurch Iberia ein flächendeckendes Netz für den brasilianischen Markt sicherstellt. Technologisch setzt Iberia auf diesen Routen auf den Airbus A321XLR, das neueste Schmalrumpfflugzeug für die Langstrecke auf dem Markt. Mit einer Kapazität von 182 Sitzplätzen, aufgeteilt in Business- und Economy-Class, ermöglicht dieser Flugzeugtyp einen wirtschaftlichen Betrieb auf Distanzen, die bisher größeren Maschinen vorbehalten waren. Aufgrund der hohen Nachfrage in

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