Air Malta: 6.000 Stornos in einer Woche und unzählige No-Shows

Airbus A320neo (Foto: V1Images.com/Simon Clough).
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Air Malta: 6.000 Stornos in einer Woche und unzählige No-Shows

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Die seit Mittwoch praktizierten Einreisebestimmungen der Republik Malta bereiten der staatlichen Fluggesellschaft Air Malta zunehmend Probleme. Mittlerweile weiß man gar nicht mehr wie viele Passagiere man pro Flug erwartet, denn die No-Show-Quote soll enorm hoch sein.

Die Kundengruppe, die ihre bezahlten Flüge einfach nicht antritt, ist für den Carrier aber weniger problematisch als jene, die ihre Tickets stornieren und ihr Geld zurückhaben wollen. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, dass man seit dem Bekanntwerden der neuen Einreiseregeln, also seit 9. Juli 2021, rund 6.000 Stornos bekommen hat. Auch sollen die Neubuchungen regelrecht in den Keller eingebrochen sein.

Dazu kommt, dass Malta sämtliche Airlines, die den Luqa Airport ansteuern, angewiesen hat, dass der Nachweis über die vollständige Impfung oder aber in streng definierten Ausnahmefällen der negative PCR-Befund, bereits vor dem Abflug gesichtet werden muss. Alternativ kann auch eine Sondergenehmigung des Gesundheitsministeriums vorgewiesen werden. Wer das nicht kann, darf nicht einsteigen.

Boarding muss häufig verweigert werden

Bei manchen Urlaubern scheinen sich die neuen Einreiseregeln noch nicht herumgesprochen zu haben oder aber die naive Annahme vorzuherrschen, dass man ja schon gebucht habe und daher nicht betroffen wäre. Ein Irrtum, denn in vielen Fällen muss die Beförderung verweigert werden. In UK erweisen sich die beiden unterschiedlichen AstraZeneca-Varianten als zusätzliches Problem, denn Malta hat offenbar übersehen, dass das Vereinigte Königreich sowohl die „Original-Version“ als auch die indische Lizenzproduktion verimpft.

Bei Air Malta laufen die Telefone regelrecht heiß. Dies bestätigte auch eine Sprecherin und sagte auch, dass die meisten Anrufer ihre Tickets stornieren wollen und die Rückzahlung ihres Geldes durchsetzen wollen. Welche Auswirkungen das auf den weiteren Verlauf des Flugplans haben wird, ist momentan noch nicht absehbar. Möglicherweise könnte es, so der Sprecher, zu Anpassungen im Streckennetz kommen, aber fix ist noch nichts.

Derzeit unberechenbar viele No-Shows

In diesem Zusammenhang kommen dann auch die No-Shows ins Spiel. Dabei handelt es sich um Fluggäste, die bezahlte Tickets haben, jedoch diese nicht nutzen. In normalen Zeiten rechnen Fluggesellschaften mit etwa zehn Prozent No-Shows. Bei Lowcostern, die in hohem Umfang zu einstelligen Europreisen verkaufen, ist der Anteil höher. Bei Air Malta soll die Quote wegen der neuen Einreisebestimmungen extrem hoch sein, wobei keine genauen Zahlen genannt wurden. Jedenfalls würden die verkauften Buchungen und die Anzahl der Reisenden, die das Flugzeug besteigen, sehr stark voneinander abweichen. Die neuen Einreisebestimmungen der Republik Malta sehen vor, dass nur Personen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, ohne Quarantäne einreisen dürfen. In bestimmten Ausnahmefällen, die vorab durch das Gesundheitsministerium zu genehmigen sind, kann ein negativer PCR-Test ausreichend sein. Liegt keine Ausnahmebewilligung vor, so ist eine 14-tägige Hotel-Quarantäne anzutreten. Für die Unterbringung – ohne Bewirtung – und den obligatorischen PCR-Test werden mehr als 1.500 Euro fällig. Damit werden Touristen abgeschreckt und darunter dürfte die stark vom Tourismus abhängige Wirtschaft massiv leiden.

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Amely Mizzi ist Executive Assistant bei Aviation Direct Malta in San Pawl il-Baħar. Zuvor war sie im Bereich Aircraft and Vessel Financing bei einem Bankkonzern tätig. Sie gilt als sprachliches Talent und spricht sieben Sprachen fließend. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in Österreich auf der Schipiste und im Sommer an Mittelmeerstränden quasi vor der Haustür auf Gozo.

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