Besonders das von Leonore Gewessler (Grüne) geführte Verkehrsministerium forciert seit einiger Zeit Nachtzüge. Viel Steuergeld wird ausgegeben, um bestehende Garnituren zu modernisieren und neue anzuschaffen. Die Österreichischen Bundesbahnen sind mittlerweile europäischer Marktführer in diesem Segment. Doch gerade in Verbindung mit dem Klimaticket läuft auf internationalen Strecken nicht alles ganz so wie es in der Werbesprache dargestellt wird. Die Netzkarte berechtigt zur Nutzung der Nachtzüge in den Sitzwägen innerhalb Österreichs. Allerdings unterliegen Verbindungen der Gattungen Nightjet und Euronight der Reservierungspflicht. Je nach Strecke fallen hierfür zwischen drei und sechs Euro an. Handelt es sich um eine reine Inlandsstrecke, beispielsweise Wien-Bregenz, ist der Kauf der notwendigen Platzkarte sehr einfach und online, über die App oder am Schalter möglich. Kompliziert wird es aber bei Euronight-Zügen, die über Österreich ins Ausland verkehren. Es gibt häufig sehr viele Zwischenstopps, aber der Kauf der Platzkarte gleicht einem Verwirrspiel, für das auch mühsame Recherche notwendig sein kann. Hintergrund ist, dass der Verkauf von „Nur-Reservierung“ auf Euronight-Verbindungen nicht vorgesehen ist. Dazu kommt, der Umstand, dass die Züge mitunter gleich mehrere Zugnummern haben. Am Beispiel der Verbindung von Budapest über Wien, Salzburg und München nach Stuttgart: Die MAV verwendet eine andere Nummer als die ÖBB, die Deutsche Bahn nutzt wieder eine andere und es kommt noch eine dazu: In Salzburg wird der Zug mit einem aus Kroatien zusammengeführt und voila entsteht die nächste Zugnummer. Doch damit nicht genug: Die ÖBB führen den besagten Euronight-Zug zwischen Wien und Salzburg zusätzlich unter einer Eurocity-Nummer. Klimaticket bietet im internationalen Verkehr kaum Vorteile