Jan Gruber

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Jan Gruber

Norwegen führt Fahrverbot für große Kreuzfahrtschiffe bei Sturm ein

Als direkte Konsequenz aus der Beinahe-Katastrophe des Kreuzfahrtschiffs „Viking Sky“ im Jahr 2019 führt Norwegen ab dem Jahr 2026 ein Fahrverbot für große Passagierschiffe in besonders exponierten Küstenabschnitten ein, sobald eine Sturmwarnung vorliegt. Die neue Vorschrift der norwegischen Küstenverwaltung (Kystverket) zielt darauf ab, die Sicherheit auf See drastisch zu erhöhen und die Rettungskräfte bei extremen Wetterlagen zu entlasten. Das Fahrverbot gilt für Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von über 150 Metern und tritt in Kraft, wenn das Norwegische Meteorologische Institut eine Sturmwarnung mit Windgeschwindigkeiten von Beaufort 8 oder mehr prognostiziert. Diese Windstärke wird als „stürmische Böen“ mit sehr hohen Wellen und überall entstehenden Schaumstreifen beschrieben. Betroffen sind insgesamt sechs als besonders gefährlich eingestufte Küstenabschnitte, darunter die für ihre Tücken bekannte Hustadvika, sowie Stad, Folda, Fugløykalven, Sørøya und Honningsvåg. Große Schiffe müssen in diesem Fall entweder abwarten oder die betroffenen Zonen großräumig umfahren. Schiffe, die sich bereits im gesperrten Gebiet befinden, dürfen ihre Fahrt jedoch fortsetzen. Der Anlass für die strengere Regulierung war der Vorfall vom März 2019, als die „Viking Sky“ mit 1.373 Menschen an Bord vor der Hustadvika in einem schweren Sturm wegen eines technischen Problems – später als Folge zu geringen Schmierölstands in den Motoren identifiziert – manövrierunfähig trieb und nur knapp an einer Strandung vorbeischrammte. Die anschließende Evakuierung per Helikopter gestaltete sich unter den extremen Bedingungen überaus schwierig und langwierig. Nur etwa 480 Personen konnten in 17 Stunden von Bord gebracht werden. Die Havarie hatte deutlich gemacht, dass Rettungsmaßnahmen für ein derart großes Schiff bei hohem Wellengang in

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Französische Flugsicherung testet Wettertools zur Reduktion von Flugverspätungen

Die Direction des Services de la Navigation Aérienne (DSNA), die Flugsicherungsbehörde Frankreichs, hat gemeinsam mit dem Technologieanbieter SITA erfolgreich den Einsatz von Echtzeit-Wettertools in der Flugverkehrskontrolle erprobt. Ziel des Tests war die Verbesserung des Wettermanagements in einem der verkehrsreichsten Lufträume Europas, da Gewitter und Turbulenzen regelmäßig zu Tausenden von Verspätungen und zu Kapazitätsengpässen führen. Das sogenannte Proof-of-Concept fand im Sommer und Herbst 2025 im Area Control Centre (ACC) Reims statt. Dort wurden die SITA-Systeme Enhanced Weather Awareness System (eWAS) und Mission Watch eingesetzt. Diese Tools liefern dieselben detaillierten Live-Wetterdaten, die bereits von Piloten und Flugdisponenten der Airlines genutzt werden. Über einen Zeitraum von 21 Tagen, an denen wetterbedingte Kapazitätseinschränkungen auftraten (Juli bis Oktober 2025), verfolgten und reagierten die DSNA-Flussmanager auf schnell wechselnde Wetterbedingungen in verschiedenen Sektoren. Die Ergebnisse der Versuchsphase waren laut DSNA eindeutig positiv und weisen auf eine erhebliche operative Steigerung hin. Durch die präzisere Vorhersage von Wetterschwankungen konnten die wetterbedingten Verspätungen um bis zu 65 Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer geschätzten Einsparung von 60.000 bis 105.000 Minuten an Flugverzögerungen im Testzeitraum. Diese Verbesserungen in der Abwicklung führten auch zu direkten finanziellen Vorteilen für die Flugsicherung: Es konnten 2.700 zusätzliche Flüge abgewickelt werden, was bei einer durchschnittlichen Streckengebühr von 750 Euro pro Flug Mehreinnahmen von rund 2,02 Millionen Euro generierte. Während der Erprobung wurde die Sicherheit des Luftverkehrs zu keiner Zeit beeinträchtigt. Gael Barbezier, Einsatzleiter im ACC Reims, hob hervor, dass durch die einheitliche Informationsbasis eine präzise Anpassung der Kapazität an die Wetterlage möglich war, ohne unnötige Verkehrsbeschränkungen

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Discover Airlines und Verdi einigen sich auf Schutz bei Fluguntauglichkeit

Die Fluggesellschaft Discover Airlines, eine Tochter des Lufthansa-Konzerns, und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben nach mehrmonatigen Verhandlungen eine umfassende Einigung über die Absicherung des fliegenden Personals beim Berufsrisiko der Fluguntauglichkeit erzielt. Die neue Regelung bietet den rund 2.000 Beschäftigten in Cockpit und Kabine Schutz vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und damit ihres Einkommens aufgrund krankheitsbedingter oder dauerhafter Fluguntauglichkeit. Dieser Abschluss gilt in der Branche als bedeutender Fortschritt und setzt neue Maßstäbe, insbesondere im Vergleich zu den Regelungen bei anderen Fluggesellschaften innerhalb und außerhalb des Lufthansa-Konzerns. Der Kern der Vereinbarung liegt in der Einführung einer kollektiven Versicherung für Cockpitpersonal, deren Beiträge vollständig von Discover Airlines übernommen werden, sowie in deutlich erhöhten Abfindungsregelungen und Zuschüssen für Kabinenpersonal. Die Einigung verschafft der Belegschaft des Ferienfliegers eine höhere finanzielle Sicherheit und stellt einen wichtigen Erfolg für die Gewerkschaft Verdi dar, die erst 2024 erstmals Tarifverträge bei Discover Airlines durchsetzen konnte. Umfangreiche Absicherung für Cockpitpersonal Die Einigung sieht eine weitreichende kollektive Absicherung für alle Cockpitbeschäftigten vor, die unabhängig von ihrem Lebensalter und ihrer Betriebszugehörigkeit gilt. Die Beiträge für diese kollektive Versicherung werden vollständig von Discover Airlines getragen. Die Höhe der Versicherungssummen bei dauerhafter Fluguntauglichkeit staffelt sich nach der Position des Personals: Alternativ zur kollektiven Versicherung haben Piloten die Möglichkeit, sich für einen jährlichen Zuschuss von 2.100 Euro zu entscheiden, den sie für ihre private Loss-of-Licence (lol)-Versicherung verwenden können. Diese lol-Versicherungen sind in der Luftfahrtbranche gängig, um das finanzielle Risiko des Verlusts der Fluglizenz aus medizinischen Gründen abzufedern. Die Möglichkeit, zwischen kollektiver Absicherung und privatem Zuschuss zu

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Iberia intensiviert Amerikageschäft: Neue Route Madrid-Toronto mit dem Airbus A321XLR

Die spanische Fluggesellschaft Iberia treibt ihren ambitionierten „Flugplan 2030“ voran und stärkt ihre Position als wichtigstes Verbindungsglied zwischen Europa und Amerika. Als jüngster Meilenstein dieser Expansionsstrategie wurde die Aufnahme einer neuen Direktverbindung zwischen der spanischen Hauptstadt Madrid und der kanadischen Metropole Toronto bekannt gegeben. Die Strecke wird ab dem 13. Juni 2026 mit fünf wöchentlichen Frequenzen (Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag) bedient. Für die Transatlantikflüge setzt Iberia das hochmoderne Schmalrumpfflugzeug Airbus A321XLR ein, dessen Erstbetreiberin die spanische Airline ist. Diese neue Route nach Toronto, die die kürzlich eröffneten Destinationen Orlando, Recife, Fortaleza und Monterrey ergänzt, unterstreicht Iberias klaren Fokus auf den amerikanischen Kontinent. Durch den Einsatz des A321XLR, der Transatlantikflüge mit der Wirtschaftlichkeit eines Single-Aisle-Flugzeugs ermöglicht, schafft Iberia neue Kapazitäten für Geschäfts- und Tourismusreisen zwischen Kanada, Spanien und dem gesamten europäischen Netzwerk der Airline. Die Verbindung zielt darauf ab, die bereits bestehenden hohen Passagierzahlen zwischen Toronto und Madrid weiter zu steigern und somit die Attraktivität des Drehkreuzes Madrid-Barajas zu erhöhen. Der strategische „Flugplan 2030“ als Wachstumsmotor Die Einführung der Toronto-Route ist ein zentraler Bestandteil des strategischen „Flugplans 2030“ von Iberia. Diese langfristige Roadmap sieht eine umfassende Investition von 6 Milliarden Euro vor, die auf mehrere Kernbereiche ausgerichtet ist: die Erneuerung und signifikante Erweiterung der Flugzeugflotte, die umfassende Digitalisierung der Dienstleistungen, die Verbesserung des Kundenerlebnisses und die Erschließung neuer Destinationen. Im Rahmen dieses Plans strebt Iberia eine deutliche Vergrößerung ihrer Langstreckenflotte an, die von derzeit 48 auf 70 Flugzeuge anwachsen soll. Die Fokussierung auf Amerika ist hierbei strategisch. Iberia positioniert

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Flydubai führt Starlink-Breitbandinternet in Boeing 737-Flotte ein

Die in Dubai ansässige Fluggesellschaft Flydubai hat auf der Dubai Airshow 2025 eine Vereinbarung mit SpaceX bekannt gegeben, um das satellitengestützte Breitbandinternet Starlink in ihre wachsende Flotte zu integrieren. Die Fluggesellschaft wird damit ihren Passagieren auf ihren Boeing 737-Flugzeugen eine hochmoderne Konnektivität bieten, die hohe Geschwindigkeiten und geringe Latenzzeiten ermöglicht. Die Installation des Dienstes ist für 100 Flugzeuge im Jahr 2026 geplant. Die Einführung von Starlink, dem Satellitennetzwerk von SpaceX, ist Teil der Investitionsstrategie von Flydubai, die darauf abzielt, das Reiseerlebnis an Bord neu zu definieren. Die neue Technologie verspricht eine nahtlose Breitbandverbindung, die vergleichbar mit der Nutzung zu Hause ist. Passagiere sollen in der Lage sein, HD-Streaming, Online-Gaming und Videogespräche von Start bis Landung ohne Unterbrechung zu nutzen. Ghaith Al Ghaith, CEO von Flydubai, betonte, dass zuverlässige Konnektivität zu einem wesentlichen Bestandteil moderner Reisen geworden sei und die Partnerschaft mit Starlink es der Airline erlaube, die wachsenden Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Starlink wird der exklusive Anbieter für die Inflight-Konnektivität der Flydubai-Flotte. Das Unternehmen plant, den Dienst im Jahr 2026 in der Mehrheit seiner Flugzeuge zu installieren. Die Installationszeiten für die Starlink-Hardware, die typischerweise in Stunden statt Tagen gemessen werden, erleichtern einen raschen Rollout über die Flotte. Die neue Konnektivität soll nicht nur für Passagiere, sondern auch für die Besatzung von Vorteil sein, indem sie Echtzeitdaten für einen optimierten Reiseablauf liefert. Mit diesem Schritt schließt sich Flydubai einer wachsenden Zahl internationaler Fluggesellschaften an, die auf die Satellitenkonnektivität der nächsten Generation setzen, um ein erstklassiges Erlebnis für Geschäfts- und Urlaubsreisende

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Supernova Airlines startet neue Frachtverbindung zwischen Lüttich und Ostrava

Der Flughafen Lüttich (LGG) hat eine neue, regelmäßige Frachtverbindung der ukrainischen Fluggesellschaft Supernova Airlines bekannt gegeben. Die Route verbindet Lüttich viermal wöchentlich mit dem Flughafen Ostrava (OSR) in der Tschechischen Republik. Diese neue Linie stärkt die Rolle des Lütticher Flughafens als wichtiges europäisches Logistik-Tor und erweitert gleichzeitig die Präsenz von Supernova Airlines in Mitteleuropa. Supernova Airlines, die während einer globalen Umbruchphase gegründet wurde, hat ihr Geschäftsmodell auf betriebliche Widerstandsfähigkeit und flexible Routenführung ausgerichtet. Die neue Verbindung zwischen Lüttich und Ostrava schafft zusätzliche Kapazitäten für zeitkritische Sendungen, E-Commerce-Pakete und Industriefracht. Dies verbessert den Zugang zu zentralen Verteilerkorridoren, die West-, Mittel- und Osteuropa verbinden. Frederic Brun, Head of Commercial am Flughafen Lüttich, betonte, dass die Entscheidung der Airline für LGG die Position des Flughafens als Schlüsseltor zu Mittel- und Osteuropa festige. Die Wahl des Flughafens Lüttich durch Supernova Airlines ist strategisch begründet. Natalia Holynskaya, Deputy CCO und Head of Sales der Fluggesellschaft, bezeichnete die neue Route als wichtigen Meilenstein für die europäische Expansion des Carriers. Lüttich ist bekannt für seine 24/7-Frachtbetriebsgenehmigung und seine robuste Infrastruktur, die für das Wachstum von Frachtfluggesellschaften essenziell ist. Lüttich zählt zu den führenden Frachtzentren der Welt. Die neue Verbindung unterstreicht das Engagement beider Partner, die regionale Lieferkettenresilienz zu erhöhen und die Entwicklung des Flughafens Lüttich als globalen Frachthub voranzutreiben.

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Staaten fordern Abgabe auf Business-Class und Privatjets zur Finanzierung von Klimaresilienz

Auf der derzeit stattfindenden Weltklimakonferenz in Belém, Brasilien, werben Frankreich und Spanien zusammen mit sieben weiteren Staaten für die Einführung einer neuen internationalen Abgabe. Ziel ist eine zusätzliche Steuer auf Flugtickets der Business- und First-Class sowie auf Reisen mit Privatjets. Die Befürworter argumentieren, dass die Einnahmen aus dieser sogenannten Solidaritätssteuer in Milliardenhöhe zur Finanzierung von Maßnahmen zur Klimaresilienz, Anpassung und nachhaltigen Entwicklung in Staaten mit geringerem Einkommen beitragen könnten. Die spanische Botschafterin in Brasilien, María del Mar Fernández-Palacios, bekräftigte in Belém das Prinzip, dass jene, „die mehr verschmutzen, auch mehr beitragen“ sollten, um Normalbürger nicht übermäßig zu belasten. Der französische Klimabotschafter Benoît Faraco sieht in dieser Steuer ein Instrument, das dem Geist des Pariser Klimaabkommens entspricht. Die Forderung der „Premium Flyers Solidarity Coalition“ stützt sich auf Zahlen, wonach nur ein Prozent der Weltbevölkerung für mehr als die Hälfte der Treibhausgasemissionen der kommerziellen Luftfahrt verantwortlich ist. Die Emissionen der privaten Luftfahrt sind demnach zwischen 2019 und 2023 um 46 Prozent gestiegen, was die Notwendigkeit einer Besteuerung des Luxusflugverkehrs unterstreiche. Das deutsche Bundesumwelt- und das Bundesfinanzministerium zeigten sich der Idee einer solchen Abgabe auf Premium-Flüge grundsätzlich offen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums von Carsten Schneider (SPD) kommentierte, dass jeder, der First Class oder im Privatflieger unterwegs sei, „ohne Probleme darauf eine Abgabe zahlen können“ werde. Dem schloss sich das Finanzministerium von Lars Klingbeil (SPD) an. Allerdings steht diese grundsätzliche Befürwortung im Widerspruch zu einem kürzlich gefassten innenpolitischen Beschluss: Die schwarz-rote Koalition hatte erst in der vergangenen Woche entschieden, die nationale Luftverkehrsteuer zum 1.

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Koalition senkt Luftverkehrsteuer: Forderung nach günstigeren Flugtickets an Airlines

Die Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD plant die Senkung der Luftverkehrsteuer ab dem 1. Juli 2026. Durch diese Maßnahme soll die Luftverkehrsbranche in Deutschland jährlich um rund 350 Millionen Euro entlastet werden. Unions-Verkehrsexperte Stephan Stracke (CSU) knüpft die Steuerreduzierung an die klare Erwartung, dass die Fluggesellschaften, allen voran die Lufthansa, diese Entlastung in Form von Ticketpreissenkungen an die Verbraucher weitergeben, um Flugreisen wieder erschwinglicher zu machen. Die Luftverkehrsteuer, welche 2011 zur Etatsanierung eingeführt wurde, war zuletzt im Mai 2024 von der Vorgängerregierung deutlich angehoben worden. Die Steuersätze stiegen damals je nach Flugdistanz auf 15,53 Euro (Kurzstrecke), 39,34 Euro (Mittelstrecke) und 70,83 Euro (Langstrecke) pro Ticket. Diese Steuer wird von den Airlines entrichtet und spült aktuell jährlich rund zwei Milliarden Euro in den Staatshaushalt. Die Branche hatte die Erhöhung scharf kritisiert, da sie deutsche Flughäfen im internationalen Wettbewerb benachteiligt sah. Der nun von der Koalition beschlossene Schritt zur Rücknahme der Erhöhung ist als Reaktion auf diese Wettbewerbsnachteile und die finanzielle Belastung der Branche zu verstehen. Die Airlines, insbesondere die Lufthansa, hatten angesichts der gestiegenen Abgaben und mangelnder Wirtschaftlichkeit unrentable Inlandsflüge gestrichen. Mehrere regionale Anbindungen an Interkontinental-Hubs, wie beispielsweise die Verbindung von Münster/Osnabrück, standen zuletzt zur Disposition. Stracke erwartet von der Lufthansa nicht nur günstigere Tickets, sondern auch eine Überprüfung des Flugangebots und die Wiederaufnahme der zuvor gestrichenen Verbindungen. Die Koalition beabsichtigt, die Steuerausfälle im Verkehrsetat zu verbuchen. Die Luftfahrtbranche begrüßt die geplante Senkung als wichtigen Schritt zur Stärkung des Standortes Deutschland, wobei die Umsetzung der Preissenkungen durch die Airlines von

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Strategische Wende in der Flottenpolitik: Flydubai setzt auf Airbus A321neo

Die Dubai Airshow 2025 wurde am zweiten Tag Zeuge eines bedeutenden Moments in der Geschichte der Luftfahrt: Flydubai, die bisher ausschließlich auf Schmalrumpfflugzeuge von Boeing setzte, hat eine Absichtserklärung über den Kauf von bis zu 150 Flugzeugen der Airbus A321neo-Familie unterzeichnet. Diese strategische Entscheidung markiert den erstmaligen Kauf von Airbus-Flugzeugen durch die Fluggesellschaft und signalisiert eine Diversifizierung der Flotte, welche die langfristigen Expansionspläne des Emirats Dubai und insbesondere des Dubai World Central Flughafens unterstützen soll. Die geplante Integration der A321neo ab 2031 soll Flydubais Kapazitäten und Netzwerk erweitern und positioniert den europäischen Hersteller Airbus, nach einer Dominanz von Boeing-Meldungen am Vortag, prominent auf der Messe. Historischer Flottenwechsel und Vertragsdetails Die Unterzeichnung der Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) fand am 18. November 2025 statt. Die Unterzeichner waren Seine Hoheit Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, der Vorsitzende von Flydubai, und Christian Scherer, der Chief Executive Officer Commercial Aircraft von Airbus. Ebenfalls anwesend war Ghaith Al Ghaith, der Chief Executive Officer von Flydubai. Die Vereinbarung umfasst eine maximale Bestellung von 150 Flugzeugen aus der A321neo-Familie. Dieser Schritt beendet die langjährige, exklusive Abhängigkeit von Boeing in Flydubais Schmalrumpfflotte, die bisher vollständig aus der 737-Familie bestand. Der Wechsel zu Airbus wird in der Branche als ein bedeutendes Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit des A321neo-Programms gewertet. Christian Scherer von Airbus hob die Entscheidung als eine Bestätigung des Mehrwerts hervor, den Airbus in Bezug auf Reichweite, Effizienz und Passagierkomfort biete. Ergänzung der bestehenden Boeing-Bestellungen Die neue Bestellung bei Airbus wird Flydubais bestehende Auftragsbücher bei Boeing ergänzen, nicht

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Loganair sichert Flugverbindungen der Kanalinseln nach dem Kollaps von Blue Islands

Die Luftverkehrsanbindung der Kanalinseln war nach der plötzlichen Betriebseinstellung der regionalen Fluggesellschaft Blue Islands am 14. November 2025 in eine kritische Phase geraten. Der schottische Regionalanbieter Loganair hat jedoch schnell reagiert und angekündigt, bereits ab dem 16. November 2025 Rettungsflüge auf den wichtigsten Strecken aufzunehmen. Zeitgleich signalisierte das Unternehmen Pläne, eine langfristige operative Basis auf Jersey zu etablieren, um die lebenswichtigen Verbindungen zur Nachbarinsel Guernsey und zum britischen Festland dauerhaft zu sichern. Der Zusammenbruch von Blue Islands, die etwa 100 Mitarbeiter beschäftigte, stellte die Regierungen der Kanalinseln vor eine große Herausforderung. Das Einschreiten von Loganair, ergänzt durch die sofortige Kapazitätserhöhung durch die auf Guernsey ansässige Fluggesellschaft Aurigny, gilt als entscheidend für die Aufrechterhaltung der regionalen und überregionalen Konnektivität. Die beiden Fluggesellschaften übernehmen damit temporär die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs in einer Region, deren wirtschaftliche und soziale Stabilität maßgeblich von zuverlässigen Luftverkehrsverbindungen abhängt. Sofortige Notfallmaßnahmen und „Rescue Fares“ Loganair hat unverzüglich Flüge auf Strecken gestartet, die das Rückgrat des Blue Islands-Netzwerks bildeten. Dazu gehören die Verbindungen von Jersey nach Guernsey, Exeter, Bristol und Southampton sowie die Strecke von Guernsey nach Southampton. Diese Dienste werden zunächst zu speziellen „Rescue Fares“ angeboten, um gestrandeten Blue Islands-Passagieren eine schnelle und kostengünstige Reisemöglichkeit zu bieten. Parallel dazu hat auch Aurigny, die Fluggesellschaft von Guernsey, ihre Kapazitäten rasch erweitert. Das Unternehmen hat zusätzliche Flüge zwischen Guernsey und Southampton sowie zwischen Guernsey und Jersey in den Flugplan aufgenommen. Diese koordinierten Maßnahmen der beiden verbleibenden regionalen Akteure dienen als unmittelbare Stütze für die Inseln, während

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