Jan Gruber

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Jan Gruber

Avion Express kündigt Insolvenzantrag an

Die Corona-Pandemie fand mit Avion Express ein weiteres Opfer. Das auf die Erbringung von ACMI- und Charterdienstleistungen spezialisierte Unternehmen teilte mit, dass man ein Insolvenzverfahren anmelden wird. Dieses ist nach litauischem Recht vergleichbar mit dem U.S.-amerikanischen Chapter-11. Derzeit laufen intensive Verhandlungen mit Dienstleistern und Lieferanten. Ziel ist, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann. Mit dem Sanierungsverfahren will man sich finanziell neu aufstellen. Einen genauen Zeitpunkt für die Einbringung des Antrags beim zuständigen Gericht in Vilnius wurde noch nicht kommuniziert. Jedenfalls soll dies nach den Verhandlungen mit den Gläubigern „in den nächsten Wochen“ erfolgen. „Die Pandemie ist für viele Unternehmen der Luftfahrtindustrie, einschließlich Avion Express, eine schwierige Zeit. Um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen, wurden im Jahr 2020 viele Änderungen im Geschäft vorgenommen“, so Firmenchef Darius Kajokas. „Als weiteren Schritt haben wir uns zusätzlich zu den jüngsten Anpassungen und Optimierungen in den letzten acht Monaten entschlossen, eine finanzielle Umstrukturierung einzuleiten und Schutz gegen die Gläubiger des Unternehmens zu suchen. Eine solche Entscheidung zielt darauf ab, die Interessen unserer Gläubiger optimal zu koordinieren und die nachhaltige Kontinuität der Aktivitäten von Avion Express sicherzustellen“

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Erotische Fotos: BA will Flugbegleiterin feuern, weiß aber nicht wer sie ist

British Airways will eine Flugbegleiterin fristlos entlassen, doch weiß noch gar nicht wer sie ist. Die Dame habe im Internet unter dem Pseudonym „Air Hostess 71“ erotische Fotos verbreitet und auf diesen ist teilweise die Dienstuniform sichtbar. Das fragwürdige Angebot, von dem die Zeitung „Sun“ berichtet, zielt deutlich in Richtung Dienstleistungen aus dem Bereich Prostitution ab. Lokale Medien werfen gar die Frage auf, ob die unbekannte Stewardess ihre „Dienstleistungen“ auch an Bord von British Airways angeboten hat oder gar „Kunden“ dies in Anspruch genommen haben könnten. Zumindest fordert sie im Internet eine Anzahlung in der Höhe von 50 Pfund. Die Zeitung Sun konnte recherchieren, dass die Dame vermutlich in London-Heathrow stationiert sein könnte und sich in der Nähe prostituieren könnte. Bei Night-Stopps im Ausland besteht sie laut ihrem Internetauftritt darauf, dass die „Treffen“ nicht in jener Unterkunft, in der sie von British Airways untergebracht wird, stattfinden. Auch getragene Unterwäsche bietet die Frau zum Preis von 25 Britischen Pfund an. Völlig überraschend kann die Angelegenheit allerdings nicht sein, denn es finden sich im Internet Hinweise darauf, dass diese „Nebeneinkunft“ zumindest seit 2013 besteht. Offenbar zeigte sich British Airways erst aufgrund des medialen Drucks erbost und überrascht. Zwischenzeitlich löschte die Flugbegleiterin sowohl ihren Internetauftritt als auch ihre Social-Media-Accounts. Dies wohl auch um dem Arbeitgeber die Identifizierung zu erschweren, denn öffentlich wurde die fristlose Entlassung angekündigt, da sie einige anstößige Fotos mutmaßlich während der Arbeitszeit in Dienstkleidung des Carriers aufgenommen haben könnte. British Airways will den „Vorfall“, von dem man seit 2013 nichts

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Lauda: Flugbegleiter dürfen keine Erste Hilfe leisten

Flugbegleiter der Ryanair-Tochter Lauda Europe dürfen nun an Bord keine Erste-Hilfe-Maßnahmen mehr durchführen. In den jährlichen Fortbildungskursen spielt dieses ansonsten äußerst wichtige Thema nach Angaben von Kabinencrews keine sonderlich große Rolle mehr. Bislang und zuvor bei Niki legte man äußerst viel Wert auf Erste Hilfe und widmete einen großen Teil der Kurse der Aus- und Fortbildung in Sachen Ersthelfer. Mit der Wiederaufnahme des Flugbetriebs – im Juli 2020 – sind die so genannten „Doctors Kits“ aus den damals noch von Laudamotion betriebenen Airbus A320 verschwunden. Warum diese entfernt wurden, hat man dem fliegenden Personal nie erklärt. Vorhanden sind nur mehr das so genannte „White Kit“ und das „Green Kit“. Lauda-Europe-Flugbegleiter kritisieren dies gegenüber Aviation Direct heftig: „Der Inhalt ist unzureichend. In jedem Auto-Verbandskasten, den es regelmäßig in Discountern im Angebot gibt, ist mehr drin. Mit dieser Ausstattung kann man im Ernstfall so gut wie nichts machen. Die Firma untersagt nun, dass wir Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen.“ Mit gutem Recht machen sich einige Kabinenmitarbeiter der Lauda Europe Sorgen, denn die Firmenanordnung widerspricht geltendem Recht. In Österreich – und übrigens auch in Malta – ist jeder Bürger verpflichtet einem anderen Menschen, der verletzt ist oder aus anderen Gründen ein akutes medizinisches Problem hat, zu helfen. Unterlässt man dies, macht man sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. § 95 des österreichischen Strafgesetzbuchs schreibt vor: „(1) Wer es bei einem Unglücksfall oder einer Gemeingefahr (§ 176) unterläßt, die zur Rettung eines Menschen aus der Gefahr des Todes oder einer beträchtlichen Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung offensichtlich erforderliche Hilfe zu

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BER nimmt die Südbahn vom Netz

Die Geschäftsführung des Flughafens Berlin-Brandenburg sieht für das Jahr 2021 keine Aussicht auf Erholung der Luftfahrtbranche. Derzeit liegen die Passagierzahlen bei etwa zehn Prozent des Vorjahresmonats. Nun will man Maßnahmen ergreifen und so bald wie möglich die Südbahn vom Netz nehmen. „2021 wird eines der schwersten Jahre in der Geschichte der FBB. Kein Flughafen in Deutschland wird in der Lage sein, mit den prognostizierten Passagierzahlen seine Betriebskosten zu decken. Die FBB trifft die zweite Corona-Welle in einer Situation, in der wir uns auf den Weg aus dem roten Zahlen hätten machen können. Jetzt helfen nur zwei Dinge: Die Bereitschaft unserer Gesellschafter, in der Krise zu uns zu halten und das Engagement des Unternehmens FBB so effizient und kostengünstig zu arbeiten, wie es irgendwie geht. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wird es uns gelingen, den BER für die wirtschaftliche Erholung Ostdeutschlands gut aufzustellen“, so Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup. Das Terminal 5 (ehemaliger Flughafen Schönefeld) soll spätestens im Frühjahr 2021 für zumindest ein Jahr geschlossen werden. Mit den beiden Maßnahmen, denen der Aufsichtsrat bereits zugestimmt hat, will die Betreibergesellschaft die Kosten senken. Die Kurzarbeit soll ab dem 1. Dezember 2020 fortgesetzt werden. Um weitere Einsparungen und Kostensenkungen zu erreichen, wurde darüber hinaus ein gesondertes Ausgabenboard etabliert. Darin werden alle Ausgaben über einem Schwellenwert von 25.000 Euro hinsichtlich ihrer betrieblichen Notwendigkeit streng überprüft, so die FBB. „Vor dem Hintergrund des starken Rückgangs der Passagierzahlen, der aus der europaweit um sich greifenden zweiten Infektionswelle seit Mitte Oktober entstanden ist, passte die Geschäftsführung die für das

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Tata greift Air Asia India unter die Flügel

Dem indischen Air-Asia-Ableger scheint das Schicksal der japanischen Schwester erspart zu bleiben, denn Großaktionär Tata erklärte sich dazu bereit Air Asia India zusätzliche Finanzmittel zu überweisen. So soll die Auflösung dieser Airline vermieden werden. Auch Vistara, an der Tata ebenfalls beteiligt ist, wird Unterstützung erhalten. Laut lokalen Medienberichten sollen 50 Millionen U.S.-Dollar für Air Asia India bereitgestellt werden. Diese sollen teilweise als Eigentümerzuschuss und als Kredite eingebracht werden. Tata Sons hält derzeit 51 Prozent. Die Air Asia Group wird sich nicht beteiligen, weshalb Tata die Beteiligung deutlich aufstocken wird. Erst kürzlich teilte der Konzern mit Sitz in Malaysia mit, dass man mit dem indischen Mehrheitseigentümer über einen Verkauf der Anteile spricht. Mit der nunmehrigen Kapitalmaßnahme werden bereits erste Fakten geschaffen. Tata Sons und Singapore Airlines werden gemeinsam 79,2 Millionen U.S.-Dollar in die Fluggesellschaft Vistara investieren. Die Beteiligungsverhältnisse (51 Prozent / 49 Prozent) werden beibehalten und demnach ist auch die Höhe der Eigentümerzuschüsse verteilt. Singapore Airlines steuerte heuer bereits 169,3 Millionen U.S.-Dollar bei. Wie viel seitens Tata bislang geflossen ist, ist nicht öffentlich bekannt. Anzunehmen ist aber, dass es ebenfalls zumindest ein dreistelliger Millionenbetrag in U.S.-Dollar war.

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Schweden: Tuifly Nordic steigt ins Inlandsgeschäft ein

Da wird sich Greta Thundberg aber freuen: Die schwedische Fluggesellschaft Tuifly Nordic wird ins Inlandsgeschäft einsteigen. Angeboten werden Flüge von Stockholm, Göteborg und Malmö zum Sälen Trysil Airport. Die Aufnahme soll laut CH-Aviation.com am 20. Dezember 2020 erfolgen. Die drei Routen werden je zweimal pro Woche mit Boeing 737-800 bedient. Zusätzlich sind einzelne Umläufe zum Scandinavian Mountains Airport (Sälen) ab Angelholm, Norrköping und Växjö geplant. Diese sollen im Feber 2021 durchgeführt werden. Der Flughafen Sälen wurde im Dezember des Vorjahres eröffnet und verwendet auch den Marketingnamen „Scandinavian Mountains Airport“. Hinter dem Projekt stehen die Betreiber zweier Schigebiete in Schweden und eines in Norwegen. Tuifly Nordic hofft darauf, dass man vom Inlandstourismus profitieren kann, da aufgrund der Einreise- und Quarantänebestimmungen viele Ressorts im Ausland momentan nur schwer erreichbar sind.

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Skyexpress hat ersten A320neo übernommen

Die griechische Fluggesellschaft Skyexpress hat mit der SX-IOG den ersten Airbus A320neo übernommen. In Kürze soll mit der SX-TEC eine baugliche Maschine übernommen werden. Beide Flugzeuge werden von der Aviation Capital Group geleast. Die SX-IOG wurde bereits in Finkenwerder abgeholt und nach Griechenland überstellt. Der Carrier plant insgesamt sechs Airbus A320neo einzuflotten. Angekündigt ist bereits, dass im Feber 2020 zwei weitere Einheiten übernommen werden. Skyexpress erlöste vor einigen Wochen den Flugzeugbauer Airbus von einer längeren Durststrecke und tätigte eine Neubestellung. Der griechische Carrier war bislang primär als Regionalfluggesellschaft tätig. In der Firmengeschichte gab es immer wieder „Ausflüge“ mit Jets verschiedener Typen, doch blieb man über lange Sicht gesehen den Turboprops treu. Das ändert sich nun, denn mit sechs Airbus A320neo will man sowohl im Inland als auch im europäischen Verkehr ein wichtiger Carrier werden. Derzeit plant Skyexpress die SX-IOG ab 14. Dezember 2020 im Linienverkehr zwischen Thessaloniki und Athen einzusetzen. Weiters soll Heraklion ab der Hauptstadt künftig mit A320neo bedient werden. Als Starttermin nennt die Fluggesellschaft den 18. Dezember 2020.

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Mailand: Gericht erklärt Ernest Airlines insolvent

Ein mögliches Comeback der Ernest Airlines ist nun in weitere Ferne gerückt, denn ein Gericht entschied diese Woche, dass das Unternehmen insolvent ist und abgewickelt werden muss. Der Flugbetrieb wurde bereits vor knapp einem Jahr eingestellt. Bis 19. April 2021 können Gläubiger ihre Forderungen anmelden. Dies schließt auch Inhaber von Flugtickets, die nicht mehr genutzt werden konnten, ein. Das Gericht beraumte die erste Gläubigerversammlung für den 19. Mai 2021 an. Die Gewerkschaft Uiltrasporti sieht die Entscheidung des Gerichts positiv, denn Ernest Airlines würde nur noch als Firmenhülse existieren. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wäre von Anfang an unwahrscheinlich gewesen. Für die Mitarbeiter hatte dies aber Folgen, denn formell sind diese noch immer bei der Fluggesellschaft angestellt und hatten daher keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das ändert sich nun mit dem Gerichtsbeschluss. Die Arbeitnehmervertreter fordern, dass den Betroffenen so rasch wie möglich das Insolvenzentgelt nach italienischem Recht gewährt wird.

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Wizzair versucht Geschäftsreisenden Charterflüge anzubieten

Bei Verfügbarkeit bieten die meisten Linienfluggesellschaften das Chartern ihrer Flugzeuge an. Bei Lowcostern kommt dies allerdings eher selten vor, da in normalen Zeiten die Flotte durchgetaktet ist und wenig Zeit für Sonderflüge bleibt. Wizzair bietet nun auf der Startseite der Homepage das Chartern ihrer Maschinen an. Interessant ist dabei der Slogan, der verwendet wird, denn dieser erinnert äußerst stark an jenen des Mitbewerbers Ryanair. Unter dem Claim „Charter Flights Made Simple“ versucht Wizzair Firmen bzw. Geschäftsreisende anzusprechen. Eine Onlinebuchung ist allerdings nicht möglich, denn es muss eine Anfrage in englischer Sprache an eine E-Mail-Adresse geschickt werden. Vorsorglich weist der Carrier sogar darauf hin, dass dieses Postfach nur für Anfragen für Vollcharterflüge und nicht für Auskünfte zu Linienflügen bestimmt ist. Ryanair wirbt mit dem Slogan „Low Fares Made Simple” und gründete vor einiger Zeit einen Ableger in Polen. Unter der Marke Ryanair Sun war die Tochtergesellschaft zunächst fast ausschließlich im Charter für Veranstalter tätig. Mittlerweile verpasste man dem Unternehmen den Namen Buzz und es fliegt primär im Auftrag der Konzernschwester Ryanair DAC. Allerdings führt man weiterhin vereinzelt Sonderflüge für polnische Tour Operator durch.

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Geisteraktie von Air Berlin erlebt unheimlichen Höhenflug

Eine Fluggesellschaft, die nicht fliegt und noch dazu pleite ist, scheint derzeit bei Börsenspekulanten interessant zu sein. Die Rede ist von Air Berlin, denn das noch immer börsennotierte Papier legte in den letzten Tagen auffällig stark zu. Im August 2017 musste die damals zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands Insolvenz anmelden und befindet sich seither in Abwicklung. Allerdings wird die Aktie noch immer an der Börse gehandelt und es gibt tatsächlich Spekulanten, die dieses Papier erwerben und das ungeachtet dessen, dass schon lange kein Geschäftsbericht mehr veröffentlicht wird und eigentlich jedem klar sein sollte, dass sich Air Berlin in Abwicklung befindet. Innerhalb eines Jahres konnte die Aktie an der Börse Stuttgart um stolze 198,1 Prozent zulegen. In den letzten vier Wochen war das Papier besonders stark gefragt und steigerte sich um 210 Prozent. Innerhalb der letzten sieben Tage lag der Wertzuwachs bei 63,2 Prozent. Selbstverständlich ist das Papier ein so genannter Penny-Stock und die Kursgewinne spielen sich im Cent-Bereich ab. Die Air-Berlin-Aktie hatte am 22. Jänner 2020 an der Börse Frankfurt mit 0,0026 ihr 52-Wochen-Tief. Am 16. November 2020 wurde das Papier mit 0,0260 Euro gehandelt. Ein beachtlicher Anstieg, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen pleite ist und sich in Abwicklung befindet. Am Donnerstag pendelte sich der Kurs bei etwa 21 Cent ein. Dass es Spekulanten gibt, die sich für insolvente Firmen interessieren, ist besonders in Deutschland kein Einzelfall. Die wohl berühmteste „Geisteraktie“ war jene der IG Farbenindustrie AG. Im Jahr 1952 wurde die Liquidation angeordnet und 1955 beschloss die Hauptversammlung die Abwicklung.

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