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Austro Control und Vida erzielen „Kompromiss-KV“

Die Geschäftsleitung der Austro Control und die Gewerkschaft Vida erzielten in den Kollektivvertragsverhandlungen einen Kompromiss, der den Fortbestand des Unternehmens sichern soll. Nach neun Verhandlungsrunden steht nun ein Ergebnis, das auch ein Sparpaket beinhaltet. Die Austro Control ist eine von sehr wenigen österreichischen Firmen, die Kollektivverträge selbst ausverhandeln und abschließen darf. Ansonsten ist dies den Sozialpartnern vorbehalten. Da auch die ACG aufgrund des stark gesunkenen Luftverkehrs weniger Einnahmen verzeichnet, drängte die Geschäftsleitung auf ein hartes Sparpaket. „Wir haben uns mit der Geschäftsführung zu einem Sparpaket durchgerungen, das die Austro Control absichert und weiterhin einen sicheren Flugverkehr in Österreich garantiert. Die Einzigen, die Verantwortung für das Unternehmen übernehmen und einen Beitrag leisten, sind somit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Vida-Fachbereichsvorsitzender Daniel Liebhart, der auch kritisiert, dass Austro Control von der Republik Österreich als Eigentümer „im Stich gelassen“ wird. „Wird nichts unternommen, rutscht das Eigenkapital des Unternehmens ins Negative. Damit hängt nicht nur das ganze Unternehmen in der Luft, sondern auch die gesamte Flugsicherung in Österreich. Ohne Austro Control gäbe es keinen sicheren Flugverkehr“, so Liebhart, der selbst Fluglotse ist. „Aktuell befinden wir uns in der schwersten Krise der Luftfahrt. Alle großen Unternehmen sind in Kurzarbeit und haben die Arbeitszeit auf unter 30 Prozent reduziert. Die engen Personalkapazitäten der Austro Control lassen jedoch selbst bei dieser Auslastung keine Kurzarbeit im Unternehmen zu. Die Krise hat lediglich dazu geführt, dass das Unternehmen erstmals seit Jahrzehnten wieder vertragskonforme Dienstpläne erstellen kann.“ Die Lage ist jedoch laut Gewerkschaft schon lange bekannt und wurde bereits im

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Deutschland: Deutlich weniger Passagiere im Oktober 2020

Im Oktober 2020 zählten die deutschen Flughäfen gemeinsam 3.943.010 Passagiere. Das waren um 83,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das Frachtaufkommen legte um 0,6 Prozent zu und wird seitens des ADV mit 422.395 Tonnen angegeben. Die Anzahl der gewerblichen Flugbewegungen lag um 62,1 Prozent unter dem Wert des Oktobers 2019. Gezählt wurden 76.060 Starts und Landungen. In manchen deutschen Bundesländern gab es Herbstferien. Diese konnten jedoch keinen nennenswerten Schub generieren. Das Passagieraufkommen ist weiter rückläufig und hat zur Folge, dass viele Fluggesellschaften ihre Angebote zurückgefahren haben. Viele Wiederaufnahmen oder Aufstockungen wurden mangels Nachfrage nicht umgesetzt. Laut ADV lassen die derzeitigen Buchungszahlungen auch keine Besserungen erkennen. „Weitreichende Reisebeschränkungen und Beherbergungsverbote schüren die Unsicherheit bei der Reiseplanung. Mit einem Passagiervolumen von weniger als 20 % gegenüber der Vor-Corona-Zeit befindet sich die Luft- und Reisebranche faktisch in einem zweiten Lockdown. Die Luftverkehrsbranche kommt nicht aus der Krise“, so der Flughafenverband ADV. Innerdeutsch wurden im Oktober 2020 um 83,2 Prozent weniger Passagiere gezählt. Minimal besser lief es im Europa-Verkehr: Das Minus machte hier „nur“ 80,8 Prozent aus. Die Langstrecke erwies sich mit einem Rückgang von 92,8 Prozent als besonders wenig nachgefragt. Auch auf die ersten zehn Monate des laufenden Jahres gesehen, sieht es kaum besser aus. Die deutschen Flughäfen zählten zwischen Jänner und Oktober 2020 gemeinsam 59,2 Millionen Reisende. Im direkten Vergleich mit dem Wert der Vorperiode bedeutet dies, dass um 72,3 Prozent weniger Fluggäste unterwegs waren. Innerdeutsch liegt der Rückgang bei 71,9 Prozent, im Europa-Verkehr bei minus 71,7 Prozent und die Langstrecke hatte

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Level: Kein Käufer für OpenSkies gefunden – Schließung droht

Die österreichische Level Europe musste im Frühjahr 2020 Insolvenz anmelden. Doch wie wird es mit der Konzernschwester OpenSkies, die als Level France auf dem Markt aktiv war, weitergehen? Die IAG deutete wiederholt schwammig an, dass sich die Präsenz der Marke Level auf Barcelona konzentrieren wird. Weder in Wien, noch in Amsterdam und schon gleich gar nicht in Paris-Orly war das von der International Airlines Group neu kreierte Brand ein voller Erfolg. Auf der Kurzstrecke, durchgeführt von der österreichischen Level Europe, blieben von Anfang an die Buchungszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Auf der von OpenSkies ab Orly betriebenen Langstrecke war man zusätzlich starkem Wettbewerb von Air France, Corsair International und anderen Anbietern ausgesetzt. Es lief auch hier von Anfang an nicht ertragreich. Für OpenSkies sollten Investoren, sprich ein Käufer, gefunden werden, denn die IAG will den Flugbetrieb nicht fortführen. Mitte Oktober endete eine entsprechende Deadline, doch nicht ein einziger seriöser und ernstzunehmender Interessent soll sich gemeldet haben. Für die französischen Level-Mitarbeiter dürfte dies ein herber Rückschlag sein, denn damit stehen über der Zukunft der Langstreckenfluggesellschaft mehr als nur drei Fragezeichen. Dabei sah es kurzzeitig sogar so aus, dass entgegen der Ankündigungen der Konzernmutter ab Orly ein Neustart erfolgen könnte. Zwischenzeitlich wurden einige Destinationen sogar buchbar gemacht, jedoch wieder aus den Systemen entfernt. Bereits verkaufte Tickets wurden storniert und die betroffenen Passagiere sollen eine vollständige Erstattung erhalten bzw. alternativ auf andere Airlines umgebucht werden. Level France steht seit dem Beginn der Corona-Pandemie still. Ein Neustart erscheint nun äußerst unwahrscheinlich, denn französische

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KLM stattet Boeing 737 und Embraer 190/195 mit neuen Sitzen aus

Die niederländische Fluggesellschaft KLM erteilte Recaro einen Großauftrag: Insgesamt wurden 5.500 Sitze des Typs SL3710 bestellt. Diese sollen in die Maschinentypen Embraer 190/195 und Boeing 737-800 eingebaut werden. Für Recaro bedeutet dieser Auftrag auch, dass ein Schritt in Richtung Regionalverkehrsflugzeuge gemacht wird. KLM erwartet sich von den neuen Sitzen insbesondere laufende Kosteneinsparungen. Das Gewicht ist aufgrund der Leichtbauweise mit etwa acht Kilogramm pro Sessel recht niedrig. Dadurch sollen die Treibstoffkosten sinken. Laut Recaro soll der Vorteil pro Flugzeug und Jahr bei „einigen tausend Euro“ liegen. „Wir sind begeistert, dass unser langjähriger Partner KLM der Erstkunde für unseren neuen SL3710 ist, da wir beide auf das Ziel hinarbeiten, Flugreisen komfortabler, nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Dies ist nicht nur unser erster Schritt in den Regionalflugverkehr, sondern es ist auch das erste Mal, dass Recaro Flugzeuge von Embraer ausstattet. Diese Gelegenheit nehmen wir nicht auf die leichte Schulter, und wir freuen uns darauf, unsere Vision des ‚Fahrkomforts am Himmel‘ weiter zu verfolgen“, so Recaro-Aircraft-Seating-Chef Mark Hiller.

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Geplatzter Verkauf: Corendon verklagt Sunweb Group

Der türkische Corendon-Konzern wollte seine niederländische Fluggesellschaft Corendon Dutch Airlines an die Sunweb Group verkaufen. Eigentlich, denn der Deal platzte und landet nun vor Gericht. Der Verkäufer klagt den abgesprungenen Käufer. Ein wenig erinnert die Geschichte an den geplatzten Deal zwischen Condor und der polnischen Staatsholding PGL. Auch diese Angelegenheit ist gerichtsanhängig, denn die deutsche Ferienfluggesellschaft fordert vom abgesprungen Käufer Schadenersatz in Millionenhöhe. In den Niederlanden ist es wenig anders, denn dort ist ein Verfahren gegen die Sunweb Group vor einem Gericht in Amsterdam anhängig. Die Sunweb Group bestätigte, dass man vom Verkäufer verklagt wurde. Im ursprünglichen Kaufvertrag waren auch die Veranstalteraktivitäten in den Niederlanden und Belgien sowie Teile der Verwaltung in der Türkei enthalten. Sunweb zog sich am 3. Juni 2020 zurück und begründete den Schritt damit, dass die vereinbarten Bedingungen seitens der Corendon-Gruppe nicht erfüllt wurden. Das sieht man auf der Verkäuferseite gänzlich anders: Man beruft sich unter anderem darauf, dass es im Oktober 2020 seitens der Wettbewerbsbehörde grünes Licht gab und ist über das Verhalten der Sunweb Group erbost. In niederländischen Zeitungen äußert sich Corendon dahingehend, dass es ein „typisches Verhalten von Investmentfonds in der Coronakrise“ wäre. Seit dem Vorjahr befindet sich Sunweb im Eigentum von Triton. Nun liegt die Angelegenheit auf dem Schreibtisch eines Richters in Amsterdam. Die Justiz muss nun entscheiden, ob Sunweb zum Kauf verpflichtet ist, Schadenersatz bezahlen muss oder eben nicht. Der Ausgang des Verfahrens, das sich mit hoher Wahrscheinlichkeit durch mehrere Instanzen ziehen wird, bleibt daher abzuwarten.

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Finnland lässt die Grenzen bis Mitte Dezember 2020 zu

Finnland steht derzeit in Sachen Corona-Neuinfektionen als einziges EU-Land gar nicht so schlecht da. Damit begründet die Regierung nun auch, dass man die Grenzen bis mindestens 13. Dezember 2020 geschlossen halten wird. Es gäbe überhaupt keinen Grund dafür die Beschränkungen innerhalb des Schengenraums zu lockern, ist in einer Erklärung zu lesen. Die Folge daraus ist, dass touristische Einreisen fast unmöglich sind. Es gibt Ausnahmen für Geschäftsreisen bzw. wichtige Gründe und insbesondere den kleinen Grenzverkehr mit Schweden und Norwegen. Ansonsten ist die Einreise derzeit den Bewohnern Finnlands, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, vorbehalten. Ist man zum Betreten des finnischen Staatsgebiets berechtigt, so blüht aus dem Ausland kommend eine zehntägige Quarantäne. Um diese „abkürzen“ zu können, müssen gleich zwei PCR-Testungen negativ absolviert werden. Finnland empfiehlt den eigenen Bewohnern das Staatsgebiet nicht zu verlassen, ein explizites Verbot gibt es jedoch nicht.

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Vietnam Airlines erhält 439 Millionen Euro vom Staat

Der Staat wird Vietnam Airlines mit 12 Billionen Dong unter die Arme greifen. Die Nationalversammlung erteilte am Dienstag hierfür grünes Licht. Umgerechnet in Euro wird das Unternehmen somit etwa 439 Millionen Euro erhalten. Gleichzeitig ergreift die Regierung weitere Maßnahmen. Bestehende Kredite bei der Staatsbank werden verlängert. Zusätzlich werden neue Aktien ausgegeben, die komplett von der Regierung im Namen des Staats gezeichnet werden. Vietnam Airlines geriet wie viele andere Fluggesellschaften auch durch die Coronakrise erheblich unter Druck. Der Carrier ist seit 2010 Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam, arbeitet jedoch auch mit dem Star-Alliance-Mitglied ANA eng zusammen. Vor der Coronakrise bestand die Flotte aus 105 Flugzeugen, darunter 20 Airbus A321neo, 14 A350-900, 11 Boeing 787-9 und vier 787-10.

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Delta lässt Mittelsitze bis März 2021 frei

Während in Europa immer mehr Fluggesellschaften den „freien Mittelsitz“ als zusätzliche Einnahmequelle entdecken, hat Delta Air Lines dafür bislang nichts verlangt. Nun teilte das Unternehmen mit, dass diese Praxis bis zumindest März 2021 beibehalten werden soll. Die EASA empfiehlt den Fluggesellschaften, dass die Mittelsitze, sofern es die Auslastung zulässt, frei bleiben sollen. Es handelt sich aber nur um eine Empfehlung und es gibt auch keinerlei Vorschrift dafür dies tatsächlich umzusetzen. In zahlreichen Staaten, darunter Österreich, ist in den Corona-Verordnungen festgelegt, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln – inklusive Luftfahrt – der Mindestabstand unterschritten werden darf. In der Praxis scheren sich in Europa die wenigsten Fluggesellschaften um das Bedürfnis nach mehr Abstand. Gelegentlich kommt es selbst bei sogenannten „Premium-Airlines“ vor, dass die Passagiere im hinteren Teil der Kabine „zusammengepfercht“ werden, während der Rest der Kabine leer bleibt. Das hat seinen guten Grund, wie ein Berufspilot gegenüber Aviation Direct erklärt: Die meisten Maschinentypen können so bei geringer Auslastung besonders treibstoffeffizient betrieben werden und die Airline spart damit Geld. Das ist jedoch nicht bei jedem Flugzeugtyp ratsam und hängt sehr stark davon ab wie viele Fluggäste es tatsächlich sind. Der Pilot führte auch aus, dass „zum Beispiel“ bei der DHC Dash 8-400 das ab etwa zehn Passagieren nicht mehr möglich ist, sondern diese sind aus technischen Gründen gleichmäßig durch die Kabine zu verteilen. Bei Delta Air Lines wird man wohl das Chaos der Europäer mit ein wenig Unverständnis sehen, denn die meisten Flüge sind ohnehin schwach ausgelastet, so dass das Blockieren des Mittelsitzes – sofern

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Russland: Auch aus Smartavia wird ein Lowcoster

Bis vor wenigen Jahren war das Geschäftsmodell „Billigflieger“ in der Russischen Förderation regelrecht verpönt. Aeroflot brachte mit Dobrolet den ersten Lowcoster auf den Markt, doch dieser war ein Rohrkrepierer und hielt sich weniger als ein Jahr auf dem Markt. Dem Nachfolger verpasste man den durchaus präpotenten Namen „Pobeda“, russisch für „Sieg“. Dobrolet musste aufgrund von Sanktionen, die seitens der EU und den Vereinigten Staaten von Amerika erlassen wurden, den Betrieb einstellen. Diese untersagten Bürgern und Firmen jegliche Geschäftsbeziehungen mit dem Aeroflot-Ableger. Damit war das junge Unternehmen rasch die Leasing-Flotte los. Dem Nachfolger verpasste man den Namen „Pobeda“, wohl auch deswegen, weil man durch die Neugründung die Sanktionen umgehen konnte. Bedingt durch die Corona-Krise kommen immer mehr russische Luftfahrtunternehmen auf die Idee sich in Lowcoster oder gar Ultra-Lowcoster zu verwandeln. Zuletzt kündigte dies unter anderem Utair an. Smartavia bestätigte nun gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax, dass man sich ebenfalls in die Billigfluggesellschaft transformieren wird. Deputy-CEO Denis Pomerantsev sagte gegenüber Interfax, dass die Geschäftsleitung den Standpunkt vertritt, dass es nur mit einem Lowcost-Geschäftsmodell möglich sein wird die nächsten drei bis vier Jahre zu überleben. Der Sommer 2020 wäre gar nicht so schlecht gelaufen, aber seit Oktober 2020 fallen die Passagierzahlen erneut sehr stark. Nun will man den Flugbetrieb minimal halten und so Kosten einsparen. In der warmen Jahreszeit des kommenden Jahres will Smartavia den russischen Markt mit einer aggressiven Preisstrategie aufmischen. Die dafür notwendigen Schritte habe man bereits eingeleitet. So verweist Pomerantsev darauf, dass Speisen und Getränke kostenpflichtig werden, nur noch die

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Regierung pumpte sieben Milliarden Dollar in Saudi Arabian Airlines

Kräftige finanzielle Unterstützung von der Regierung erhielt Saudi Arabian Airlines bereits vor der Coronakrise: Im Vorjahr pumpte der Staat 3,6 Milliarden U.S.-Dollar in das Luftfahrtunternehmen und legte im Frühjahr 2020 nochmals 1,8 Milliarden U.S.-Dollar nach. Diese direkten Zuschüsse sind aber nicht alles: Der Carrier soll weiteres Geld von der Regierung Saudi-Arabiens erhalten haben. Reuters berichtet, dass über Bürgschaften und das Aufkaufen neuer Aktien wesentlich mehr Finanzmittel eingeschossen wurden. Der Flugbetrieb von Saudi Arabian Airlines war bereits lange vor der Coronapandemie defizitär. In Summe soll die Regierung etwa sieben Milliarden U.S.-Dollar zur Verfügung gestellt haben, um so das Unternehmen vor dem Kollaps bewahrt haben.

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