
Gerichtliche Niederlage für Flugzeugbauer: US Supreme Court lässt Klage von Southwest Piloten gegen Boeing zu
Der US Supreme Court hat einen Antrag des Luftfahrtkonzerns Boeing abgelehnt, eine Klage der Pilotengewerkschaft Southwest Airlines Pilot Association (SWAPA) zu blockieren. Damit ist der Weg frei für ein juristisches Verfahren, in dem es um Vorwürfe der Täuschung und Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Schulung für das Flugzeugmodell Boeing 737 Max geht. Die Gewerkschaft wirft dem Hersteller vor, Piloten und Fluggesellschaften über die tatsächlichen Unterschiede zwischen der neuen Max-Serie und der bewährten Next-Generation-Familie im Unklaren gelassen zu haben. Boeing hatte argumentiert, dass derartige Streitigkeiten unter das Bundesarbeitsrecht fallen müssten und somit eine Klage auf bundesstaatlicher Ebene unzulässig sei. Mit der Entscheidung des höchsten US-Gerichts bleibt jedoch das vorherige Urteil des Obersten Gerichtshofs von Texas bestehen, welches die Klage der Piloten stützte. Dieser Rechtsstreit hat weitreichende Bedeutung für die Haftung von Herstellern gegenüber Angestellten ihrer Kunden, insbesondere wenn sicherheitsrelevante Informationen und Schulungsbedarfe im Zentrum der Vorwürfe stehen. Die finanziellen Auswirkungen für Boeing könnten erheblich sein, da die Gewerkschaft Entschädigungen für entgangene Löhne und Mitgliedsbeiträge während des weltweiten Flugverbots der 737 Max fordert. Juristische Auseinandersetzung um die Zuständigkeit Der Kern der Verteidigungsstrategie von Boeing basierte auf der Anwendung des Railway Labor Act. Dieses US-Bundesgesetz regelt Arbeitsbeziehungen im Eisenbahn- und Luftfahrtsektor und dient im Allgemeinen dazu, Tarifstreitigkeiten in einem einheitlichen nationalen System beizulegen, anstatt sie vor verschiedenen einzelstaatlichen Gerichten zu verhandeln. Boeing vertrat die Auffassung, dass die Ansprüche der Piloten untrennbar mit ihren Arbeitsverträgen verknüpft seien und daher die Zuständigkeit der ordentlichen Zivilgerichte in Texas ausgeschlossen sein müsse. Während untere Instanzen in Texas








