
Der Thron in Neonlicht: Maria Theresia als Kaiserin der Popkultur im Ronacher
Die Vereinigten Bühnen Wien wagen sich mit „Maria Theresia – Das Musical“ an eine der komplexesten und prägendsten Figuren der österreichischen Geschichte. Das im Ronacher uraufgeführte Werk stellt sich nicht nur dem historischen Gewicht der ersten weiblichen Monarchin der Habsburgermonarchie, sondern auch dem unvermeidlichen Vergleich mit früheren VBW-Erfolgen, insbesondere dem Kultmusical Elisabeth. Intendant Christian Struppeck und sein Kreativteam präsentieren eine moderne Inszenierung, die bewusst mit den Konventionen des Historienmusicals bricht, um eine „Kaiserin der Popkultur“ zu erschaffen. Das Ergebnis ist ein bildgewaltiges, fast dreistündiges Spektakel, das technische Opulenz und einen modernen Soundmix aus Rap, Pop und klassischen Musicalsounds vereint. Die Produktion ist ein ambitioniertes Unterfangen, das sich zwischen der tiefen historischen Erzählung von Macht, Liebe und Reform und dem Wunsch nach einem zeitgemäßen, dynamischen Bühnenerlebnis bewegt. Wo das Stück an visueller Kraft und darstellerischer Intensität überzeugt, lässt es in der musikalischen Profilierung und der psychologischen Durchdringung der Hauptfigur gelegentlich Wünsche offen. Es ist ein glänzendes, bisweilen überfrachtetes Denkmal für eine Frau, die in einer von Männern dominierten Welt ihren eigenen Weg ging – und die Frage aufwirft, wie viel Authentizität für die Inszenierung einer Ikone geopfert werden darf. Ein historisches Erbe im zeitgenössischen Gewand Das Musical widmet sich der zentralen Herausforderung Maria Theresias: der Übernahme eines maroden Reiches im Angesicht europäischer Mächte, die ihre Herrschaft von Anfang an infrage stellten. Die historische Maria Theresia (1717–1780) war bekannt für ihren strategischen Weitblick, ihre weitreichenden Reformen und ihre Rolle als liebende Ehefrau und Mutter von sechzehn Kindern. Das Buch des Musicals, dessen








