
Seltsame Flüge: Fragwürdige „Gemeinwirtschaftliche“ oder „Public Service Obligation flights“ (PSO)
Fast pünktlich um 16.45h hebt die ATR42 von Sky Express, Flug 060, vom Flughafen Karpathos mit dem Ziel Kasos ab. Die reine Flugzeit beträgt ca. 7 Minuten. Ich bin der einzige Passagier, und das komme öfters vor, meint die Flugbegleiterin.[1] Immerhin ist sie so nett, dem Besitzer meiner Pension meine Ankunftsdaten durchzugeben. Man kennt sich offenbar. Ihr Angebot kam sehr gelegen, denn der Mann erwartete mich eigentlich am Hafen und nun komme er mit dem Auto zum Flugplatz, ich müsse nur ein paar Minuten warten. Da es auf Kasos kein Taxi gibt, ist eine Abholung sehr praktisch, denn eineinhalb Kilometer in der Gluthitze mit Gepäck zu gehen, ist auch nicht so angenehm. Kasos (66km2) ist eine kleine Kalkinsel im südlichen Dodekanes, zwischen Kreta und Karpathos gelegen. Der Übergang von Fischfang und Landwirtschaft auf Tourismus verläuft sehr schleppend. Gründe sind Wassermangel, die extrem karge Landschaft, kaum vorhandene Strände und die geringe touristische Infrastruktur. Wie man dort Tourismus aufbauen will, erschließt sich dem Besucher nicht. Immerhin: Die wenigen Tavernen sind hervorragend, die Besucherzahl ist gering, die Freundlichkeit dafür extrem. Neben dem Flug verkehren Fährschiffe mehrmals pro Woche nach Sitia (Kreta), Karpathos und Athen. Und dann gibt es noch diesen seltsamen Flug, einen der kürzesten überhaupt. Es handelt sich dabei um einen „Gemeinwirtschaftlichen Flug“, bei dem kommerzielle Erwägungen keine Rolle spielen. Strukturschwache Räume Besonders seit Ende des 20. Jh. sieht die EU den Ausbau der Infrastruktur als gemeinwirtschaftliche Aufgabe – dazu zählt u.a. auch der Luftverkehr und dessen Förderung in strukturschwachen Gebieten, in







