Lauda ist raus aus Düsseldorf, 150 Menschen arbeitslos

Abschieds- und Erinnerungsfoto nach dem letzten Lauda-Flug der Basis Düsseldorf (Foto: Robert Spohr).
Abschieds- und Erinnerungsfoto nach dem letzten Lauda-Flug der Basis Düsseldorf (Foto: Robert Spohr).

Lauda ist raus aus Düsseldorf, 150 Menschen arbeitslos

Abschieds- und Erinnerungsfoto nach dem letzten Lauda-Flug der Basis Düsseldorf (Foto: Robert Spohr).
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Am 19. Oktober 2020 führte die Düsseldorfer Basis den letzten Lauda-Flug durch. Den rund 150 Beschäftigten, die bereits vor einigen Wochen ihre „blauen Briefe“ bekommen haben, droht nun akut die Arbeitslosigkeit. Die Mehrheit der Düsseldorfer „Laudas“ stimmt den „neuen Konditionen“, die von der Geschäftsführung durchgesetzt werden sollten zu und damit wurde zunächst intern kommuniziert, dass diese Basis – im Gegensatz zu Stuttgart – gerettet ist.

Doch es dauerte nicht lange, da überlegte es sich Ryanair anders und die Schließung der größten Lauda-Station in Deutschland wurde fixiert. Allen Mitarbeitern wurde dann die Kündigung zugeschickt, wobei viele gegen diese vor dem lokal zuständigen Arbeitsgericht vorgehen. Dem Vernehmen nach sind exorbitant viele Kündigungsschutzklagen von gekündigten Beschäftigten der Lauda-Bases Düsseldorf und Stuttgart gerichtsanhängig. Ein Kapitän, der nach 40 unfallfreien Dienstjahren seinen letzten Flug vor dem Ruhestand für Lauda absolvierte, kritisierte vor wenigen Tagen in seiner „Abschiedsdurchsage“ den Konzern. Er sagte unter anderem, dass „die Firma“ ihre Mitarbeiter „zum Teil menschenverachtend behandeln“ würde. Die Ansage kann unter diesem Link im O-Ton angehört werden.

Ein durchaus ungewöhnliches Detail: Nachdem die Schließung der Base in Baden-Württemberg offiziell war und das Personal die Kündigungsschreiben bereits in den Händen hielt, wandte sich der Laudamotion-Nachfolger Lauda Europe an Stuttgarter Flugbegleiter. Diesen wurde ein neuer Job in Düsseldorf angeboten und explizit darauf verwiesen, dass jene Löhne gelten, denen man für Stuttgart zugestimmt hätte. In vielen Fällen wurde genau dieses Einverständnis niemals erteilt. Doch aus dem „Ersatzjob“ in NRW wurde ohnehin nichts, denn nur wenige Tage später verkündete Lauda auch die Schließung der Basis Düsseldorf und verwies in einem internen Rundschreiben darauf, dass Ryanair dies beschlossen habe.

Düsseldorf und Stuttgart wurden im Gegensatz zu Wien und Palma de Mallorca niemals auf die maltesische Lauda Europe umgestellt. An beiden deutschen Standorten kam die österreichische Laudamotion, die mit Ende des Monats als Fluggesellschaft geschlossen werden soll, zum Einsatz. Mit der Schließung der Basis am größten Flughafen NRWs haben weder Laudamotion noch Lauda Europe Flugzeuge in Deutschland stationiert. Das Unternehmen hat sich somit aus der Bundesrepublik zurückgezogen und alle Mitarbeiter gekündigt. Davon ausgenommen sind Strecken, die im Auftrag von Ryanair ab Palma de Mallorca bedient werden. Hier kommen Personal und Flugzeuge zum Einsatz, die in Spanien stationiert sind.

Vom Jobverlust, der der Schließung der Lauda-Basis Düsseldorf geschuldet ist, sind in etwa 150 Menschen betroffen. Stationiert waren sieben Mittelstreckenjets des Typs Airbus A320. Pro Flugzeug wurden in etwa acht Cockpit-Crews sowie vier Kabinen-Crews beschäftigt. Kurios, aber leider wahr: Bis zuletzt wurden noch Flugbegleiterkurse durch die Leiharbeitsfirma Crewlink abgehalten. Dem Vernehmen nach liefen noch drei Ausbildungskurse. Diese sind ebenfalls von der Schließung der Basis betroffen.

Abschiedsfoto nach dem letzten Lauda-Flug der Basis Düsseldorf (Foto: Robert Spohr).

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