Personalmangel: Lauda Europe muss wegen zu weniger Flugbegleiter in Kroatien ausdünnen

Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).
Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).

Personalmangel: Lauda Europe muss wegen zu weniger Flugbegleiter in Kroatien ausdünnen

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Der irische Billigflieger Ryanair hat wiederholt den Flugplan ab den von der Tochtergesellschaft Lauda Europe betriebenen Bases Zadar und Zagreb ausgedünnt und die Aufnahme neuer Strecken nach hinten verschoben. Manche wurden gar temporär eingestellt. Nicht mangelnde Nachfrage, sondern akuter Personalmangel ist die Ursache für die Vorgehensweise.

Viele Fluggesellschaften leiden derzeit darunter, dass man zu wenige Flugbegleiter hat. Die Ursache ist jedoch in den meisten Fällen hausgemacht, denn im Zuge der Coronapandemie trennte man sich von vielen Mitarbeitern. Eine erhebliche Anzahl hat wegen geringer Grundlöhne bzw. niedrigem Kurzarbeiter-Geld selbst gekündigt und sich in anderen Branchen neu orientiert. Nicht nur Wizz Air und die Fluggesellschaften der Ryanair Group sind an vielen Standorten von Personalmangel im Bereich des Kabinenpersonals betroffen, sondern auch Austrian Airlines. Der Lufthansa-Tochter fehlen derzeit rund 150 Flugbegleiter.

Bei Lauda Europe ist die Personaldecke an den Bases Wien, London-Stansted und Palma de Mallorca angespannt, jedoch stabil. In Kroatien (Zadar und Zagreb) ist die Situation ein wenig anders, denn hier fehlen viele Flugbegleiter. Zum Teil helfen Mitarbeiter der österreichischen Basis aus, um die Auswirkungen abfangen zu können. Sowohl für Wien als auch für Kroatien befindet sich Lauda Europe auf der dringenden Suche nach Flugbegleitern.

Da man momentan in Zagreb und Zadar zu wenig Kabinenpersonal hat, wurde der Flugplan wiederholt gekürzt. Die Aufnahme neuer Ziele hat man mehrfach nach hinten verschoben und auch Strecken, die erst kürzlich erstmals bedient wurden, werden temporär ausgesetzt. Man ist zwar zuversichtlich, dass man bis zur Hauptsaison ausreichend Flugbegleiter haben wird, jedoch wird das kein einfaches Unterfangen. Eigentlich wollte Lauda-Europe- und Malta-Air-Chef David O’Brien in Zagreb stark wachsen.

Der Beruf des Flugbegleiters hat im Zuge der Corona-Pandemie an Attraktivität verloren. Für viele potentielle Neueinsteiger dürften Lohnkürzungen, Kurzarbeit oder gar die bloße Auszahlung des niedrigen Grundgehalts, wie es Wizz Air praktiziert hatte, abschreckend wirken. So ist es nicht verwunderlich, dass sowohl Billigflieger als auch klassische Netzwerkcarrier berichten, dass man auf freie Kabinen-Stellen nur noch wenige Bewerbungen bekommt. Was allerdings von Arbeitgeberseite gerne ausgeblendet wird: Viele Anbieter haben wegen der Pandemie ordentlich an der Lohnschraube gedreht, so dass Neueinsteiger nicht gerade üppige Löhne bekommen. Das erweist sich auch bei Austrian Airlines, deren Einsteiger-Gehälter unter jenen von Lauda Europe liegen, mittlerweile als Problem und zwar sowohl bei der bestehenden Belegschaft als auch bei potentiellen Neueinsteigern.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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