Ermittlungen gegen das Management von Smartlynx Airlines: Verdacht auf fingierten Verkauf vor Insolvenz
Die insolvente lettische Fluggesellschaft Smartlynx Airlines ist in den Fokus strafrechtlicher Ermittlungen gerückt. Die Abteilung für Wirtschaftskriminalität der lettischen Nationalpolizei führt eine Untersuchung gegen das Management der Airline wegen des Verdachts auf mutmaßlichen Betrug. Im Zentrum der Ermittlungen steht der möglicherweise fingierte Verkauf der Fluggesellschaft an einen neuen Eigentümer kurz vor der offiziellen Insolvenzanmeldung. Der Fall hat die Aufmerksamkeit von Ermittlungsbehörden in mehreren europäischen Ländern erregt, da die Entstehung der Millionenverbindlichkeiten in einem komplexen Netzwerk von Transaktionen untersucht wird. Über die Ermittlungen berichtete zunächst das Portal Blacklist.aero. Umfangreiche Ermittlungen zur Schuldenentstehung Die lettischen Behörden arbeiten in diesem Fall eng mit Ermittlern in Irland und Litauen zusammen, um die Hintergründe der finanziellen Schieflage von Smartlynx Airlines aufzuklären. Das Hauptziel der Untersuchung ist die Klärung, wie die Airline Schulden in Höhe von mindestens 238 Millionen Euro anhäufen konnte, die letztlich zur Insolvenz führten. Der Vorgang wurde Medienberichten zufolge durch die Anzeige eines Gläubigers ausgelöst, wobei auch über weitere geschädigte Geschäftspartner berichtet wird, die Anzeige erstattet haben könnten. Die Komplexität des Falles wird dadurch unterstrichen, dass der frühere Geschäftsführer der Smartlynx, der im Zentrum der Ermittlungen stehen soll, sich Berichten zufolge ins Ausland abgesetzt hat. Die Schuldenstruktur der Airline weist eine signifikante Aufteilung auf: Rund 174 Millionen Euro der Verbindlichkeiten entfallen auf Unternehmen, die dem Ökosystem der früheren Eigentümerin Avia Solutions Group zuzurechnen sind. Weitere 64 Millionen Euro sind Verbindlichkeiten gegenüber externen Firmen. Zweifelhafte Transaktion kurz vor der Pleite Besondere Aufmerksamkeit widmen die Ermittler der Veräußerung der Airline durch die Avia Solutions Group.








