
Lufthansa Group plant tiefgreifende Konsolidierung des Kurz- und Mittelstreckenverkehrs
Die Lufthansa Group steht vor einer umfassenden Neuordnung ihres europäischen Flugbetriebs. Wie Konzernvorstand Dieter Vranckx in einem Gespräch mit dem Handelsblatt ankündigte, plant das Luftfahrtunternehmen eine erhebliche Straffung seines innereuropäischen Zubringernetzes, die bis zum Jahr 2028 vollständig abgeschlossen sein soll. Hintergrund dieser strategischen Entscheidung sind anhaltende finanzielle Verluste im Europaverkehr, die durch permanent hohe Betriebskosten, infrastrukturelle Engpässe und einen intensivierten Wettbewerbsdruck durch kontinentale Billigfluggesellschaften befeuert werden. Der Konsolidierungskurs folgt auf das beschlossene Ende der traditionsreichen Regionaltochter Lufthansa Cityline und schließt direkt an das laufende Sommerprogramm an, in dessen Zuge bereits rund 20.000 Flüge aus dem System gestrichen werden mussten. Trotz des geplanten Kapazitätsabbaus auf unrentablen Kurzstreckenverbindungen betont das Management, dass eine Grundversorgung wichtiger Wirtschaftsregionen durch die Anbindung an mindestens eines der sechs globalen Drehkreuze des Konzerns aufrechterhalten werden soll, um den Zufluss von Passagieren für das profitable interkontinentale Langstreckennetz nicht zu gefährden. Strukturelle Defizite und der wirtschaftliche Druck im europäischen Luftraum Der europäische Luftverkehrsmarkt gilt seit Jahren als eines der am härtesten umkämpften Segmente der globalen Zivilluftfahrt. Traditionelle Netzwerkfluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa stehen dabei in einem permanenten Zweifrontenkampf. Einerseits zwingen kosteneffiziente Low-Cost-Carrier die etablierten Anbieter zu einem kontinuierlichen Preiskampf um preissensible Privatreisende. Andererseits belasten steigende Gebühren für die Nutzung der Flughafeninfrastruktur, steigende Personalkosten nach harten Tarifauseinandersetzungen sowie hohe Flugsicherungsabgaben die Bilanz der Kurzstrecke überproportional. Für die Lufthansa Group führt diese Kombination dazu, dass ein erheblicher Teil der innereuropäischen Flüge isoliert betrachtet keine Gewinne einfliegt, sondern als reines Verlustgeschäft betrieben wird. Die Funktion dieser Flüge bestand in der Vergangenheit primär




