Jan Gruber

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Jan Gruber

Tui startet „Do it yourself-Coronatests“

Der deutsche Reiseveranstalter Tui bietet neuerdings für Personen, die auf die Kanaren reisen wollen, Antigen-Tests quasi über das Internet an. Dabei handelt es sich um Schnelltests, die seitens der Reisenden zu Hause durchgeführt werden. Über das Internet, beispielsweise per Videotelefonat, gibt es die vorgeschriebene Beratung durch medizinisches Personal dazu. Ist der Test negativ, so soll eine Bescheinigung per E-Mail zugestellt werden. Tui-Manager Hubert Kluske behauptet, dass der Befund in diesem Verfahren von den spanischen Behörden anerkannt wird. Allerdings ist in den Bestimmungen derzeit noch zu lesen, dass ab 14. November 2020 ein negativer PCR-Befund vorgelegt werden muss. Alternativ kann die Testung auch in Spanien vorgenommen werden. Inwiefern hier der Antigen-Test des Reiseveranstalters als Ersatz dienen soll, ist unklar. Allerdings gelten Spanien und Griechenland den Antigen-Tests im Reiseverkehr – im Gegensatz zu Deutschland – offen aufgeschlossen. Änderungen der Bestimmungen, die zur Anerkennung von Antigen-Ergebnissen führen, sind daher nicht auszuschließen. Tui setzt hierbei auf „do it yourself“ mit Online-Beratung durch medizinisches Personal. Das bedeutet konkret, dass die Reisenden ihren Schnelltest zu Hause selbst vornehmen sollen und dabei beispielsweise via Webcam von medizinischem Personal beraten und „beaufsichtigt“ werde. Ob dies allerdings in allen Fällen reibungslos funktioniert, ist zweifelhaft. In Deutschland wurde bereits lose festgelegt, dass Antigen-Schnelltests nicht selbst, sondern von medizinischem Fachpersonal vorzunehmen sind. Allerdings zeigt der Ansatz der Tui AG, dass die Branche fieberhaft auf der Suche nach Lösungen ist, um den Tourismus am Laufen zu halten. Die Kanaren verlangen ab 14. November 2020 die Vorlage eines negativen Coronatests, der nicht älter

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Wien: Corona-Einreisekontrollen mit Schwachstellen

Personen, die nach Österreich einreisen wollen und aus einem Gebiet kommen, das mit einer Reisewarnung belegt ist, müssen in Quarantäne. Davon ausgenommen sind Passagiere, die einen negativen PCR-Test, dessen Abnahme nicht älter als 72 Stunden sein darf, vorweisen können. Weiters haben Einwohner Österreichs – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft – die Möglichkeit binnen 48 Stunden den Test nachzuholen. Ist das Ergebnis negativ, ist die Absonderung beendet. Soweit die bekannte Theorie, doch wie läuft es in der Praxis? Grundsätzlich muss man unterscheiden, ob der Flug aus der Schengen-Region oder einem Drittstaat ankommt. Bei Ländern, die nicht dem EU-Schengengebiet angehören, ist es recht einfach, denn es findet eine verpflichtende Passkontrolle statt und zwar ganz unabhängig von der Corona-Pandemie. Unmittelbar vor der Kontrollstation der Polizei übernehmen Soldaten des Bundesheers im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha (zuständige Gesundheitsbehörde) die Kontrolle der Unterlagen. Wer einen negativen PCR-Test hat, zeigt diesen gemeinsam mit dem Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis) vor. Der Soldat oder die Soldatin überprüft die Unterlagen, gibt dieses anschließend wieder zurück und wünscht einen schönen Tag. Wichtig: Wer aus einem Gebiet, das quarantänepflichtig ist einreisen möchte und einen negativen PCR-Befund, der den Kriterien entspricht, vorlegen kann, muss das Formular, das per Mail durch die Airline zugeschickt wird oder aber an Bord ausgeteilt wird, nicht ausfüllen. Dieses wird nicht benötigt. Etwas anders verhält es sich, wenn man nur auf der Durchreise ist oder keinen negativen PCR-Befund hat. In diesen Fällen muss das Formular ausgefüllt werden und gemeinsam mit dem Reisepass oder Personalausweis an das Bundesheer

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Lufthansa Group verkauft Corona-Versicherungen

Ab sofort bieten Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines kostenpflichtige Versicherungspakete im Falle einer Covid-19-Infektion an. Dabei stehen die Optionen „Travel Care“ und „Travel Care Plus“ zur Auswahl. Versicherer ist die AIG Europe S.A., wobei die Produkte zunächst Passagieren mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbehalten sind. Das Versicherungspaket der Travel Care-Option umfasst eine Ausgleichszahlung für den Fluggast, sollte sich dieser wegen einer Covid-19 Infektion an seinem Zielort in Quarantäne begeben müssen. Gleichzeitig beinhaltet die Option eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung. Neben den genannten Leistungen übernimmt die Travel Care Plus-Option zusätzlich medizinische Kosten im Falle einer Covid-19 Erkrankung des Fluggastes. Auch ein eventueller medizinischer Notfallrücktransport ist abgedeckt. Alle Versicherungsleistungen unterliegen den Bedingungen und Konditionen der Police. Gekauft werden kann die Polizze während der Buchung des Tickets über die direkten Vertriebskanäle der drei Fluggesellschaften. Eigenen Angaben nach ist man unter den ersten Airlines, die eine zusätzliche Absicherung anbieten.

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Lufthansa: Thiele fordert Stellenabbau und Verkauf von Beteiligungen

Lufthansa-Großaktionär Heinz-Hermann Thiele erhöht den Druck auf das Management der größten Fluggesellschaft Deutschlands. Er fordert im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ den Abbau von etwa 30.000 Stellen sowie den Verkauf von Beteiligungen. Thiele hält etwa 12 Prozent an der Deutschen Lufthansa AG und sorgte bereits im Frühjahr und Sommer für Aufsehen, denn zunächst kündigte er an, dass er die Staatshilfe blockieren wolle. Er sprach sich klar für eine „Planinsolvenz“ aus. Den Widerstand gab der Investor allerdings auf und erteilte letztlich seine Zustimmung. Seit einigen Tagen tritt Thiele wieder mit seinen Forderungen in die Öffentlichkeit und zwar zunächst in Richtung der Gewerkschaften. Nun erhöht er den Druck auf Konzernchef Carsten Spohr, denn die Zahlen sind momentan aufgrund der Gesamtumstände der Corona-Pandemie miserabel. Im Gespräch mit dem Spiegel fordert Thiele unter anderem, dass ein „tragfähiges Sanierungskonzept“ auf den Weg gebracht werden soll. Dies schließt den Abbau von etwa 30.000 Stellen sowie den Verkauf von Beteiligungen ein. Spohr wehrt sich jedoch gegen so genannte „Notverkäufe“. Wie dieser „Machtkampf“ ausgehen wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

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Kommentar: Leere Flugzeuge – wie lange hält die Branche das noch durch?

Seit der weitgehenden Wiederaufnahme des Flugverkehrs ab etwa Mitte Juni 2020 hat sich in der Reisebranche viel verändert. Leider nicht gerade positiv, denn Passagiere und Beförderungsunternehmen sind weiterhin mit einem Flickenteppich unterschiedlichster Einreise- und Quarantänebestimmungen konfrontiert. Besonders Deutschland überschüttet momentan wieder gefühlt ganz Europa mit Reisewarnungen und definiert einen Staat nach dem anderen als so genanntes „Risikogebiet“. Für eine kurze Zeit ab Juni bzw. Juli 2020 gab es zumindest innerhalb der Schengen-Region kaum nennenswerte Einreisebestimmungen, denn es war zunächst das Bestreben der Staaten und der Europäischen Union weitgehende Normalität herzustellen. Die Auslastung der Flüge war im Juni noch recht schwach, aber es gab auch positive Ausreißer. Beispielsweise ein von Eurowings am 19. Juni 2020 durchgeführter Flug von Wien nach Stuttgart hatte nur knapp über 30 Passagiere an Bord, jedoch ein paar Tage später war der Rückflug komplett voll. Malta öffnete sich am 1. Juli 2020 für viele Staaten und verlangte lediglich das Ausfüllen zweier Formulare. So leer wie in diesem Jahr waren die wenigen Sandstrände des Inselstaats wohl schon lange nicht mehr, doch die Auslastung der Flüge entwickelte sich zunächst positiv. Im Juli 2020 war in den Flugzeugen von Wizzair, Lauda/Ryanair/Malta Air noch viel Platz, aber im August 2020 flog man weitgehend voll. In spontanen Gesprächen erklärten viele Passagiere, dass man sich aufgrund des günstigen Preises spontan für einen Urlaub auf Malta und/oder Gozo entschieden habe. Das änderte sich im September und Oktober 2020 schlagartig, denn die klassische Urlaubszeit war vorbei und somit wurden die Maschinen der Ryanair Group und

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Deutschland: Corona-Testzentren an Flughäfen schließen

In Deutschland wurden im August 2020 an den meisten Flughäfen sowie an großen Bahnhöfen und teilweise auch auf Autobahnraststätten Corona-Teststationen eröffnet. Diese konnten Einreisende kostenfrei in Anspruch nehmen. Rasch flammte innerdeutsch eine politische Diskussion auf, dass Reiserückkehrer aus „Risikogebieten“ doch für ihre PCR-Tests selbst aufkommen sollen. Nun schließen die Stationen reihenweise. Beispielsweise teilte der Stuttgarter Flughafen unter Hinweis auf die seit Sonntag geltenden Einreisebestimmungen mit, dass das bislang im Terminal 1-West angesiedelte Testzentrum geschlossen wird. Seit August 2020 wurde das Angebot von rund 90.000 Reisenden genutzt. Einen Ersatz hat man noch nicht, jedoch arbeitet die Geschäftsleitung laut Medienaussendung daran. Ähnlich wie an anderen deutschen Flughäfen dürfte das neue Angebot dann für Reisende, aber auch die lokale Bevölkerung kostenpflichtig sein. Nähere Informationen zu den seit Sonntag für die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland gültigen Vorschriften unter diesem Link.

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Kanada: Staatshilfe nur dann, wenn Tickets erstattet wurden

Kanada setzt den Fluggesellschaften eine klare Bedingung für die mögliche Gewährung von staatlich besicherten Krediten und/oder anderen finanziellen Hilfsmaßnahmen. Verkehrsminister Marc Garneau sagte, dass die Airlines zunächst ihren Erstattungspflichten gegenüber kanadischen Kunden nachkommen müssen. Andernfalls werde man „keinen Penny an Steuergeldern für Fluggesellschaften ausgeben“. Derzeit evaluiert die kanadische Regierung ein umfangreiches Unterstützungspaket für den gesamten Luftfahrtsektor. Der Minister fügte auch hinzu, dass Kanada wesentlich stärker als andere Staaten auf Flugverbindungen angewiesen ist. Doch auch in diesem Nachbarstaat der Vereinigten Staaten sorgen verschleppte und zum Teil bis dato nicht erfolgte Rückzahlungen von Flugscheinen, die aufgrund des ersten Lockdowns nicht genutzt werden konnten, noch immer für Frust und Diskussionen. Der Verkehrsminister knüpft nun mögliche Hilfsgelder an die Tilgung der Schulden gegenüber den Passagieren.

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China: Airlines, die Corona „re-importieren, kassieren Flugverbote

In den letzten Tagen testeten die chinesischen Behörden wiederholt ankommende Passagiere positiv auf das Coronavirus. Das hat nun Konsequenzen, denn einige internationale Verbindungen wurden vom Regime nun temporär untersagt. Die “Zwangspausen” betragen bis zu vier Wochen. Betroffen sind verschiedene Airlines und Routen: Dhaka-Guangzhou, betrieben von China Southern Airlines, ist bis vorläufig 30. November 2020 untersagt. Manila-Guangzhou, ebenfalls vom gleichen Carrier bedient, darf vorläufig eine Woche nicht geflogen werden. Die Flüge von Ethiopian Airlines von Addis Abada nach Guangzhou werden für eine Woche verboten. Jene nach Pudong sind bereits seit 26. Oktober 2020 untersagt und haben nun eine Verlängerung für vier Wochen kassiert. Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde erklärte, dass es klare Vorgehensweisen gibt: Alle ankommenden Passagiere müssen sich einem PCR-Test unterziehen. Sollten pro Flug mehr als fünf positiv auf das Coronavirus getestet werden, so wird die Verbindung für eine Woche untersagt. Ab zehn Infizierten muss die Strecke für mindestens ein Monat ausgesetzt werden. Im Gegenzug dürfen Fluggesellschaften ihre Verbindungen pro Woche um zwei Rotationen ausbauen, wenn in einem Beobachtungszeitraum von drei Wochen kein einziger positiver Fall nach China “importiert” wurde. Laut CH-Aviation.com haben bereits fünf andere Fluggesellschaften temporäre Suspendierungen kassiert. Dabei handelt es sich um die von Air China bediente Strecke Moskau (SVO)-Shijiazhuang, Tashkent-Xi’an von Uzbekistan Airways, Cairo-Guangzhou von Egyptair, Phnom-Guangzhou von Angkor Air sowie Bagdad-Guangzhou, bedient von Iraqi Airways. Die Untersagung der Strecke Manila-Shanghai (China Eastern Airlines) für vier Wochen soll am 16. November 2020 in Kraft treten. Turkish Airlines kassierte auf der Strecke Istanbul-Guangzhou eine Verlängerung um eine Woche ab

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Paderborn behält nur 65 Mitarbeiter

Die Belegschaft des insolventen Regionalflughafens Paderborn/Lippstadt wird drastisch verkleinert. Von ehemals etwa 170 Beschäftigten werden nur etwa 65 Mitarbeiter ihre Jobs behalten können. Der Schritt wird als “unabwendbar” bezeichnet. Der Airport meldete am 22. September 2020 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Die Gewerkschaft Komba und der Betriebsrat einigten sich am 6. November 2020 mit der Geschäftsleitung und dem vorläufigen Sachwalter auf die Details zum Stellenabbau. Jene, die nicht übernommen werden, sollen in eine so genannte Transfergesellschaft überführt werden, in der sie für bis zu 12 Monaten verbleiben können, um neue Jobs suchen zu können. Die Umstrukturierung des Flughafens Paderborn/Lippstadt soll bis ungefähr März 2021 abgeschlossen sein. Der Flugbetrieb bleibt dadurch uneingeschränkt, jedoch ist dieser aufgrund der geringen Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie derzeit stark reduziert. Zugelassen ist “PAD” für Maschinen der Kategorie E.

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Oktober 2020: Airbus lieferte 72 Maschinen aus

Der europäische Flugzeugbauer Airbus konnte im Oktober 2020 insgesamt 72 Maschinen an Kunden ausliefern. Dabei handelte es sich um zwölf A220, vier A330, zwölft A350 und einen A380. Weiters wurden 43 Maschinen der A320-Reihe an ihre Besteller übergeben. Im selbigen Zeitraum konnte der Hersteller elf Neubestellungen an Land ziehen. Die Businessjet-Version des Airbus A220, “ACJ Two Twenty”, sticht dabei mit sechs Orders positiv hervor. Skyserv bestellte zwei Airbus A20neo, ein namentlich nicht benannter Kunde orderte zwei A321neo und eine vermögende Privatperson einen A320neo. Dem stehen allerdings auch Stornos von drei A220-300 gegenüber.

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