Jan Gruber

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Jan Gruber

Lauda ist raus aus Düsseldorf, 150 Menschen arbeitslos

Am 19. Oktober 2020 führte die Düsseldorfer Basis den letzten Lauda-Flug durch. Den rund 150 Beschäftigten, die bereits vor einigen Wochen ihre „blauen Briefe“ bekommen haben, droht nun akut die Arbeitslosigkeit. Die Mehrheit der Düsseldorfer „Laudas“ stimmt den „neuen Konditionen“, die von der Geschäftsführung durchgesetzt werden sollten zu und damit wurde zunächst intern kommuniziert, dass diese Basis – im Gegensatz zu Stuttgart – gerettet ist. Doch es dauerte nicht lange, da überlegte es sich Ryanair anders und die Schließung der größten Lauda-Station in Deutschland wurde fixiert. Allen Mitarbeitern wurde dann die Kündigung zugeschickt, wobei viele gegen diese vor dem lokal zuständigen Arbeitsgericht vorgehen. Dem Vernehmen nach sind exorbitant viele Kündigungsschutzklagen von gekündigten Beschäftigten der Lauda-Bases Düsseldorf und Stuttgart gerichtsanhängig. Ein Kapitän, der nach 40 unfallfreien Dienstjahren seinen letzten Flug vor dem Ruhestand für Lauda absolvierte, kritisierte vor wenigen Tagen in seiner „Abschiedsdurchsage“ den Konzern. Er sagte unter anderem, dass „die Firma“ ihre Mitarbeiter „zum Teil menschenverachtend behandeln“ würde. Die Ansage kann unter diesem Link im O-Ton angehört werden. Ein durchaus ungewöhnliches Detail: Nachdem die Schließung der Base in Baden-Württemberg offiziell war und das Personal die Kündigungsschreiben bereits in den Händen hielt, wandte sich der Laudamotion-Nachfolger Lauda Europe an Stuttgarter Flugbegleiter. Diesen wurde ein neuer Job in Düsseldorf angeboten und explizit darauf verwiesen, dass jene Löhne gelten, denen man für Stuttgart zugestimmt hätte. In vielen Fällen wurde genau dieses Einverständnis niemals erteilt. Doch aus dem „Ersatzjob“ in NRW wurde ohnehin nichts, denn nur wenige Tage später verkündete Lauda auch die Schließung

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Finnair verkauft Business-Class-Menüs in Supermärkten

Das Oneworld-Mitglied Finnair verkauft nun Business-Class-Mahlzeiten in finnischen Supermärkten. Die ersten Gerichte sind in einem Lebensmittelladen in Helsinki erhältlich und kosten zwischen 10 Euro und 13 Euro. Zum Auftakt werden Rentier-Fleischbällchen und Rindfleisch Teriyaki angeboten. Die Fluggesellschaft versucht mit dieser Maßnahme zusätzliche Einnahmen zu generieren. Ob hierfür ein Markt besteht, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Bei Erfolg will man das Konzept ausdehnen und weitere Gerichte aus der Business-Class als Fertiggerichte in Supermärkten anbieten.  Zunächst werden die Mahlzeiten nur im Supermarkt Sivonen, K-Citymarket Tammisto, in Vantaa, etwas außerhalb von Helsinki und ganz in der Nähe des wichtigsten internationalen Flughafens des Landes erhältlich sein. Vermarktet wird das Produkt übrigens unter der Bezeichnung “Tatse of Finnland”.

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Flughafen Wien setzt Schnelltests im Conferencing-Bereich ein

Der Flughafen Wien-Schwechat wirbt in einer aktuellen Aussendung für die Meeting- und Koferenzmöglichten, die in der so genannten Airport City zur Verfügung stehen. Dabei wird die Möglichkeit diese mittels Durchführung von Antigen-Schnelltests sicherer zu machen besonders stark hervorgehoben. “Im Rahmen seines Veranstaltungsangebots „Vienna Conferencing“ bietet der Flughafen Wien COVID-19 Antigen-Schnelltests für alle Gäste, große Meetingräume, in denen der erforderliche Mindestabstand problemlos eingehalten werden kann und nützliche Zusatzleistungen, wie eine professionelle Desinfektion der Eventflächen. So können Veranstaltungen Corona-sicher und unter Einhaltung aller behördlichen Auflagen gut durchgeführt werden”, so der Wiener Flughafen in einer Medienaussendung. Probeweise kamen in den vergangenen Tagen bei Veranstaltungen, die im Office Park 4 durchgeführt wurden, die neuen Schnelltests zum Einsatz. Das Verfahren habe sich bewährt: Medizinisches Personal nimmt einen Rachenabstrich und binnen 15 Minuten soll das Ergebnis feststehen. Wer negativ ist, darf teilnehmen. Bei positiven Testungen wird die jeweils zuständige Gesundheitsbehörde informiert, die gegebenenfalls einen PCR-Test zu Verifizierung veranlassen kann. In Zukunft will der Wiener Flughafen das Verfahren auch im Bereich der Passagierabfertigung einsetzen. Ein genauer Termin hierfür steht allerdings noch nicht fest.

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KLM stellt Boeing 747-400 Combi außer Dienst

KLM setzt derzeit noch drei Boeing 747-400 Combi ein, doch am 25. Oktober 2020 ist damit Schluss. Eigentlich wollte man sich schon wesentlich früher von den Maschinen mit den Registrierungen PH-BFT, PH-BFV und PH-BFW trennen, doch die Corona-Pandemie und die die temporär stark angestiegene Nachfrage führten zu einer “Galgenfrist” von etwa einem halben Jahr. Laut einem Bericht des Portals Aerobuzz, der vom Unternehmen auf Anfrage gegenüber Aviation Direct bestätigt wurde, wird am 25. Oktober 2020 der letzte Boeing 747-400 Combi unter KLM-Flugnummern durchgeführt. Dieser führt als KL894 von Shanghai nach Schiphol. Der Ausflottungsprozess läuft übrigens schon seit über vier Jahren. Einst hatte das Skyteam-Mitglied über 22 Exemplare dieses Typs in der Flotte. Beim Vorgängermodell war man sogar weltweiter Erstkunde.

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Air Europa kündigt Langstrecken-Ausbau an

Die spanische Fluggesellschaft Air Europa kündigt an, dass die Langstreckenverbindungen in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Lateinamerika wieder ausgebaut werden sollen. Der Carrier teilte mit, dass bis Dezember 2020 18 von 23 Long-Haul-Strecken reaktiviert werden. Den Auftakt machen Ziele wie Bogotá, Medellin, Caracas und La Habana, die im November wieder angesteuert werden sollen. Die Frequenzen zu den bereits bedienten Destinationen Santo Domingo, Quito und Guayaquil will Air Europa schrittweise erhöhen. Im Dezember folgt der nächste Schritt: Miami, Buenos Aires, Lima, Santa Cruz/Bolivien, Panamá, Punta Cana und Salvador da Bahía werden reaktiviert. Derzeit bedient Air Europa unter anderem nachstehende Long-Haul-Ziele: Sao Paulo, Montevideo, San Pedro Sula, Santo Domingo, Quito, Guayaquil und Santa Cruz. Selbstverständlich macht das spanische Luftfahrtunternehmen in Zeiten wie diesen keine Ankündigungen ohne “Kleingedrucktes”. Der Medienmitteilung ist zu entnehmen, dass die Aufnahmen unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie steht. Mit anderen Worten: Air Europa könnte das eine oder andere Ziel noch abblasen. In Kooperation mit Allianz Global Assistance wird man Versicherungspakete anbieten, die im Fall einer Infektion die Behandlungs- und Quarantänekosten übernehmen soll. Air Europa hofft darauf, dass mit dieser Absicherung, die für die Reisenden kostenpflichtig ist, die Nachfrage ein wenig angekurbelt werden kann.

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Ryanair drängt Basis Wien in unbezahlte Urlaube

Den Beschäftigten der Ryanair-Basis Wien steht ein mitunter frostiger Winter bevor, denn der irische Billigflieger drängt das in Österreich stationierte Boeing-737-Personal in unbezahlte Urlaube. Im Anschluss könnte vielen anstatt dem Vollzeitjob eine Teilzeitbeschäftigung blühen. Ryanair hat derzeit drei Maschinen des Typs Boeing 737-800 am Flughafen Wien gebased und kürzte nach Beginn der Corona-Pandemie die Gehälter um bis zu 20 Prozent. Ähnlich wie bei der Konzernschwester Lauda gab es nur ein kurzes Zeitfenster, in dem per E-Mail die Zustimmung erteilt werden musste. Die meisten in Österreich stationierten Ryanair-Piloten und -Flugbegleiter sind über die Leiharbeitsfirmen Workforce und Crewlink beschäftigt. Letztere stellt auch Personal für für Lauda. Ryanair verstand es seit er Eröffnung der Boeing 737-Basis in Wien mit dieser Druck auf die A320-fliegende Schwester Lauda auszuüben. Immer wieder rieb man den Beschäftigten unter die Nase, dass die Boeing 737-800 nicht nur mehr Sitzplätze hat, sondern Ryanair günstiger und effizienter produzieren könnte. Wieder und wieder drohte die Lauda-Geschäftsführung damit, dass wenn die gewünschten Einsparungen beim Personal nicht erzielt werden, dass dann Ryanair selbst übernimmt und alle Lauda-Jobs gehen verloren. Der Umstand, dass Ryanair nun die drei eigenen in Wien stationierten Boeing 737-800 für rund zwei Monate aus der Planung nimmt, das Personal in diesem Zeitraum auf unbezahlte Urlaube schicken will und beabsichtigt dieses anschließend zunächst in Teilzeit zu beschäftigen, kommt ein wenig überraschend. Die Wiener Lauda-Europe-Belegschaft rechnete damit, dass die Ryanair-Base fliegen wird, jedoch bei der Konzernschwester eingespart wird. Hierzu ist allerdings auch zu erwähnen, dass Lauda-Chef David O’Brien den österreichischen Flugbegleitern in

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Blablabus tritt zweite „Corona-Pause“ an

Der Fernbuslinien-Betreiber Blablabus stellt am 26. Oktober 2020 den Fahrbetrieb temporär ein. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der aufgrund der Corona-Pandemie schwachen Nachfrage und der sich momentan zuspitzenden Einreise- und Quarantänebestimmungen. Der zweite Neustart soll im Frühjahr 2021 erfolgen. Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Anbieter den Linienbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie komplett eingestellt hat. Von März bis Juni 2020 setzte man den Fahrbetrieb temporär aus. Seither wurden zahlreiche Routen wiederaufgenommen, doch damit ist jetzt Schluss. Nach dem 26. Oktober 2020 tritt Blablabus eine zweite Corona-Pause an. Der Neustart ist ohne konkreten Termin für das Frühjahr 2021 angekündigt. Der Marktführer Flixbus dünnte in den vergangenen Tagen und Wochen das Streckennetz stark aus. Viele Routen pausieren temporär oder werden zumindest nur noch stark reduziert bedient. Auf internationalen Verbindungen führen die Einreise- und Quarantänevorschriften zu einem starken Nachfragerückgang. Innerdeutsch lag die Auslastung nach der Wiederaufnahme des Fahrbetriebs erheblich unter den Werten, die man vor der Corona-Pandemie erreichen konnte. Der Ableger Flixtrain pausiert derzeit, wobei einer der operativen Partner, Leo Express, zwischenzeitlich Insolvenz anmelden musste. Der Konzern erklärte allerdings wiederholt, dass die Bahnlinien wieder bedient werden sollen. Das stark verringerte Fernbus-Angebot hat auch Auswirkungen auf die Anbindungsmöglichkeiten an Flughäfen. Wurden die meisten Airports vor der Corona-Pandemie hochfrequent bedient, um möglichst viele Reisende zum Flughafen zu bringen oder dort abzuholen, gibt es an den meisten Standorten, wenn überhaupt, nur noch wenige Frequenzen pro Tag.

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Estland: Nordica-Relaunch ohne LOT steht bevor

Unter der Marke Nordica brachte die Regierung Estlands nach der Estonian-Pleite einen neuen Player in die Luft. Anfangs kooperierte man mit Adria Airways, von der man sich jedoch im Streit trennte. Nachdem die Tochter Regional Jet ein eigenes AOC erteilt bekommen hatte, wurde dieser der operative Flugbetrieb übertragen. Nordica selbst ist ein virtueller Carrier, der jedoch im Außenauftritt nicht mehr aktiv ist. Jene Routen, die für den Partner LOT interessant waren, werden von Regional Jet im Auftrag der Polen durchgeführt. Der ACMI-Anbieter erfand sich zwischenzeitlich unter dem Namen Xfly neu und fliegt auch für diverse andere Fluggesellschaften. Genau das ist aber in der Politik in Estland umstritten, denn wozu muss der Staat die Mehrheit an einem ACMI-Anbieter halten? LOT ist mit 49 Prozent beteiligt. Nun scheint man in Estland aber an einen Neustart der Marke Nordica zu denken, denn als Bedingung für einen Kapitalerhöhung in der Höhe von 30 Millionen Euro wird nun gesetzt, dass der Staat die LOT-Anteile übernehmen soll. Damit würden Nordica und die Tochter Xfly verstaatlicht werden. Gleichzeitig wird aber angekündigt, dass innerhalb von sieben Jahren eine (Teil-)Privatisierung erfolgen soll. Was die estnische Regierung genau plant, ist unklar. Jedenfalls wurde bereits erklärt, dass ab Tallinn zwölf Routen unter der Marke Nordica reaktiviert werden sollen. Die operative Durchführung soll durch die Tochter Xfly erfolgen. Diese bewirbt sich aber auch in Finnland um subventionierte Domestic-Strecken. Ebenfalls offen ist, ob die Kooperation mit LOT fortgeführt wird oder ob künftig Flugnummern von Xfly genutzt werden. In Finnland würde man jedenfalls erstmals

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Lufthansa weiterhin tief in den roten Zahlen

Lufthansa wird auch das dritte Quartal des Jahres 2020 mit tiefroten Zahlen abschließen. Der Konzern teilte am Dienstag mit, dass das Adjusted-EBIT auf vorläufiger Basis bei -1.262 Millionen Euro lag. Im Vorjahr war es mit 1.297 Millionen Euro deutlich positiv. Den operativen Verlust der ersten neun Monate beziffert der Kranich mit 4.161 Millionen Euro.  Der Adjusted Free Cash Flow belief sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 auf -2.579 Mio. Euro (Vorjahr: 685 Mio. Euro). Im dritten Quartal lag der Adjusted Free Cash Flow bei -2.069 Mio. Euro (Vorjahr: 416 Mio. Euro). Auszahlungen für Corona-bedingte Flugausfälle in Höhe von 2,0 Mrd. Euro standen dabei im dritten Quartal vor allem Mittelzuflüsse aus der Ausweitung der Flugaktivitäten im Juli und August gegenüber. Der Konzern profitierte außerdem von einem strikten Working Capital-Management und der Verschiebung von Steuerzahlungen. Die Nettokreditverschuldung lag damit am Ende des dritten Quartals bei 8.930 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 6.662 Mio. Euro). Lufthansa erklärt weiters, dass per Ende September konzernweit flüssige Mittel in der Höhe von 10,1 Milliarden Euro zur Verfügung standen. Darin sind auch noch nicht abgerufene Finanzmittel aus den Staatshilfen, die Österreich, Deutschland, Belgien und die Schweiz gewährt haben. 6,3 Milliarden Euro wurden laut adhoc-Mitteilung noch nicht abgerufen. Der Flugbetrieb wird jedoch weiter eingeschränkt und wird nach aktueller Planung im vierten Quartal des Jahres 2020 nur “maximal 25 Prozent” der Vorjahreskapazität betragen. Damit will Lufthansa sicherstellen, “dass der Flugbetrieb auch weiterhin einen positiven Cashbeitrag leistet.” Gleichzeitig arbeitet die Lufthansa Group intensiv an Restrukturierungsmaßnahmen in allen

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KW 41: Lufthansa verkaufte 74,3 Prozent weniger Tickets

Eine Analyse des Anlageportals Kryptoszene.de zeigt den starken Rückgang des Luftverkehrs in Deutschland während der Corona-Pandemie auf. Besonders hat wurde Lufthansa als mit Abstand größter Anbieter in der Bundesrepublik betroffen. Der Rückgang lag zeitweise bei bis zu 92,9 Prozent. In der 41. Kalenderwoche des Jahres 2020 wurden weltweit 58,4 Millionen Flugtickets verkauft. Im Vorjahr waren es jedoch 112,7 Millionen. Allein in dieser ausgewählten Woche lag der Rückgang bei 48,2 Prozent, Tendenz steigend. In Deutschland wurden sogar um 68,7 Prozent weniger Flugscheine verkauft. Die Analysten von Kryptoszene.de kommen zum Schluss, dass Lufthansa besonders Stark unter den Auswirkungen der Pandemie leidert. Der Rückgang in der Kalenderwoche 41 lag bei 74,3 Prozent. Zum Vergleich: Bei Ryanair lag das Minus bei 56,1 Prozent und bei Air China nur bei -2,5 Prozent, was jedoch auch auf ultrabillige Inlandsflüge zurückzuführen sein könnte. “Auch bei einem Blick auf die Aktienkursentwicklung zeigt sich ähnliches: Binnen der letzten 365 Tage büßte die Lufthansa 50,1 Prozent an Marktkapitalisierung ein. Der irische Mitbewerber Ryanair wiederum verlor lediglich 3,7 Prozent an Wert”, so das Portal. „Dass die Corona-Krise mitsamt den Ausgangsbeschränkungen der Luftfahrtindustrie zusetzt, überrascht wenig“, so Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Allerdings macht die Erhebung deutlich, dass einige Unternehmen vergleichsweise glimpflich davonzukommen scheinen, während andere herbe Einbußen in Kauf zu nehmen haben“.

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