
Deutsche Bahn: Vorstandschefin Palla kündigt weitere Verschlechterung der Lage an
Die Deutsche Bahn (DB) steht laut ihrer Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla vor einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Unternehmensgeschichte. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung stellte Palla klar, dass sich die Lage auf der Schiene in Deutschland in den kommenden Jahren zunächst weiter zuspitzen wird. Die Ursache sieht sie in einer unerwartet schnellen Alterung der Infrastrukturanlagen sowie einer daraus resultierenden drastischen Zunahme der Baustellen. Palla zufolge altert das Netz – betroffen sind unter anderem Stellwerke, Schienen, Weichen und Oberleitungen – deutlich schneller als bisher angenommen. Diese Entwicklung sei dem Unternehmen in ihrem dramatischen Ausmaß nicht rechtzeitig bewusst gewesen. Die Konsequenz sind verstärkte Langsamfahrstellen und ungeplante Störungen, die den Betrieb massiv behindern. Die Zahl der Baustellen auf dem Netz wird in diesem Jahr auf rund 26.000 geschätzt, was einer Steigerung von 5.000 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2026 sei mit einem weiteren Anstieg auf über 28.000 zu rechnen. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr, die zuletzt auf einen Tiefstwert von 51,5 Prozent gesunken war, wird sich laut Palla kurzfristig nicht erholen; sie rechnet auch für das laufende Jahr mit einer „Fünf vorne“ bei den Pünzlichkeitswerten. Der wachsende Sanierungsbedarf trifft auf ein ohnehin überlastetes Schienennetz, insbesondere an den Hauptverkehrsknotenpunkten wie Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Köln. Die starke Zunahme des politisch bestellten Regionalverkehrs, welchen die DB nicht selbst steuern kann, setzt dem System zusätzlich zu. Eine Reduzierung des Angebots, um die Pünktlichkeit zu erhöhen, lehnt Palla ab, da viele Reisende auf diese Regionalverbindungen angewiesen seien und die Entscheidung letztlich in der Hand der Politik








