Die australische Fluggesellschaft Qantas hat mit der lokalen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission einen millionenschweren Vergleich geschlossen. Gleichzeitig muss das Unternehmen auch 100 Millionen australische Dollar Geldstrafe entrichten. Hintergrund ist, dass man im Vorjahr über einen längeren Zeitraum Tickets für Flüge verkauft hat, obwohl man wusste, dass diese nicht durchgeführt werden. Dieser Umstand brachte dem Carrier nicht nur eine Klage der Verbraucherschutzbehörde ein, sondern kostete dem langjährigen Firmenchef Alan Joyce auch den Job. Nun wird Qantas zur Kasse gebeten und muss nebst einem Bußgeld auch die betroffenen Kunden finanziell entschädigen. Nach monatelangen Diskussionen gab die Qantas Group vergangene Woche bekannt, dass sie eine Vereinbarung mit der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) getroffen hat, um die rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Flugstornierungsskandal beizulegen. Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung wird Qantas Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 20 Millionen australischen Dollar (13,2 Millionen US-Dollar) an betroffene Passagiere leisten und eine zivilrechtliche Geldstrafe von 100 Millionen australischen Dollar (66 Millionen US-Dollar) zahlen, vorbehaltlich der Genehmigung durch das Bundesgericht Australiens. Die heutige Stellungnahme steht in starkem Kontrast zu den Äußerungen von Qantas, als es seine Verteidigung im Oktober eingereicht hatte. Damals räumte das Unternehmen Fehler ein, betonte jedoch, dass die Klage der ACCC die Realitäten der Luftfahrtindustrie ignoriere – Fluggesellschaften können keine bestimmten Flugzeiten garantieren. Es fügte hinzu, dass allen Kunden von stornierten Flügen ein alternativer Flug oder eine Rückerstattung angeboten wurde und es keine „Gebühr für nicht erbrachte Dienstleistungen“ gab. In einer Stellungnahme räumte Vanessa Hudson, CEO der Qantas Group, das Fehlverhalten des Unternehmens ein.