Jan Gruber

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Jan Gruber

AF447: Berufungsgericht könnte Anklage auf Airbus ausdehnen

Das Pariser Berufungsgericht wird am 4. März 2021 darüber entscheiden, ob die von der französischen Staatsanwaltschaft beantragte Anklage gegen Air France wegen fahrlässiger Tötung von 228 Menschen zugelassen wird oder nicht. Die Kammer prüft offenbar auch eine mögliche Ausdehnung auf den Hersteller, Airbus. Hintergrund ist Flug AF447, der in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 2009 über dem Atlantik abstürzte. Die von der französischen Flugunfallermittungsbehörde durchgeführte Untersuchung zog sich sehr lange hin, denn erst im Jahr 2011 gelang es die Flugschreiber auszuwerten. Im Abschlussbericht kamen die Ermittler zum Schluss, dass höchstwahrscheinlich die Pitot-Sonden, die die Geschwindigkeit messen, durch Eiskristalle verstopften und dadurch ausgefallen sind. Der Autopilot schaltete sich ab und die Steuersoftware aktivierte den Modus „Alternate Law“. Die Flugzeugführer sollen Fehlentscheidungen, die für diesen Modus unangemessen waren, getroffen haben. Der Airbus A330 stürzte in den Atlantik, alle Insassen kamen ums Leben. Das Wrack wurde erst im Jahr 2011 gefunden. Die Staatsanwaltschaft vertritt die Ansicht, dass Airbus die Piloten nicht ausreichend geschult habe. Das sah der zuständige Ermittlungsrichter anders und wies den Antrag auf Anklage ab und begründete es unter anderem damit, dass mehrere ungünstige Umstände zusammengekommen sind. Das wollte die Staatsanwaltschaft nicht auf sich sitzen lassen und zog vor das Berufungsgericht. Die französische Le Figaro, die für gewöhnlich gut informiert ist, berichtet unter Berufung auf Gerichtsquellen, dass die Kammer auch eine Mitverantwortung des Herstellers Airbus prüft. Damit würde das Berufungsgericht sogar über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgehen, denn diese beantragte ursprünglich lediglich eine Anklage gegen Airbus. Am 4.

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Sundair stellt Stockholm-Beirut wieder ein

Die deutsche Ferienfluggesellschaft Sundair stellt die erst Mitte Dezember 2020 aufgenommene Verbindung zwischen Stockholm und Beirut wieder ein. Die Route wird kommende Woche letztmalig bedient. Geschäftsführer Marcos Rossello bestätigte dies gegenüber Aviation Direct. Ob diese Route zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert wird oder nicht, steht noch nicht fest. Im Sommerflugplan 2021 will sich Sundair auf die Flüge ab Deutschland fokussieren. Auf die Frage nach dem Grund für die Aufgabe der Route Stockholm-Beirut sagte Rossello, dass diese ohnehin nur bis März 2021 geplant war. Die derzeit aufgrund der weltweiten Pandemiesituation schwache Nachfrage würde den hohen Aufwand nicht mehr rechtfertigen. Als Beispiel nannte er, dass Besatzungen von/nach Stockholm reisen müssen, um ihre Kollegen abzulösen. Bislang wird die Verbindung nach folgendem Muster bedient: Düsseldorf-Beirut-Stockholm-Beirut-Düsseldorf. Der Wechsel der Crew erfolgte daher in Schweden. Daraus, dass die vorzeitige Aufgabe der ersten Strecke außerhalb Deutschlands aufgrund niedriger Auslastung erfolgt, macht Rossello „kein Geheimnis“ und meint „leider ist es so“.

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Sundair zahlt die Gehälter wieder selbst

Am Donnerstag entschied das Amtsgericht Stralsund, dass Sundair im eröffneten Schutzschirmverfahren die Eigenverwaltung behält. Der Carrier teilte mit, dass die Gehälter der etwa 240 Mitarbeiter aus eigener Kraft bezahlt werden. Sachwalter bleibt Lucas Flöther, der bereits bei Air Berlin und Condor diese Funktion ausgeübt hat. Die Fluggesellschaft will sich aufgrund der Coronakrise mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens neu aufstellen. Laut Geschäftsführer Marcos Rossello konnte mit den Eigentümern der Flugzeuge eine Einigung erzielt werden. Der Carrier tauscht diese gegen andere Maschinen aus, berichtete Aviation Direct. „Wir sind gerade dabei, drei neue A319 einzuflotten, von zwei A320 und zwei A319 trennen wir uns. Somit besteht die Flotte künftig aus sechs Flugzeugen“, wird Geschäftsführer Marcos Rossello in einer Pressemitteilung zitiert. Somit verkleinert sich die Flotte um eine Maschine. Mit den Gläubigern habe man bereits verhandelt und diese hätten dem ausgearbeiteten Sanierungsplan in der Entwurfsfassung zugestimmt. Das Unternehmen teilt weiters mit, dass das Dokument in Kürze dem Gericht und den Gläubigern zur Einholung der formellen Zustimmung vorgelegt wird. Im Anschluss muss die Gläubigerversammlung abstimmen.

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Condor-Beschwerde: Kartellamt eröffnet Verfahren gegen Lufthansa

Das deutsche Bundeskartellamt hat aufgrund der von Condor eingebrachten Beschwerde ein offizielles Verfahren gegen Lufthansa eröffnet. Die Behörde erklärt, dass eine Entscheidung zeitnah fallen soll. Hintergrund ist, dass der Kranich einen Kooperationsvertrag, es Condor ermöglicht Verbindungen der Lufthansa aus Zubringerflüge zu vermarkten, aufgekündigt hat. Die Ferienfluggesellschaft, die einst selbst eine Tochter des Kranich-Konzerns war, sieht darin den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung und brachte eine Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Lufthansa hingegen will die eigenen Verbindungen stärken und doppelt mit dem neuen Brand Eurowings Discover nahezu alle Condor-Langstrecken. Da die ausgesprochene Kündigung im Juni 2021 schlagend wird, will das Bundeskartellamt nun schnell entscheiden. Ein Sprecher bezeichnete die Angelegenheit am Donnerstag als „eilbedürftig“. Beide Firmen wurden schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert. Entschieden werden soll so schnell wie möglich. Arbeitnehmervertreter kritisieren den Streit zwischen Lufthansa und Condor, denn beide Unternehmen wurden mit staatlichen Finanzmitteln gerettet. Gefordert wird, dass Steuergeld nicht für einen Verdrängungswettbewerb verwendet werden darf.

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Deutschland: Einigung über „Luftfahrtmilliarde“ erzielt

Eine „Luftfahrtmilliarde“ versprach der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor rund drei Monaten. Kurz danach wurde er von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wieder eingebremst, denn dieser will, dass sich die Länder finanziell am Rettungspaket beteiligen. Nun wurde eine Einigung zwischen Bund und Ländern erzielt. Allerdings waren nicht alle der 16 deutschen Bundesländer für die die Unterstützung der deutschen Airports. Zwei stimmten gegen den Vorschlag. 500 Millionen Euro sollen vom Bund aufgebracht werden, die andere Hälfte von den Ländern, wobei bereits an Flughäfen ausbezahlte Finanzhilfen angerechnet werden. Im nächsten Schritt ist die Zustimmung und Freigabe von Finanzminister Scholz erforderlich. Das aktuelle Budget der Bundesregierung sieht gar keine Finanzhilfen für Flughäfen vor. Diverse Umweltschutzverbände fordern nun, dass dies auch so bleiben soll. Branchenvertreter weisen auf die zum Teil äußerst angespannte Finanzlage der Airports und in weiterer Folge auf die Arbeitsplätze hin.

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Schweiz: Riskantes Flugmanöver führte zum Absturz der HB-HOT

Die Flugunfallermittler der Schweiz schreiben in ihrem Abschlussbericht, dass der Absturz der Ju-52 im Jahr 2018 unter anderem durch ein riskantes Manöver der Flugzeugführer verursacht wurde. Der Verein, der die historischen Maschinen betreibt, will nun die Auswahl und Ausbildung der Piloten verbessern. Am 4. August 2018 stürzte im Kanton Graubünden die HB-HOT ab. Das etwa 80 Jahre alte Fluggerät befand sich auf einem Rundflug. Alle Insassen kamen beim Unfall ums Leben. Nun üben die Ermittler Kritik am Betreiber, aber auch am Bundesamt für Zivilluftfahrt. Sicherheitsprobleme wären übersehen worden und der Verein habe Risiken nicht erkannt. Im Bericht ist weiters zu lesen, dass der Oldtimer diverse technische Mängel hatte, jedoch sollen diese nicht ursächlich für den Absturz gewesen sein. Als Hauptursache für den Absturz machten die Behörden ein riskantes Pilotenmanöver aus. Im Bericht steht geschrieben: „Die Piloten steuerten das Flugzeug in geringer Höhe, ohne Möglichkeit für einen alternativen Flugweg und mit einer für diese Verhältnisse gefährlich tiefen Geschwindigkeit in das enge Tal südwestlich des Piz Segnas. In diesem Tal durchflog das Flugzeug Turbulenzen, wie sie im Gebirge in Geländenähe stets zu erwarten sind. Diese hochriskante Flugführung bewirkte, dass die Piloten in diesen nicht außergewöhnlichen Turbulenzen die Kontrolle über das Flugzeug verloren und für ein Abfangen des Flugzeuges zu wenig Raum zur Verfügung stand. Als Folge davon stürzte das Flugzeug nahezu senkrecht zu Boden“. Die Schweizer Unfalluntersuchungsstelle veröffentlichte auch ein Video, in dem die Erkenntnisse der Behörde einfach verständlich dargestellt sind: Der Betreiberverein wurde im November 2018 mit einem Flugverbot belegt. Eine

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Auktion: Tegel-Inventar unter dem Hammer

Ende Oktober 2020 schloss der Flughafen Berlin-Tegel seine Pforten. Nun kommt das Inventar unter den Hammer. Wer sich ein Sitzbänke, Bildschirme oder gar einen Schneepflug in die Wohnung oder ins Büro holen möchte, könnte jetzt fündig werden. Das Auktionshaus Wilhelm Dechow versteigert derzeit im Auftrag der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH diverse Gegenstände, die vormals am Airport Tegel eingesetzt waren. Derzeit werden zum Beispiel Bildschirme und Sitzbänke an den jeweiligen Höchstbietenden verkauft. Das Angebot soll laufend erweitert werden. Die momentan laufende Auktion findet sich unter diesem Link. Tipp: Aviation Direct hat dem Flughafen Berlin-Tegel eine Fotoreportage gewidmet.

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Ukraine sperrt 13 russische Carrier aus

Die Regierung der Ukraine untersagt nun explizit 13 russischen Fluggesellschaften die Nutzung des Luftraums. Dies schließt Überflüge, Starts und Landungen sowie Ferry-Flüge ein. Allerdings hat der Beschluss, der noch final abgesegnet werden muss, eher symbolischen Charakter, da russischen Carriern seit längerer Zeit der Betrieb im Luftraum der Ukraine verboten ist. Hintergrund der Maßnahme ist der Streit um die Krim. Das ukrainische Kabinett will nun 13 Airlines, die ihren Sitz in der Russischen Föderation haben, explizit aufgrund ihrer Flugangebote von/nach Simferopol sanktionieren. Die Krim wurde vor einigen Jahren von Russland annektiert und eingegliedert, jedoch ist dieser Vorgang international nicht anerkannt. Beispielsweise betrachtet die Europäische Union die Krim weiterhin als der Ukraine zugehörig. Vom Bann, der für drei Jahre ausgesprochen wird, sind nachstehende Airlines betroffen: Vologda Air KrasAvia Komiaviatrans Azimuth IrAero Aviaservice Tulpar Aerolimousine 223rd Flight Unit Pobeda Aviatsiyni Technologii Investitsii Servis Simargl Air Company State Corporation for Air Traffic Management Weiters sprach die Ukraine der syrischen Cham Wings Airlines ein Flugverbot aus. Warum dieser Carrier gebannt wird, erklärte die Regierung allerdings nicht. Es soll jedoch im Bereich der Eigentümerschaft Cham Wings Airlines ein Naheverhältnis zu Machthaber Baschar al-Assad geben. Da diese Fluggesellschaft Europa ohnehin nicht anfliegt, dürften sich die Auswirkungen allenfalls auf Umwege in Richtung Moskau beschränken.

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Seehofer: Deutschland plant Einreiseverbote im Eilverfahren

Die Bundesrepublik Deutschland plant, dass die Einreise aus bestimmten Staaten, die besonders stark von neuen Mutationen des Coronavirus geplagt sind, verboten wird. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, dass bis zum morgigen Freitag die Vorgehensweise mit den Ländern abgestimmt werden soll. Es scheint Eile geboten zu sein, denn das Regierungsmitglied kündigte an, dass die Einigung dann mittels Umlaufbeschluss abgesegnet werden soll. Eine Lösung auf EU-Ebene ist aus Sicht von Horst Seehofer derzeit nicht in Sicht. Welche Staaten vom geplanten Einreiseverbot betroffen sein könnten, sagte der deutsche Innenminister nicht. Zuvor gab es in Deutschland auch die politische Diskussion den Flugverkehr weitgehend zu unterbinden. Die EU-Regierungschefs haben sich erst vor wenigen Tagen darauf geeinigt, dass Reisen nach Möglichkeit unterbunden bzw. kompliziert gemacht werden sollen.

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2020: Basel meldet 71 Prozent weniger Passagiere

Der Flughafen Basel-Mulhouse zählte im Vorjahr 2,6 Millionen Passagiere. Im direkten Vergleich mit dem Wert des Jahres 2019 nutzten um 71 Prozent weniger Reisendende den Airport. Die Anzahl der Flugbewegungen reduzierte sich auf 51.570 Starts und Landungen. Im Cargobereich konnte der Euro Airport einen 2,3-prozentigen Zuwachs auf 108.500 Tonnen verzeichnen. Als direkte Folge der pandemiebedingten Reisebeschränkungen wurde in den Monaten April bis Juni mit 97 Prozent der stärkste Rückgang des Passagierverkehrs verzeichnet. Im Sommer zog der Flugverkehr wieder etwas an, insbesondere im August, dem passagierstärksten Monat der Krise, in welchem der Flughafen 390 000 Passagiere und somit 40 Prozent weniger als im Vorjahr begrüsste. Im traditionell schwachen Monat November ging dieser mit einem Minus von 87 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erneut drastisch zurück. Um der Krise weiterhin standhalten zu können, führt der EuroAirport auch im Jahr 2021 die strenge Ausgabenkontrolle fort. Aufgrund der unsicheren Prognosen arbeitet der Flughafen mit drei Szenarien mit Passagieraufkommen zwischen 3 und 5 Millionen. Wie schnell sich der Passagierverkehr erholen wird, hängt von der Geschwindigkeit der nationalen Impfkampagnen, die dadurch verringerte Zahl der Ansteckungen und der damit zusammenhängenden Reduzierung der Reisebeschränkungen ab. Der EuroAirport geht heute davon aus, dass das Passagieraufkommen von 2019 erst in einigen Jahren wieder erreicht werden wird.

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