
Ratingagentur erwartet wachsende Kluft zwischen europäischen Fluggesellschaften
Die europäische Zivilluftfahrt steht im Herbst 2026 vor einer erneuten Belastungsprobe, die die Wettbewerbspositionen der Marktteilnehmer grundlegend zu verschieben droht. Nach einer Branchenanalyse der Ratingagentur Morningstar DBRS führen die Kombination aus hohen Kerosinpreisen, weltweiten Lieferverzögerungen bei Neuflugzeugen und steil steigenden Instandhaltungskosten zu einer spürbaren Polarisierung innerhalb des Sektors. Finanzstarke Großkonzerne mit diversifizierten Streckennetzen, hoher Liquidität und ausgeprägter Preissetzungsmacht können die Mehrausgaben im operativen Betrieb deutlich erfolgreicher auffangen als kleinere oder kapitalfokussierte Fluggesellschaften. Zudem läuft für die europäischen Anbieter in den kommenden Quartalen ein wesentlicher Schutzmechanismus aus: Die finanziellen Absicherungen gegen schwankende Treibstoffpreise (Hedging), die europäische Fluggesellschaften bislang vor den vollen Auswirkungen des Preisanstiegs bewahrten, laufen nach und nach aus und zwingen die Unternehmen zu Neueinkäufen zu wesentlich höheren Marktpreisen. Treiber der Kostensteigerungen und operative Hürden Der anhaltende militärische Konflikt im Nahen Osten schlägt sich bei den Fluggesellschaften auf zwei Ebenen nieder. Zum einen verteuerte der Preissprung beim Rohöl den Flugkraftstoff Kerosin seit Jahresbeginn drastisch, zum anderen erfordern die Luftraumsperrungen über Teilen der Golfregion und des Nahen Ostens weiträumige Umfliegungen auf den Routen zwischen Europa und Asien. Diese Ausweichrouten verlängern die Flugzeiten, erhöhen den Kerosinverbrauch und belasten die Dienstpläne der Besatzungen. Parallel dazu bleiben strukturelle Probleme in der Flugzeugindustrie bestehen. Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing kämpfen weiterhin mit Unterbrechungen in ihren weltweiten Zulieferketten, was zu monatelangen Lieferverzögerungen bei Neuanschaffungen führt. Die Fluggesellschaften sind dadurch gezwungen, ältere und im Treibstoffverbrauch weniger effiziente Passagiermaschinen länger im aktiven Dienst zu halten. Dies wiederum treibt die Ausgaben für Instandhaltung und Ersatzteilbeschaffung nach oben, da abgenutzte








