Frankfurt: Fraport braucht keine Leiharbeiter aus der Türkei

Fraport-Zentrale (Foto: Fraport AG).
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Frankfurt: Fraport braucht keine Leiharbeiter aus der Türkei

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Leasingpersonal aus der Türkei, das angeblich topqualifiziert wäre, sollte die Urlaube von Deutschen retten. Bislang hat noch kein einziger Leiharbeiter in Deutschland angefangen und nun verzichtet der größte Betreiber, Fraport, auf den Einsatz der „kurzfristigen“ Aushilfen.

Rund 2.000 Leiharbeiter aus der Türkei sollten an deutschen Verkehrsflughäfen kurzfristig für Entlastung sorgen. Branchenverbände erklärten, dass man eine türkische Personalleasingfirma an der Hand habe, die entsprechendes Personal samt branchenspezifischer Ausbildungen und bester Deutschkenntnisse breitstellen könne. Branchenkenner haben schon von Anfang an Zweifel gehabt und offenbar lagen diese Skeptiker richtig, denn Deutschlands größter Flughafenbetreiber Fraport verzichtet nun auf Leiharbeiter aus der Türkei.

Wie zunächst die „Frankfurter Rundschau“ berichtete, soll das Leasingpersonal nicht den Erwartungen des Fraport-Konzerns entsprechen. So sollen die versprochene Flughafen-Vorerfahrung sowie die Deutschkenntnisse nicht vorhanden sein. Auch soll die überwiegende Mehrheit der angebotenen Leiharbeiter die zugesicherten branchenspezifischen Qualifikationen gar nicht haben.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass man keine Leiharbeiter über die türkische Firma leasen wird. Die erwarteten Qualifikationen, Sprachkenntnisse und Vorerfahrungen wären nicht vorhanden. Man müsste das türkische Leasingpersonal zunächst schulen und das würde sich bei einem von der Bundesregierung auf maximal drei Monate beschränkten Einsatz schlichtweg nicht lohnen.

Die Fraport AG zeigte sich im Gegensatz zu anderen Flughafenbetreibern von Anfang an dem Vorhaben gegenüber skeptisch. Während mehrere Branchenverbände regelrecht davon schwärmten, dass im Hochsommer 2022 Leiharbeiter aus der Türkei für Entspannung an den deutschen Airports sorgen werden, äußerte sich der Frankfurter Betreiber skeptisch und meinte, dass dies aufgrund zahlreicher Bestimmungen nicht möglich sein wird. Nun verzichtet Fraport komplett auf Leiharbeiter aus der Türkei.

Noch haben sich andere Airports, die zunächst großes Interesse am Leasingpersonal gezeigt haben, nicht zu ihrem weiteren Vorgehen geäußert. Da sich die Sommerferien 2022 in nahezu allen Bundesländern langsam, aber sicher dem Ende zu neigen und der Einsatz von der Regierung bis maximal Anfang Oktober 2022 bewilligt war, ist davon auszugehen, dass – wenn überhaupt – nur wenige Leiharbeiter nach Deutschland kommen werden. Hierzu ist auch anzumerken, dass die Jobs auch aus türkischer Sicht wenig attraktiv sind, denn nach nur wenigen Wochen ist wieder Schluss. Wie in jedem anderen Land auch sind auch türkische Arbeiter an langfristigen Dienstverhältnissen mit Perspektive interessiert.

Somit scheint sich das Thema „türkische Leiharbeiter zur Rettung deutscher Urlaube“ nach und nach von selbst zu erledigen, da sich qualifiziertes Personal in der Türkei so gut wie gar nicht für ein paar Wochen Arbeit an deutschen Airports interessiert und somit der Personaldienstleister die den Branchenverbänden gemachten Versprechen gar nicht einhalten kann. Brancheninsider haben von Anfang an vermutet, dass dieses Thema nur eine Art „Durchhaltemanöver“ oder aber eine „Lachnummer“ der Verbände sein könnte.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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