Luftfahrt

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Infrastrukturoffensive am Flughafen München: Lufthansa und FMG reaktivieren Planungen für den T-Stiel

Der Flughafen München und die Deutsche Lufthansa AG bereiten sich auf eine massive Kapazitätserweiterung vor, um dem prognostizierten Anstieg des internationalen Passagieraufkommens gerecht zu werden. Im Zentrum der strategischen Überlegungen steht die Reaktivierung des sogenannten T-Stiels, eines Erweiterungsprojekts für den bestehenden Satellitenterminal des Terminal 2. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung durch die globale Pandemie wurden die Planungen nun offiziell wieder aufgenommen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Kapazität des durch ein Joint Venture betriebenen Terminalbereichs um zusätzliche zehn Millionen Passagiere pro Jahr zu steigern. Diese Maßnahme ist ein zentraler Baustein der neuen Mainline-Strategie der Lufthansa, die den Fokus verstärkt auf interkontinentale Langstreckenverbindungen legt. Da die Flottenplanung des Konzerns einen deutlichen Zuwachs an Großraumflugzeugen vorsieht, stoßen die aktuellen Abfertigungsflächen an ihre operativen Grenzen. Neben München wird auch am Standort Frankfurt an einer ähnlichen Kapazitätsausweitung gearbeitet, wobei Lufthansa auch dort eine engere operative Partnerschaft mit dem Flughafenbetreiber Fraport anstrebt, um die logistische Effizienz an ihren deutschen Drehkreuzen langfristig zu sichern. Historie und Reaktivierung des Ausbaukonzepts Die Zusammenarbeit zwischen der Flughafen München GmbH (FMG) und der Lufthansa am Terminal 2 gilt in der Luftfahrtbranche als beispielhaft. Das Terminal wird in einem Joint Venture betrieben, an dem die FMG 60 Prozent und die Lufthansa 40 Prozent der Anteile halten. Bereits im Jahr 2016 wurde mit der Inbetriebnahme des ersten Satellitengebäudes ein wichtiger Meilenstein erreicht, der die Kapazität des Terminals von ursprünglich 25 auf 36 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhte. Doch schon kurz nach der Eröffnung zeichnete sich ab, dass diese Erweiterung angesichts der Wachstumspläne der

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Embraer übernimmt Gemeinschaftsunternehmen EZAir vollständig von Safran

Die globale Luftfahrtindustrie erlebt zu Beginn des Jahres 2026 eine signifikante Verschiebung in ihren Zulieferstrukturen. Wie die Konzerne Safran und Embraer am 19. Januar 2026 gemeinsam bekannt gaben, wird die französische Safran-Gruppe ihre Anteile an dem Joint Venture EZAir an den brasilianischen Flugzeugbauer Embraer veräußern. Damit endet eine langjährige Partnerschaft im Bereich der Flugzeuginnenausstattung am Standort Chihuahua in Mexiko. Das Abkommen sieht vor, dass Embraer künftig alleiniger Eigentümer der Fertigungsstätte wird, in der rund 1.100 Mitarbeiter mit der Produktion von Kabinenelementen beschäftigt sind. Die Transaktion umfasst neben dem Werk in Mexiko auch Engineering- und Fertigungsaktivitäten in Brasilien sowie den Bereich des Aftermarket-Service. Während Embraer durch diesen Schritt die vertikale Integration seiner Produktion stärkt und die Kontrolle über die Innenausstattung seiner Regionaljets der E-Jet-Familie erhöht, konzentriert sich Safran künftig auf andere Geschäftsbereiche innerhalb des mexikanischen Luftfahrtclusters. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden, gilt jedoch als wegweisend für die künftige Aufteilung der Kompetenzen zwischen den beiden Branchenriesen. Strukturelle Details der Übernahme und operative Reichweite Das Gemeinschaftsunternehmen EZAir wurde ursprünglich als 50/50-Joint-Venture konzipiert, um die spezifischen Anforderungen von Embraer an moderne Flugzeugkabinen effizient zu bedienen. Das Produktportfolio am Standort Chihuahua umfasst die komplette Innenausstattung für die Regionalflugzeugtypen E1 und E2. Dazu gehören unter anderem Gepäckfächer, Bordküchen (Galleys), Toiletteneinheiten, Seitenwände und Bodenpaneele. Durch die vollständige Übernahme sichert sich Embraer den direkten Zugriff auf diese essenziellen Komponenten und minimiert potenzielle Risiken in der Lieferkette. Neben der physischen Produktion in Mexiko integriert Embraer auch die Aktivitäten von Safran Cabin

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Boarding in Manchester: 35 Passagiere in Stiegenhaus vergessen

Ein beispielloser Vorfall im operativen Flugbetrieb sorgt derzeit in der britischen Luftfahrtbranche für Aufsehen und wirft grundlegende Fragen zur Sicherheit und Protokollführung bei der Passagierabfertigung auf. Am Montagmorgen, den 19. Januar 2026, wurden 35 rechtmäßig eingecheckte Fluggäste der Fluggesellschaft Jet2 am Flughafen Manchester (MAN) in einem Treppenhaus eingeschlossen, während ihre Maschine ohne sie in Richtung Spanien abhob. Trotz korrekter Pass- und Boardingpass-Kontrolle am Gate bemerkte weder das Bodenpersonal noch die Besatzung an Bord das Fehlen einer so erheblichen Anzahl an Passagieren. Die Betroffenen, die für den Flug LS879 zum Flughafen Alicante-Elche (ALC) gebucht waren, verbrachten rund 40 Minuten in einem abgesperrten Bereich, bevor sie über den Abflug ihres Flugzeugs informiert wurden. Die Fluggesellschaft hat eine dringende Untersuchung eingeleitet, um zu klären, wie ein Airbus A321neo trotz einer Differenz von 35 Personen zwischen der Gate-Liste und der tatsächlichen Bordpräsenz die Startfreigabe erhalten konnte. Ablauf des Boarding-Prozesses und die Entstehung der Blockade Der Vorfall ereignete sich während der regulären Abfertigung des morgendlichen Fluges nach Alicante, einer der am stärksten frequentierten Strecken für britische Urlaubsreisende. Laut Zeugenberichten verlief der Prozess am Gate zunächst nach den standardisierten Vorgaben. Das Personal rief die Passagiere in Gruppen entsprechend ihrer Sitzreihen auf, scannte die Dokumente und wies den Weg in Richtung des Flugzeugs. Eine Gruppe von 35 Personen folgte daraufhin der Beschilderung und den Anweisungen in ein Treppenhaus, das direkt zum Vorfeld oder zu einem Transferbus führen sollte. Dort angekommen, fanden die Reisenden jedoch verschlossene Sicherheitstüren vor. Da der Zugang zum Gate-Bereich hinter ihnen ebenfalls verriegelt war,

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Europäischer Gerichtshof: Fluggesellschaften müssen bei Annullierung auch Vermittlungsprovisionen erstatten

Der Europäische Gerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil die Rechte von Flugreisenden massiv gestärkt und eine langjährige Rechtsunsicherheit im Bereich der Ticketrückerstattungen beendet. In einem Verfahren, das vom Verein für Konsumenteninformation im Auftrag des österreichischen Sozialministeriums angestrengt wurde, entschieden die Richter in Luxemburg, dass Fluggesellschaften im Falle einer Flugannullierung den vollständigen vom Kunden gezahlten Betrag zurückerstatten müssen. Dies schließt ausdrücklich auch jene Gebühren und Provisionen ein, die von Online-Buchungsportalen oder Reisevermittlern aufgeschlagen wurden. Die Fluglinien können sich laut dem Urteil nicht mehr darauf berufen, dass diese Zusatzkosten außerhalb ihres Einflussbereichs liegen oder ihnen die exakte Höhe der Vermittlungsprovision zum Zeitpunkt der Buchung nicht bekannt war. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte europäische Luftfahrtbranche und die Geschäftsmodelle von Drittanbietern, da sie die finanzielle Verantwortung für den gesamten Transaktionswert eindeutig der ausführenden Fluggesellschaft zuweist. Hintergrund des Rechtsstreits und der konkrete Anlassfall Auslöser für das Grundsatzurteil war ein Vorfall, bei dem zwei Passagiere ihre Reise von Wien nach Lima über das bekannte Buchungsportal Opodo organisiert hatten. Die Flüge sollten von der niederländischen Fluggesellschaft KLM durchgeführt werden. Der Gesamtpreis der Buchung belief sich auf 2.053,48 Euro, wobei in diesem Betrag eine Vermittlungsprovision in Höhe von 95,14 Euro enthalten war. Als KLM den Flug kurzfristig annullierte, forderte das Ehepaar die Rückzahlung des gesamten Betrages. Die Fluggesellschaft erstattete jedoch lediglich den reinen Flugpreis und weigerte sich, für die über das Portal angefallene Provision aufzukommen. Der Verein für Konsumenteninformation sah darin eine unzulässige Verkürzung der Fluggastrechte-Verordnung und leitete ein Musterverfahren ein. Nach dem Gang durch

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Salzburg: Eurowings und Eurotours erweitern das Angebot um neue Mittelmeerdestinationen

Der Flughafen Salzburg verzeichnet für die kommende Sommersaison 2026 eine Erweiterung seines Flugplans durch den strategischen Partner Eurowings. Im Zentrum der neuen Verbindungen stehen attraktive Ziele im Mittelmeerraum, die sowohl Individualreisende als auch das Segment der organisierten Gruppenreisen ansprechen. Erstmals wird die sardische Hauptstadt Cagliari im Süden der Insel direkt bedient, was in Kombination mit den bestehenden Flügen nach Olbia neue logistische Möglichkeiten für Rundreisen eröffnet. Zudem kehrt die Baleareninsel Ibiza als wöchentliche Verbindung in den Flugplan zurück, um der stabilen Nachfrage im Freizeitsegment gerecht zu werden. Ein Novum stellt die Kooperation mit dem Reiseveranstalter Eurotours dar: Ab Ende August wird eine Charterverbindung nach Genua eingerichtet, die speziell auf die Bedürfnisse von Kreuzfahrtpassagieren zugeschnitten ist. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung des Salzburger Flughafens als zentrale Mobilitätsdrehscheibe für Westösterreich und das angrenzende Bayern, wobei insbesondere die Verknüpfung von Luftverkehr und maritimen Reiseformen neue wirtschaftliche Impulse für die Region verspricht. Strategische Erschließung Sardiniens durch neue Südanbindung Die italienische Mittelmeerinsel Sardinien rückt im Sommer 2026 noch stärker in den Fokus des Salzburger Flugplans. Während der Norden der Insel mit Olbia bereits seit längerer Zeit etabliert ist und zweimal wöchentlich angeflogen wird, schließt Eurowings nun die Lücke zum Süden. Ab der kommenden Saison wird Cagliari, die historische Hauptstadt Sardiniens, jeweils am Samstag direkt bedient. Für die Tourismuswirtschaft am Standort Salzburg bedeutet dies eine qualitative Aufwertung des Angebots. Die Aufnahme von Cagliari ist mehr als nur eine zusätzliche Destination; sie ermöglicht sogenannte Gabelflüge. Reisende können ihren Aufenthalt im Norden der Insel beginnen und nach einer

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United Airlines Airbus A321neo verliert Bugrad bei der Landung

Ein schwerwiegender mechanischer Zwischenfall hat am Sonntag, den 18. Januar 2026, den Betrieb an einem der wichtigsten Luftverkehrsknotenpunkte Floridas zeitweise zum Erliegen gebracht. Ein Airbus A321neo der US-Fluggesellschaft United Airlines verlor während des Landevorgangs am Orlando International Airport (MCO) eines seiner Bugräder. Das Flugzeug, das mit 200 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern besetzt war, kam auf der Landebahn zum Stillstand und blockierte daraufhin für mehrere Stunden wichtige Infrastrukturbereiche des Flughafens. Die Federal Aviation Administration (FAA) veranlasste unmittelbar nach dem Vorfall einen vorübergehenden sogenannten Ground Stop für den gesamten Flughafen, um die Sicherheit der nachfolgenden Maschinen zu gewährleisten und die Räumung der Trümmerteile zu ermöglichen. Trotz der dramatischen Aufnahmen von Augenzeugen, die das Ereignis filmten, gab es nach offiziellen Angaben der Fluggesellschaft und der Flughafenbehörden keine Verletzten. Der Vorfall wirft Fragen zur Belastbarkeit moderner Fahrwerkssysteme unter extremen meteorologischen Bedingungen auf, da zum Zeitpunkt der Landung schwere Sturmböen und Regen über Zentralflorida hinwegzogen. Hergang des Zwischenfalls auf Flug UA2323 Der Flug UA2323 startete am Sonntagmorgen um 09:15 Uhr planmäßig am Chicago O’Hare International Airport (ORD) mit Ziel Orlando. Bei der betroffenen Maschine handelt es sich um einen erst zwei Jahre alten Airbus A321neo mit dem Kennzeichen N14502. Bis zum Anflug auf Florida verlief die Reise ohne gemeldete Besonderheiten. Gegen 12:35 Uhr setzte das Flugzeug zur Landung in Orlando an, wo zu diesem Zeitpunkt schwierige Wetterbedingungen herrschten. Videoaufnahmen, die von einem Flughafenmitarbeiter auf einer angrenzenden Rollbahn gemacht wurden, zeigen, wie die Maschine zunächst scheinbar stabil auf den Hauptfahrwerken aufsetzte. Sekunden nach dem ersten Bodenkontakt

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Flughafen Graz: Bilanz 2025 und Ausblick auf das Flugjahr 2026

Der Flughafen Graz hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer positiven Bilanz abgeschlossen und verzeichnete sowohl im Passagiersegment als auch im Frachtwesen einen deutlichen Aufwärtstrend. Mit insgesamt 831.095 betreuten Fluggästen konnte das Vorjahresergebnis um rund 12.000 Personen übertroffen werden, was einem Zuwachs von 1,4 Prozent entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei der Charterverkehr, der als wesentlicher Wachstumstreiber fungierte. Parallel zu den operativen Erfolgen wurden zu Beginn des Jahres 2026 tiefgreifende organisatorische Veränderungen innerhalb der Holding Graz vollzogen, um den Flughafen als zentralen Mobilitätsknotenpunkt im Süden Österreichs weiter zu stärken. Durch die Zuordnung zur Vorstandssparte Mobilität und Freizeit sowie die Einrichtung eines hochkarätig besetzten Aufsichtsrats sollen die strategischen Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden. Für das Jahr 2026 signalisiert das Management Zuversicht, gestützt auf eine hohe Nachfrage nach neuen Linienverbindungen und einem erweiterten Angebot an Urlaubsdestinationen, das nun auch das sardische Olbia umfasst. Positive Verkehrsentwicklung und Rekordwerte im Frachtbereich Die detaillierte Betrachtung der Verkehrszahlen des Jahres 2025 unterstreicht die stabile Marktposition des Flughafens Graz in einem für Regionalflughäfen kompetitiven Umfeld. Während der Linienverkehr mit 617.554 Passagieren ein leichtes Plus von 0,6 Prozent verzeichnete, konnte der Charterbereich um 3,9 Prozent auf 213.541 Reisende zulegen. Die Geschäftsführung führt diese Entwicklung auf eine ungebrochene Reiselust im Privatreisesegment zurück, die sich sowohl in klassischen Strandurlauben als auch in Städtereisen widerspiegelt. Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Graz Airport, betonte in diesem Zusammenhang die positive Tendenz der letzten drei Berichtsmonate, die als Indikator für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends im Jahr 2026 gewertet wird. Ein besonderer Erfolg gelang im

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Flughafen Wien: Rekordjahr 2025 und Ausblick auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2026

Die Flughafen Wien AG blickt auf das erfolgreichste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück. Mit einem Passagieraufkommen von 32,6 Millionen Reisenden am Standort Wien und insgesamt 43,4 Millionen Passagieren in der gesamten Gruppe, zu der auch die Beteiligungen in Malta und Kosice gehören, wurden im Jahr 2025 neue Höchstwerte erzielt. Allerdings: Zumindest in Wien dürften die Rekordzahlen so schnell nicht mehr erreicht werden, denn für 2026 rechnet man mit allenfalls rund 30 Millionen Reisenden. Das Wachstum von 4,9 Prozent in der Gruppe verdeutlicht die ungebrochene Reiselust und die starke Erholung des Luftverkehrsmarktes. Neben dem Passagierrekord verzeichnete der Flughafen auch beim Frachtaufkommen einen neuen Spitzenwert von über 313.000 Tonnen. Trotz dieser Erfolge prognostiziert der Vorstand für das laufende Jahr 2026 eine leichte Konsolidierung der Verkehrszahlen. Während die Nachfrage im asiatischen Raum sowie im Nahen Osten weiterhin zweistellige Zuwachsraten aufweist, dämpfen Kapazitätsreduktionen großer Low-Cost-Carrier und hohe nationale Standortkosten die Wachstumsaussichten. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, plant der Flughafen Wien für 2026 eine signifikante Senkung der Flughafenentgelte sowie Rekordinvestitionen in die Infrastruktur in Höhe von 330 Millionen Euro, die ohne Kreditaufnahme aus Eigenmitteln finanziert werden sollen. Im Bereich der Billigflieger, die maßgeblich zu den jüngsten Rekordzahlen beigetragen haben, hat die Flughafen Wien AG den vollständigen Rückzug der Wizz Air zu verkraften. Diese tilgt die österreichische Bundeshauptstadt bis März 2026 komplett aus dem Streckennetz und setzt stattdessen auf den günstigeren Flughafen Bratislava. Der Konkurrent Ryanair zieht fünf von Malta Air betriebene Boeing 737-Jets ab. Auch die Flotte der Austrian Airlines ist im Umbruch. Laut den Verantwortlichen

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Schwerer Vorfall im Cockpit von Eva Air: Pilot nach tätlichem Angriff auf Copiloten suspendiert

Die taiwanische Fluggesellschaft Eva Air sieht sich mit einer internen Krise und behördlichen Ermittlungen konfrontiert, nachdem ein Kapitän während des Rollvorgangs auf dem Flughafen von Los Angeles gewalttätig gegenüber seinem Ersten Offizier geworden sein soll. Der Vorfall, der sich unmittelbar vor dem Start eines Langstreckenfluges ereignete, löste eine Debatte über die psychologische Stabilität von Flugzeugbesatzungen und die Wirksamkeit von Sicherheitsmanagementsystemen in der zivilen Luftfahrt aus. Nach Berichten von Focus Taiwan und weiteren Branchenmedien entzündete sich der Konflikt an einer Meinungsverschiedenheit über die Rollgeschwindigkeit der Maschine. Während der Copilot eine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte befürchtete und eigenständig die Bremsen betätigte, reagierte der verantwortliche Kapitän mit physischer Gewalt. Die Fluggesellschaft hat den betreffenden Piloten umgehend vom Dienst suspendiert und eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Auch die taiwanische Zivilluftfahrtbehörde (CAA) hat sich eingeschaltet, um zu prüfen, ob die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung durch das instabile Verhalten des Flugzeugführers gefährdet wurde. Eskalation auf dem Rollfeld in Los Angeles Der Vorfall ereignete sich auf einer der Non-Stop-Verbindungen von Los Angeles nach Taipeh, einer Route, die mit Flugzeugen des Typs Boeing 777-300ER bedient wird. Während die Maschine zur Startbahn rollte, bemerkte der Erste Offizier (FO) angeblich, dass das Flugzeug die für den Rollweg vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Knoten überschritt. Laut internen Berichten versuchte der Copilot mehrfach, den Kapitän – identifiziert unter dem Nachnamen Wen – auf das zu hohe Tempo aufmerksam zu machen. Da eine verbale Reaktion des Kapitäns ausblieb, folgte der Erste Offizier den Standard-Betriebsverfahren (SOP) für Sicherheitskritische Situationen und betätigte manuell die Bremsen,

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Delta Air Lines führt entbündelte Premium-Tarife für das Geschäftsjahr 2026 ein

Die US-amerikanische Luftfahrtbranche steht vor einem grundlegenden Wandel in der Vermarktung ihrer exklusivsten Kabinenklassen. Die in Atlanta ansässige Fluggesellschaft Delta Air Lines bereitet für das Jahr 2026 die Einführung von sogenannten Basic-Tarifen für die Business Class und die First Class vor. Damit überträgt Delta ein Modell, das sich im Economy-Sektor bereits seit Jahren etabliert hat, auf das Premium-Segment. Ziel dieser Strategie ist es, die Preisgestaltung innerhalb der gehobenen Kabinen zu segmentieren und Passagieren den Zugang zu hochwertigen Sitzen zu einem niedrigeren Einstiegspreis zu ermöglichen, während gleichzeitig traditionell inkludierte Zusatzleistungen separat monetarisiert werden. Diese Entscheidung markiert einen signifikanten Wendepunkt für den US-amerikanischen Markt, in dem Premium-Tickets bislang als Rundum-Sorglos-Pakete galten. Die Maßnahme betrifft sowohl den inneramerikanischen Flugverkehr als auch internationale Langstreckenverbindungen und unterstreicht Deltas Bestreben, durch differenzierte Tarifstrukturen zusätzliche Umsatzströme zu generieren und die Auslastung der Premium-Kapazitäten zu optimieren. Das Konzept der Entbündelung in der Oberklasse Die Einführung der neuen Basistarife in der Business und First Class folgt unmittelbar auf die erfolgreiche Etablierung von Comfort Basic im November 2025. Bei diesem Produkt handelt es sich um eine entbündelte Version der Comfort-Plus-Klasse, die zwar den physischen Sitzkomfort mit zusätzlicher Beinfreiheit bietet, jedoch die Flexibilität bei Umbuchungen und Stornierungen stark einschränkt. Glen Hauenstein, Präsident von Delta Air Lines, bestätigte gegenüber Fachmedien, dass das Unternehmen das Ziel verfolgt, für jedes Produkt drei Kategorien anzubieten: Basic, Main und Extra. Mit der Ausweitung dieses Prinzips auf die obersten Beförderungsklassen setzt die Airline konsequent ihren Weg der tariflichen Diversifizierung fort. Für Reisende bedeutet dies konkret, dass der

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