
Gerüchte um Air-India-Absturz: Vereinigung Cockpit mahnt zur Vorsicht
Die Vereinigung Cockpit (VC) hat eindringlich vor vorschnellen Schlußfolgerungen zum Absturz einer Air-India-Maschine im vergangenen Monat gewarnt. Nach der Veröffentlichung eines vorläufigen Untersuchungsberichts durch die indische Flugunfalluntersuchungsbehörde am vergangenen Freitag wurden in verschiedenen Medienberichten Vermutungen geäußert, es handle sich zweifelsfrei um den Suizid eines der beiden Piloten. Die VC betont jedoch, daß der bisher vorgelegte Bericht keinen eindeutigen Schluß auf eine absichtliche Handlung zuläßt und wichtige technische sowie systemische Aspekte weiterhin ungeklärt seien. Seriöse Rückschlüsse zur Unfallursache seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Ein Beispiel für den noch offenen Klärungsbedarf ist der sogenannte „Fuel Control Switch“ (Schalter zur Kontrolle der Treibstoffzufuhr) der verunglückten Maschine. Bei diesem Bauteil könnte die Arretierungsfunktion, das sogenannte „Locking Feature“, nicht intakt gewesen sein. Dies könnte unbeabsichtigte Betätigungen begünstigt haben. Trotz bekannter Sicherheitsbedenken sei dieses spezifische Bauteil bei Air India weder überprüft noch durch eine verbesserte Version ersetzt worden. Die indische Flugunfalluntersuchungsbehörde (AAIB – Aircraft Accident Investigation Bureau) ist für die Untersuchung von Luftfahrtunfällen in Indien zuständig und veröffentlicht in der Regel einen vorläufigen Bericht, gefolgt von einem umfassenden Abschlußbericht. Vivianne Rehaag, Vorständin bei der Vereinigung Cockpit, unterstreicht die Aufgabe der Flugunfalluntersuchung: „Die Aufgabe der Flugunfalluntersuchung ist es, unabhängig sämtliche Faktoren eines Unfalls zu beleuchten – technischer, organisatorischer und menschlicher Art.“ Sie mahnt, diesen Prozeß abzuwarten und zu respektieren, da Vorverurteilungen der Sicherheit nicht dienten – im Gegenteil. Die VC ruft daher zur Zurückhaltung auf, bis der Abschlußbericht vorliegt. In der Luftfahrt gilt die Regel, daß die Ursachen von Unfällen oft komplex und multifaktoriell sind und







