
Österreich: Sozialpartner starten Tarifverhandlungen für die Eisenbahnbranche
Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 55.000 Beschäftigten in den 98 österreichischen Eisenbahnunternehmen sind am 12. Oktober 2026 angelaufen. Die Vertretungen der Arbeitgeber und der Gewerkschaft Vida traten in Wien zu einer ersten Sondierungsrunde zusammen, die von beiden Seiten als konstruktiv beschrieben wurde. Im Zentrum der initialen Beratung standen rahmen- und arbeitsrechtliche Bestimmungen sowie die formelle Festlegung des Berechnungszeitraums für die maßgebliche Teuerungsrate. Als Grundlage für die Gehaltsverhandlungen verständigten sich die Verhandlungspartner auf die rollierende Inflation im Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2026. Ziel der Verhandlungsparteien ist der Abschluss eines neuen Kollektivvertrags, der planmäßig ab dem 1. Dezember 2026 in Kraft treten soll. Verhandlungsbasis und Zielsetzungen der Belegschaftsvertretung Für die Gewerkschaft Vida führt Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn, die Gespräche auf Arbeitnehmerseite. Die Arbeitnehmervertretung untermauert ihre Forderungen mit dem anhaltenden Fahrgastzuwachs und der hohen Auslastung im österreichischen Schienenverkehr. Um den steigenden Personalbedarf der Branche zu decken und Tausende erforderliche Nachwuchskräfte in den kommenden Jahren zu gewinnen, seien wettbewerbsfähige Gehaltsstrukturen und attraktive Arbeitsbedingungen unerlässlich. Neben einer Abgeltung der Teuerung rückt die Gewerkschaft arbeitszeitrechtliche Aspekte in den Fokus der Tarifrunde. Unter anderem stehen die Harmonisierung unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle innerhalb der 98 Bahnbetriebe sowie die Anhebung von Ruhezeiten auf der Agenda. Tauchner verwies darauf, dass vereinzelt kurze Übergangszeiten zwischen Schichteinsätzen die Belastungsgrenzen des Personals erreichen. Zudem fordert die Belegschaftsvertretung branchenweit einheitliche Standards, um Wettbewerbsverzerrungen zwischen den verschiedenen Personen- und Güterverkehrsanbietern auf dem österreichischen Schienennetz zu vermeiden. Branchenstrukturen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Tarifverhandlungen betreffen ein breites Spektrum an Eisenbahnverkehrsunternehmen in Österreich. Neben dem Marktführer








