Jan Gruber

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Jan Gruber

„Österreichische Lösung“ ist Geschichte – Das war’s dann mit Laudamotion

Die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion ist nun Geschichte. Der Flugbetrieb wurde endgültig eingestellt und das Unternehmen wird in Kürze in die freiwillige Liquidation treten. Der Carrier bestätigte gegenüber Aviation Direct, dass keine Flüge mehr durchgeführt werden. Laudamotion war damit eine sehr kurzlebige Linienfluggesellschaft, die im Jahr 2018 aus den Resten der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki hervorgegangen ist. Nach einer regelrechten Seifenoper um die Gerichtszuständigkeit für das Insolvenzverfahren wurde der vom deutschen Masseverwalter geschlossene Kaufvertrag mit der IAG-Tochter Niki gekippt. Im zweiten Anlauf ging der Zuschlag für die Niki-Assets an die damalige Laudamotion GmbH, ein Bedarfsluftfahrtunternehmen des Niki Lauda, das aus Amira Air hervorgegangen ist. Der Businessjet-Bereich wurde rasch in die Laudamotion Executive GmbH abgespalten und befindet sich heute im Eigentum eines schweizerischen Unternehmens und hat daher mit der Billigfluggesellschaft nichts mehr gemeinsam. Die Niki Luftfahrt GmbH, deren Assets auf die Laudamotion GmbH aufgesetzt wurden, ging im November 2003 aus der Aero Llyod Austria GmbH hervor. Die deutsche Mutter des Ferienfliegers ging pleite und Niki Lauda übernahm die Mehrheit. Die Partnerschaft mit Air Berlin, die ein paar Jahre später in einer vollständigen Übernahme mündete, wurde Niki letztlich zum Verhängnis. Der Kollaps der Air Berlin riss die österreichische Tochter gleichermaßen wie ihre Schwester in der Schweiz mit. Niki Lauda kündigte – nachdem er im zweiten Anlauf die insolvente Niki erhalten hatte – zunächst einen Fullservice-Carrier an. Als Kooperationspartner fungierte für eine ganz kurze Zeit Condor, eher im Zuge des Erstflugs – eine Medienpräsentationsveranstaltung – Ryanair als Partner vorstellte. Der von Michael O’Leary geleitete Konzern

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EASA erlässt einheitliche Promillegrenze für fliegendes Personal

Alkohol und Flugbesatzungen sind eigentlich zwei Worte, die sich gegenseitig ausschließen müssen. Leider kommt es immer wieder – auch in Österreich und Deutschland – vor, dass Flugbegleiter und Piloten nicht nüchtern ihren Dienst versehen. Das muss jedoch nicht zwangsläufig an ernsthaften Problemen liegen, sondern manchmal wird – beispielsweise nach einer Geburtstagsfeier – auch nur die Zeit, der der Körper zum Abbau des Alkohols benötigt unterschätzt. Grundsätzlich ist der Kapitän verantwortlich für das Verhalten der gesamten Besatzung und hat laut Austro Control “im Falle einer Alkoholisierung seiner Crew entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das ist vergleichbar mit einem Arbeitgeber, der mit einem alkoholisierten Mitarbeiter umzugehen hat”. Während die Promillegrenzen im Straßenverkehr klar definiert sind, ist das in der Luftfahrt momentan ein wenig anders, wie ein Sprecher der Austro Control erläutert: “Luftfahrtrechtlich kommt derzeit der §171 LFG zur Anwendung, der aber ausschließlich die Alkoholisierung des Piloten selbst betrifft. Der §171 LFG sieht ein Verbot von Flügen bei Gefährdung der Sicherheit in der Luftfahrt vor und enthält eine allgemeine Definition zur Alkoholisierung – „…wenn der verantwortliche Pilot sich offensichtlich in einem durch Alkohol, Drogen oder Suchtgift beeinträchtigten Zustand befindet“ – ohne spezifisches Limit.” Allerdings können die Behörden in begründeten Verdachtsfällen handeln und sofortige Maßnahmen ergreifen. Gelegentlich werden im Rahmen der so genannten Ramp-Checks, die ungefähr den Zweck einer allgemeinen Verkehrskontrolle im Straßenverkehr erfüllen, auch Alkoholtestungen durchgeführt. Dafür muss es keinen konkreten Verdacht geben, denn die Beamten sind befugt, genau wie bei Autofahrern, eine spontane Kontrolle durchzuführen. Selbstverständlich gibt es auch hier Rechte für Betroffene,

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Deutsche Bahn stellt letzte Fernbuslinien ein

Überraschend kommt es definitiv nicht: Die Deutsche Bahn AG wird sich mit Ende 2020 endgültig aus dem Fernbusgeschäft zurückziehen. Die so genannten IC-Busse werden aufgegeben. Damit wird auch die zweite Marke aufgegeben. Bereits im Jahr 2016 stellte die Deutsche Bahn AG den Fernbusverkehr der damaligen Tochter Berlin Linien Bus ein. Hintergrund war der starke Wettbewerb, unter anderem mit Flixbus. Innerdeutsch konnte sich dieser Anbieter ein Quasi-Monopol “einfahren”, denn viele Mitbewerber wurden aufgekauft oder traten selbst vom Markt aus. Nebst wenigen internationalen Linien, die beispielsweise von Regiojet oder anderen Anbietern durchgeführt werden, ist Flixbus im innerdeutschen Verkehr nun ein quasi Monopolist. Die wenigen verbliebenen Routen, die nicht mit den grünen Bussen bedient werden, sind nur noch sehr wenige. Zuletzt schmiss der Wettbewerber Blablabus erneut das Handtuch und stellte am 26. Oktober 2020 zum zweiten Mal aufgrund der Corona-Pandemie den Fahrbetrieb ein. Der Neustart ist für das Frühjahr 2021 angekündigt.

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Turkish schickt nicht-türkische Piloten in unbezahlten Urlaub

Bei Turkish Airlines sorgt derzeit für Aufregung, dass der Carrier Piloten, die nicht über die türkische Staatsbürgerschaft verfügen, für sechs Monate auf unbezahlten Zwangsurlaub schickt. Betroffen sind laut einem Bericht des Portals Aero.de die “Mehrzahl der ausländischen Piloten”. Zitiert wird ein betroffener Flugzeugführer, der erklärt, dass Senioritätslisten nicht berücksichtigt wurden und von der Maßnahme, die sich auf einen Passus im türkischen Arbeitsrecht stützen soll, ausschließlich Piloten mit nicht-türkischer Staatsbürgerschaft betroffen sein sollen. Turkish Airlines wollte das Rundschreiben, auf das sich die Berichterstattung von Aero.de stützt, nicht kommentieren.

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Ryanair: Polnische Buzz eröffnet Basis in Wien

Im Vorjahr drohte die Lauda-Geschäftsleitung mit der Stationierung von Boeing 737-800 der polnischen Ryanair-Tochter Buzz auf dem Flughafen Wien. Das wurde nun in die Tat umgesetzt, jedoch nun zu Lasten der Ryanair Basis Wien. Am 23. Oktober 2020 wurde eine Boeing 737-800 der polnischen Buzz nach Wien überstellt. Seit 25. Oktober 2020 kommt diese ab Wien regulär zum Einsatz. Am Nationalfeiertag führte die SP-RKP im Auftrag von Ryanair Flüge nach Vilnius, Dortmund und Thessaloniki durch. Der „Buzz-Erstflug“ fand einen Tag zuvor auf der Köln-Strecke statt. Flugzeuge von Buzz waren schon zuvor in Wien präsent, jedoch nur im Rahmen der Flüge Warschau (Modlin)-Wien-Warschau (Modlin). Bemerkenswert ist, dass diese Route nun „umgedreht“ wurde und von Österreich aus mit Airbus A320 der maltesischen Konzernschwester Lauda Europe durchgeführt wird, während Buzz mit einer in Wien stationierten Boeing 737-800 diverse Routen bedient. Wäre da nicht der Umstand, dass Ryanair der eigenen 737-Belegschaft, die man für drei Maschinen in Wien beschäftigt, mit unbezahlten Urlauben und anschließender Teilzeitbeschäftigung gedroht hätte, wäre die Stationierung eher eine Überraschung. Anzunehmen ist, dass die Wiener Ryanair-Crews nun mittels der mutmaßlich günstigeren polnischen Konzernkollegen unter Druck gesetzt werden. Buzz setzt in Wien ausschließlich polnisches Personal ein. An Bord spricht die Crew untereinander polnisch, wie ein Lokalaugenschein von Aviation Direct auf einem Flug am Nationalfeiertag zeigte. Die Besatzungen werden über die Leiharbeitsfirma Warsaw Aviation mit Sitz in Warschau beschäftigt. Die Ryanair-Crews hingegen sind bei Crewlink und Workforce sowie in ganz geringem Umfang auch direkt bei der Airline angestellt. Die Firmenzentrale von Buzz befindet

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Mitsubishi Spacejet soll vor dem Aus stehen

Der japanische Konzern Mitsubishi Heavy Industries soll laut lokalen Medienberichten kurz davor stehen das Spacejet-Programm auf Eis zu legen. Der Konzern selbst will sich dazu nicht äußern und verweist auf „verschiedene Möglichkeiten“, die momentan geprüft werden. Die beiden großen Nachrichtenagenturen Kyodo und Nikkei Asia schreiben, dass die Spacejet-Entwicklung unmittelbar vor der Einstellung stehen soll. Entscheidungen werden ab 30. Oktober 2020 erwartet, denn dann will Mitsubishi Heavy Industries die langfristige strategische Ausrichtung der gesamten Firmengruppe kommunizieren. Auslöser für das mögliche Aus des einst äußerst ambitionierten Programms dürfte die Corona-Pandemie sein. Die Nachfrage ist stark eingebrochen und angeblich sollen auch mehrere Kunden über Stornierungen verhandeln. Einen konkreten Termin für die Erstauslieferung an All Nippon Airways gibt es nicht. Diese hätte eigentlich schon im Jahr 2013 erfolgen sollen, noch nun heißt es „2021 oder später“. Ein Indiz dafür, dass dunkle Wolken über dem Mitsubishi Spacejet stehen ist auch der Umstand, dass das Testprogramm seit März 2020 fast gänzlich zum Erliegen gekommen ist. Laut CH-Aviation.com befinden sich vier von fünf jemals gebauten M90-Prototypen in Moses Lake und wurden seit März 2020 nicht mehr bewegt. Die fünfte Einheit ist seit 12. Mai 2020 in Nagoya Komaki eingelagert.

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Wizzair akzeptiert wieder Cash an Bord

Im Zuge der Corona-Pandemie führten einige Fluggesellschaften ausschließliche bargeldlose Zahlung an Bord ein. Unter anderem war dies bei Wizzair und Ryanair der Fall. Nun akzeptiert der ungarische Lowcoster wieder Cash an Bord. Wer jedoch mit Mastercard oder Visa bezahlt, bekommt nun einen Preisnachlass in der Höhe von zehn Prozent. Der Mitbewerber Ryanair hingegen will weiterhin kein Bargeld sehen, sondern dort kann weiterhin nur mit Kredit- und Debitkarten (ausgenommen Maestro und Vpay) bezahlt werden. Die “Cards-Only”-Policy führt auf vielen Flügen zu Problemen, mit normalen Bankomatkarten (Maestro oder Vpay) kann an Bord nicht bezahlt werden. Die Verbreitung offlinefähiger Kredit- und Debitkarten der Schemes Mastercard und Visa ist insbesondere in Osteuropa recht überschaubar. Dazu kommt der Umstand, dass bestimmte Issuer, beispielsweise Fintechs, seitens der Airlines zur Akzeptanz gesperrt sind. Offenbar dürfte Wizzair durch die Nichtakzeptanz von Bargeld einiges an Umsatz entgangen sein, so dass man nun wieder auf Cash steht. Der Verkauf an Bord erfolgt übrigens im Namen und auf Rechnung der Gategroup, wobei die Airlines selbstredend mitverdient. Eurowings verzichtete nie auf die Akzeptanz von Bargeld. Zwar wies man die Fluggäste stets darauf hin, dass Kartenzahlung aufgrund der Pandemie bevorzugt wird, jedoch Cash wurde und wird immer angenommen, sofern es sich um Euro handelt. Easyjet bevorzugte schon lange vor der Corona-Pandemie die bargeldlose Bezahlung an Bord und weist darauf seit einigen Jahren mittels Borddurchsagen hin. Ob nun das Bargeld eine wesentliche Rolle in der Verbreitung des Coronavirus spielt oder nicht ist äußerst umstritten. Es gibt Studien, die besagen, dass die Ansteckungsgefahr äußerst gering

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Brüssel mit 120 Zielen – Innsbruck hängt in der Luft

Der Flughafen Brüssel geht mit 120 Destinationen in den Winterflugplan. Trotz Corona-Pandemie befinden sich darunter möglicherweise auch neue Ziele wie Kittila, Kuusamo und Innsbruck. Deren Aufnahme hängt allerdings von der weiteren Entwicklung der Krise ab. Die Air France-KLM-Billigtochter Transavia hat noch nicht final darüber entschieden, ob die “Schifahrerstrecke” nach Tirol aufgenommen wird oder nicht. Hintergrund ist die Reisewarnung, die Belgien ausgesprochen hat. Diese hat zur Folge, dass bei der Rückkehr eine Quarantäne blühen könnte. Das wirkt sich selbstredend enorm nachteilig auf die Nachfrage aus. Transavia beobachtet daher die weiteren Entwicklungen und wird zu einem späten Zeitpunkt über Hops oder Drops bezüglich Brüssel-Innsbruck entscheiden. Homebase-Carrier Brussels Airlines bietet im Winterflugplan 2020/21 nach aktuellem Planungsstand 50 Ziele, davon 16 Langstreckendestinationen, an. Tuifly Belgium hat derzeit 30 Ziele im Programm. Insgesamt planen 40 Fluggesellschaften wöchentlich 450 Verbindungen ab Brüssel zu 120 Destinationen durchzuführen. In welchem Umfang möglicherweise aufgrund der Pandemie-Entwicklungen reduziert werden muss, ist momentan nicht abschätzbar. Die Lage verändert sich in ganz Europa Woche für Woche, manchmal sogar täglich.

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ANA vor Halbierung der Langstreckenflotte

Bei der japanischen All Nippon Airways stehen aufgrund der Coronakrise drastische Einschnitte bevor. So soll rund die Hälfte der aus 60 Maschinen bestehenden Langstreckenflotte stillgelegt werden und bis zu 3.500 Jobs stehen auf der Kippe. Der Personalabbau soll bis 2022 bewerkstelligt werden. Nach Möglichkeit will man in Japan verpönte Kündigungen vermeiden und lieber bei Pensionierungen und freiwilligen Austritten nicht nachbesetzen. Gänzlich ausschließen kann man aber betriebsbedingte Kündigungen dennoch nicht. In der japanischen Kultur wird äußerst viel Wert auf Loyalität zum Unternehmen gelegt, so dass Arbeitgeberkündigungen sehr selten vorkommen und nur das absolut äußerste Mittel sind. Kydo News schreibt weiters, dass die Langstreckenstrategie überarbeitet wird. Dies hat zur Folge, dass etwa 30 von 60 Long-Haul-Jets stillgelegt werden müssen. Ob diese jemals wieder in Dienst gestellt werden können, ist offen. Die Einreise- und Quarantänebestimmungen von Japan sind äußerst streng. Das wirkt sich äußerst nachteilig auf das Geschäft von ANA und ihren Mitbewerbern aus. Derzeit sind touristische Einreisen nicht möglich.

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Helvetic bläst „Pop-Up-Flüge“ ab

Die schweizerische Regionalfluggesellschaft bläst aufgrund der neuerlichen Corona-Welle das Konzept der so genannten Pop-Up-Flüge ab. Nach Angaben des Unternehmens sind derzeit keine weiteren derartigen Reisen geplant. Auch sonst fliegt Helvetic derzeit gar nicht auf eigene Rechnung auf der Linie. Ein Helvetic-Sprecher bestätigte gegenüber der Schweizerischen Zeitung Blick, dass aufgrund der momentanen Corona-Lage vorerst keine weiteren Pop-Up-Flüge geplant sind. Das schließt auch die jüngst angekündigte Florenz-Reise ein, die bereits abgesagt wurde. Das Programm war von Anfang an kompliziert, denn bereits der erste „Pop-Up-Flug“, geplant nach Montenegro, musste abgesagt werden, da die Schweiz kurz davor das Zielland auf die Quarantäneliste gesetzt hatte. Durchgeführt wurden zwei Reisen nach Kroatien und eine nach Griechenland. Jene, die nach Paris und Vilnius geplant wurden, mussten Helvetic Airways und die kooperierenden Reiseveranstalter ebenfalls aufgrund der Pandemielage absagen. Wesentlich problematischer dürfte für Helvetic Airways aber sein, dass Swiss im Winterflugplan drastische Kürzungen vornehmen wird. Derzeit sind einige Maschinen für den größten Kunden im Einsatz, jedoch könnte sich dies – je nach Entwicklung der Pandemie – nach unten ändern. Blick schreibt unter Berufung auf einen Helvetic-Sprecher, dass man mit Charterflügen und Fußballchartern über den Winter kommen will. Gerechnet wird damit, dass maximal 30 Prozent der Kapazität in der Luft sein werden.

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